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Leon Spinks stirbt mit 67

Leon Spinks stirbt mit 67

Der Ex-Weltmeister im Schwergewicht hat am Freitagabend den Kampf gegen seine Krebserkrankung verloren. Wie es heißt, waren aufgrund der coronavirus-bedingten Einschränkungen neben seiner Ehefrau Brenda Glur Spinks nur wenige enge Freunde und Familienmitglieder anwesend.

Bekannt wurde ‚Neon Leon‘ vor allem durch seinen Sieg über Muhammad Ali. Spinks trat am 15. Februar 1978 in seinem achten Profikampf als Zehn-zu-eins-Außenseiter gegen Ali an, gewann nach 15 geboxten Runden durch eine split decision und holte sich damit Alis WBA- und WBC-Gürtel.

Ali hatte Spinks im Vorfeld des Kampfes nicht ernst genommen, versuchte es mit seiner „Rope-a-Dope“-Taktik, doch Spinks wurde nicht müde. „Ich habe ihn unterschätzt”, räumte der 36 Jahre alte Ali nach seiner überraschenden Niederlage ein. „Ali dachte, ich wäre ein Weichei, und ich musste ihm beweisen, dass ich es nicht bin”, sagte Spinks später: „Ich wusste, dass ich ihn schlagen konnte, nachdem ich seine Kämpfe beobachtet hatte.” Der Kampf, der zur Hauptsendezeit live auf ABC übertragen wurde, hatte 93 Millionen Zuschauer.

Der WBC bestand darauf, dass der frischgebackene Weltmeister nun zuerst gegen Ken Norton kämpfen müsse, doch Leon Spinks war mehr an einem lukrativen Rematch gegen Muhammad Ali interessiert. Der WBC-Gürtel wurde daraufhin am grünen Tisch Norton zugesprochen und so boxten Spinks und Ali am 15. September 1978 nur noch um die WBA-Krone, die Ali mit einem Punktsieg zurückgewinnen konnte.

Nach dem Sieg über Ali konnte Spinks nie wieder einen derart großen Erfolg für sich verbuchen. Noch zwei Mal kämpfte er um Weltmeisterehren, verlor aber 1981 gegen Larry Holmes und konnte sich auch im Cruisergewicht nicht durchsetzen: im März 1986 verlor Spinks durch TKO 6 gegen Dwight Muhammad Qawi.

„Spinks hat seine Möglichkeiten nicht genutzt!“ sagte Bob Arum einmal in einem Interview:  „Er genoss das Leben als Schwergewichts-Champion zu sehr und feierte die meiste Zeit zwischen den Kämpfen. Leon posierte in einer Badewanne mit einem Glas Champagner und rauchte eine Zigarre. Er hatte plötzlich ein so großes Gefolge wie Ali. Wir waren alle für den Rückkampf im selben Hotel in New Orleans und eines Morgens kam ich zum Frühstück herunter und Leon stieg in den Aufzug und fiel auf den Boden. Offensichtlich hatte er getrunken.“

Die Millionen, die Spinks durch seine Kämpfe verdiente, verschleuderte er. 1986 musste er Insolvenz anmelden. 1995 stand ‚Neon Leon‘ zum letzten Mal im Ring. Gegen den 45 Jahre alten Fred Houpe, der über 19 Jahre nicht mehr geboxt hatte, verlor Spinks nach acht Runden durch eine einstimmige Punktrichterentscheidung. Nach dem Ende seiner Karriere arbeitete Spinks unter anderem bei McDonald’s. „Als ich ihn kennenlernte, hatte er nichts”, hat seine Ehefrau Brenda einmal in einem Interview gesagt.

2012 diagnostizierten Ärzte bei Spinks ein Hirntrauma, verursacht vermutlich durch die Treffer, die der Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele von 1976 in seinen Kämpfen nehmen musste. Die Folge: Leon Spinks litt an Demenz. 2019 wurde bei Leon Spinks Prostatakrebs diagnostiziert, später breitete sich der Krebs auf die Blase aus.

Im Nachruf auf Leon Spinks heißt es sinngemäß: „Leon kämpfte mit zahlreichen Krankheiten, aber er verlor nie sein typisches Lächeln. Er zeigte echte Spinks-Entschlossenheit und hat nie das Handtuch geworfen.“

Ruhe in Frieden, Leon Spinks.

Hier noch einmal der Kampf zwischen Leon Spinks und Muhammad Ali am 15. Februar 1978

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3 Kommentare

  1. 7. Februar 2021 at 11:56 —

    Danke für die beiden großen Kämpfe.
    LEON SPINKS

    Schöne Grüße an alle “weißen Tysons” bei der Gelegenheit. Schaut euch mal diese Kämpfe an.

  2. 7. Februar 2021 at 18:53 —

    R.I.P. CHAMP……………

  3. 8. Februar 2021 at 15:25 —

    Wieder jemand der zu früh gehen musste!

    Wenn man es genau nimmt war Neon Leon als Profi nur ein besserer Journeyman der sein großes Momentum hatte als er Ali besiegte, denn außer seinen 3 WM-Niederlagen hat er ausschließlich gegen Laufkundschaft verloren und das reichlich!

    R.I.P. Leon

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