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Last Man Standing – Saul ‘Canelo’ Alvarez

Last Man Standing – Saul ‘Canelo’ Alvarez

Ein Beitrag von: KO-Autor

UNGLEICHE VORAUSSETZUNGEN

Vor der einzigartigen Kulisse von mehr als 73.000 Zuschauern (US-amerikanischer Indoor-Rekord bei Boxveranstaltungen) im AT & T-Stadium in Arlington, Texas fand am Abend die mit Spannung erwartete Titelvereinigung im Supermittelgewicht statt. Der Brite Billy Joe Saunders (30(14) – 0), Titelträger der WBO traf auf Saul ‚Canelo‘ Alvarez (55(37) – 1(0) – 2) aus Mexiko, der die Gürtel der WBA und des WBC innehat. Dabei ließ das gigantische, begeisterte Publikum keinen Zweifel aufkommen, auf wessen Seite die Sympathien lagen. Schon bei frühen Video-Einspielungen Saunders’ wurde ausgiebig gebuht, während die Fans Canelo jedes Mal frenetisch feierten.

KAMPF AUF AUGENHÖHE

Beide Kontrahenten begannen kontrolliert mit ihren Führhänden. Den einzigen Unterschied konnte man im Powerbereich feststellen, wobei Canelo ein deutliches Übergewicht hatte. Wirkung konnte er aber zunächst nicht erzielen. So sehr der Engländer es auch versuchte, Alvarez ließ sich nicht im Mindesten frustrieren, sondern boxte seinen Stiefel routiniert herunter und blieb stets gefährlich. Es hatte nicht den Eindruck, dass Billy Joe die Tools hätte, Canelo nach Punkten zu schlagen oder ihm auch nur nahezukommen. Doch in der fünften kam er ein besser in den Kampf, auch in der sechsten zeigte er, dass er hier nicht zum Verlieren angereist war und holte sich die beiden Punktwertungen nach meiner Beobachtung.

SHOWDOWN IN DER ZWEITEN HÄLFTE

Zu Beginn der siebten Runde schien Saunders den leichten Hauch an Respekt vor Canelo endgültig verloren zu haben, ging teilweise mutig nach vorne und erboxte sich Vorteile. Ab und zu landete ein wilder Schwinger des Mexikaners in der texanischen Luft, der Traveller genoss den Moment. In der achten schaltete Canelo urplötzlich in den Beastmode, presste Saunders mit harten Schlägen zu Körper und Kopf in die Defensive. Unter dem Auge Saunders‘ öffnete sich ein Cut, eindeutig durch Schlagwirkung nach einem rechten Uppercut-Konterschlag Canelos. Was zunächst wie eine kleine Verletzung aussah, entpuppte sich später als Augenhöhlenbruch. Der Boxer selbst gab in der Pause zur 9. Runde das Zeichen zur Aufgabe, er konnte nichts mehr sehen. Somit offiziell Sieger durch TKO in der achten Runde und nun dreifacher Weltmeister im Supermittelgewicht sowie nach wie vor Besitzer des „Ring-Magazine“ Gürtels: ‚Canelo‘ Alvarez.

https://twitter.com/i/status/1391758119617929217

FAZIT – CANELO VERLIERT RUNDEN, ABER KEINE KÄMPFE

Man muss Billy Joe große Hochachtung zollen. Er fightete couragiert und technisch erstklassig, forderte Canelo alles ab. Aber der P4P-King aus Guadalajara hatte einen besseren Gameplan, hielt dem Druck stand, und seine großartigen Fähigkeiten als Konterboxer machten am Ende den Unterschied. Jetzt ist der Weg geebnet für eine endgültige Titelvereinigung im September gegen den Champion der IBF, Caleb Plant. Und es ist kaum daran zu zweifeln, dass der Superstar auch diese Hürde nehmen wird, um der erste mexikanische vereinigte Champion in dieser Gewichtsklasse zu werden.

Quelle: Canelo Alvarez / Twitter

UNDERCARD MIT HOHEM SPASSFAKTOR, ABER OHNE ÜBERRASCHUNGEN

Superfedergewichtstalent Marc Castro (3(3) – 0) gelang eine lockere Stoppage gegen den Mexikaner Irving Macias Castillo (9(6) – 2(2)). Der 21-jährige Castro landete harte Treffer von Beginn an und sein Gegner war früh im Gesicht gezeichnet. Ringrichter Rosario Solis stoppte den Fight nach ca. 2 Minuten der 4. Runde, obwohl Solis nicht zu Boden gegangen war.

Die amerikanischen Reporter der Vorkämpfe kamen aus der Begeisterung und dem Lob für Leichtgewichtshoffnung Keyshawn Davis (3(2) – 0) kaum heraus. Gegen den hochgewachsenen, aber boxerisch limitierten Jose Antonio Meza (7(3) – 5(0)) konnte Davis zwar teilweise sein Talent aufblitzen lassen, tat aber insgesamt zu wenig und war zu unentschlossen, um Meza ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Mit einem Shutout (60 – 54 (x3)) empfahl sich der 22-jährigen Davis dennoch für weitere Aufgaben.

Wesentlich schwerer dagegen tat sich sein älterer Bruder, der Weltergewichtler Kelvin Davis (2(1) – 0), der in der vierten und letzten Runde gegen Jan Marsalek aus der Tschechischen Republik (8(7) – 3(2)) sogar einen Niederschlag hinnehmen musste. Am Ende gewann er trotzdem einstimmig mit 38:37 auf allen drei Scorecards.

Der mexikanische Weltergewichtler Christian Alan Gomez Duran zerstörte Xavier Wilson mit einem linken Haken nach einer Minute der zweiten Runde. Der herumstolpernde Wilson gab kein gutes Bild ab, sodass dem Referee den Kampf kurz darauf abbrach. Es war die erste KO-Niederlage für Wilson (11(1) – 3(1) – 1). Duran aus Guadalajara, Mexiko, verbesserte sich auf 20 – 2(1) – 1 und erzielte dabei seinen 18. Knockout.

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