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Lateef Kayode dominiert Matt Godfrey über zehn Runden

Der vakante NABA-Titel im Cruisergewicht stand auf dem Spiel, als am Freitag der ungeschlagene Nigerianer Lateef Kayode auf Matt Godfrey traf, der zuletzt im Titelkampf Marco Huck unterlag. Kayode konnte sich den Titel durch eine einseitige Punktentscheidung sichern und schickte Godfrey in einem unterhaltsamen und feurigen Kampf dreimal zu Boden.

Der als große Cruisergewichtshoffnung geltende Kayode ging als klarer Favorit in den Kampf, sah sich aber anfangs vor ein paar Probleme gestellt von Matt Godfrey, der in der Rechtsauslage den Kampf anging. Kayode versuchte immer wieder Godfrey zu stellen um seine harten Schläge abzuladen, doch Godfrey bewegte sich früh in der ersten Runde nicht schlecht. Doch zehn Sekunden vor Ende blieb der US-Amerikaner direkt vor Kayode stehen und kassierte eine harte rechte Gerade zum Kopf, die ihn zu Boden gehen ließ.

Matt Godfrey wirkte von da an schwach und überfordert mit Kayode, obwohl dieser auch nicht unbedingt glänzen konnte. Es schien so als hätte der frühe Niederschlag Godfrey einiges an Respekt vor dem hart punchenden Nigerianer eingebläut, welcher zuvor in 16 Kämpfen 14 KO-Siege hatte einfahren können. Kayode vertraute meist auf Einzelschläge, vorwiegend auf seine rechte Gerade zum Kopf, aber in der dritten Runde hörte auf seinen Coach Freddie Roach, der ihm in der Rundenpause zuvor auferlegt hatte, die Rechte mehr zum Körper zu schlagen. Ein Körpertreffer gegen Mitte der Runde schmerzte Godfrey deutlich und brachte dessen Deckung ein wenig nach unten. Dies nutzte Kayode wenig später im Clinch, als er einige harte Treffer anbringen konnte.

Der Nigerianer kontrollierte den Kampf locker, obwohl er ein wenig zu sehr auf den KO ging und boxerisch ein bisschen wenig zeigte. Als Godfrey allerdings gegen Ende der vierten Runde einmal den Vorwärtsgang einschlug, landete er mit einer linken Geraden seinen besten Treffer im ganzen Kampf und Kayode schien leicht angeschlagen zurückzutaumeln. Die vierte Runde war damit möglicherweise die erste Runde, die an den US-Amerikaner ging.

Es sollte jedoch einer der wenigen Lichtblicke für Godfrey bleiben. Bereits in der nächsten Runde schickte Lateef Kayode Matt Godfrey mit einer rechten Geraden zu Boden. Godfrey fiel zunächst rücklings in die Seile, stolperte daraufhin aber vorwärts in die Arme von Kayode, der ihn von sich schütteln konnte, so dass Godfrey zu Boden ging und der Niederschlag offiziell gezählt wurde. Nachdem Godfrey wieder auf die Beine kam, sah Kayode die Chance gekommen den Abend frühzeitig zu beenden, doch Godfrey überstand einige weitere Treffer und die Runde bis zum Gong.

Der Kampf wurde langsam etwas unsauberer mit vielen Clinches und einigen unfairen Manövern. Früh in der achten Runde gab es dann einen üblen Zusammenstoß der beiden Köpfe, woraufhin Godfrey zu Boden ging, was jedoch ohne weitere Folgen für den Kampf blieb. Eine weitere unschöne Szene ereignete sich in der selben Runde, als Kayode Godfrey für längere Zeit an den Seilen festgenagelt hatte bis Letzterer plötzlich Kayode zu beschimpfen begann und ihm zudem ins Gesicht spuckte. Ringrichter Dan Stell warnte beide den Kampf sauber zu halten, was dann glücklicherweise auch mehr oder weniger der Fall war für die letzten beiden Runden.

Die deutliche Führung auf den Punktkarten unterstrich Lateef Kayode in der neunten Runde noch einmal mit einem weiteren Niederschlag. Nach einem schönen linken Haken zum Körper musste Godfrey erneut runter, auch wenn sich der US-Amerikaner beschwerte, dass es nur daran lag, dass Kayode auf seinen Fuß getreten sei. In der Folge ließen sich beide noch zu Spielereien hinreißen, bei denen sie sich gegenseitig stichelten und provozierten, wobei sie das Boxen an sich ein wenig vergaßen. Kayode fuhr sein Ding herunter ohne wirklich ernsthaft auf einen durchaus möglichen KO-Sieg zu gehen, während Matt Godfrey auch in der letzten Runde, als er einen KO brauchte um noch eine Chance zu haben, damit zufrieden zu sein schien über die Runden zu gehen.

Die Ringrichter sahen nach den zehn absolvierten Runden den 28-jährigen Lateef Kayode mit 98-89, 98-90 und 97-90 vorne und kürten ihn zum Sieger. Der Nigerianer fuhr damit seinen siebzehnten Profisieg in ebenso vielen Kämpfen ein, musste aber schon zum zweiten Mal in Folge die vollen zehn Runden gehen. Godfrey musste unterdessen seine zweite Niederlage in Folge hinnehmen nach der KO-Niederlage in der fünften Runde gegen Marco Huck.

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3 Kommentare

  1. Tom
    11. Juni 2011 at 18:12 —

    Es war ein durchaus interessanter Kampf,den Godfrey meines Erachtens besser gestaltete als gegen Huck!
    Kayode wirkte für mich in einigen Szenen zu verspielt,aber man sah auch welches Potential dieser Fighter hat.

    Kayode versucht es meiner Meinung nach zu oft mit der Brechstange,aber der Punktsieg geht voll und ganz in Ordnung,auch in dieser Höhe.

    Bei Godfrey scheint es so zu sein das er zu vorsichtig aufgebaut wurde und jetzt da die Prüfungen größer werden,das er nicht mehr mithalten kann!?

  2. UpperCut
    11. Juni 2011 at 18:17 —

    war ein lustiger kampf, kayode haette aber nachsetzen sollen – ihm war es am ende einfach egal da godfrey so deutlichn unterlegen war und nur noch versucht hat sich zu retten. man haette den kampf auch – genau wie bei huck – abbrechen koennen.

  3. derschöneharry
    11. Juni 2011 at 20:16 —

    godfrey hat mir überhaupt nicht gefallen. seine jabs waren richtige patsche-händchen, hat nicht mal einen schritt mitgenommen. die linke hat auch keine große wirkung gezeigt, obwohl er sie einige male als konter gegen kayodes schlaghand setzen konnte. kayode war nicht schlecht, ich seh ihn derzeitig aber nicht – wie andere hier – als einen mann, dem huck aus dem weg gehen müsste.

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