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Larry O`Connel stirbt mit 81 Jahren

Larry O`Connel stirbt mit 81 Jahren

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 30. Dezember der britische Referee Larry O`Connel gestorben. O`Connel wurde 81 Jahre alt. Über die näheren Umstände des Todes ist uns nichts bekannt.

Nach einer erfolgreichen Amateurkarriere war O`Connel von 1976 bis 2009 lizenzierter Referee des British Boxing Board of Control und nahm in dieser Eigenschaft an weit über 40 Weltmeisterschaftskämpfen teil.

Obwohl O`Connel hohes Ansehen als Punkt- und Ringrichter genoss, geriet er wegen einiger seiner Urteile in die Kritik. Vor allem ein Punkturteil brachte nicht nur die Fachwelt, sondern auch die Boxfans gegen den Londoner auf: den ersten Kampf zwischen Kampf zwischen Lennox Lewis und Evander Holyfield am 13. März 1999 im New Yorker Madison Square Garden bewertete O`Connel mit 115-115. Stanley Christoudoulou hatte Lewis mit 116-113 vorne, bei Eugenia Williams führte Holyfield mit 115-113.

Nicht nur die Fernsehkomentatoren hatten erwartet, dass Lewis siegen und sich zum unangefochtenen Schwergewichts-Champion krönen würde. Doch so kam ein Unentschieden heraus. Nach der Urteilsverkündung schlugen die Wellen der Empörung hoch. Lewis` Manager Maloney forderte Premierminister Tony Blair auf, die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten abzubrechen. Der Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, sagte, es sei ihm im Namen seiner Stadt peinlich.

Vermutlich war es nicht so sehr die Wertung an sich, sondern vor allem der Umstand, dass es ausgerechnet ein britischer Punktrichter war, dessen Wertung Lennox Lewis den Sieg gekostet hatte. O`Connel wehrte sich gegen den Vorwurf, es habe Einfluss von außen gegeben und auch Eugenie Williams musste sich wegen ihrer Wertung verteidigen und bestritt, für das Urteil zugunsten von Holyfield Bestechungsgeld erhalten zu haben.

Zugute kam O`Connel vermutlich, dass er prominente Fürsprecher hatte. Frank Warren erklärte zum Beispiel öffentlich: „Obwohl ich mit der Wertung des Lewis-Kampfes nicht einverstanden bin, respektiere ich seine Wertung voll und ganz und habe seine Ehrlichkeit und Integrität nie in Frage gestellt und würde sie auch nie in Frage stellen. Larry ist einer der wenigen Weltklasse-Offiziellen, mit denen wir glücklich sind. Die Kritik, unter die er geraten ist, ist eine Schande.”

Auch schon vorher gab es vereinzelt Beschwerden über O`Connel. So hatte der damals 60-jährige einen Commonwealth-Titelkampf zwischen Kofi Jantuah und Gilbert Eastman nach Meinung der Zuschauer zu spät beendet. Jantuah gewann durch TKO 11, Eastman bekam noch im Ring Sauerstoff und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Vorstand des British Boxing Board of Control stellte sich jedoch hinter O`Connel und der war kurze Zeit später schon wieder als Punktrichter bei einem britischen Titelkampf im Halbmittelgewicht im Einsatz.

Seinen letzten Einsatz hatte O`Connel  im Mai 2009. Zusammen mit Karl Rogers und Mickey Vann wertete der damals 71-jährige als Punktrichter bei einem der letzten Titelkämpfe der World Boxing Union. Der in Großbritannien ansässige Verband war zu seiner Hochzeit nach den drei bedeutendsten Weltverbänden WBC, WBA und IBF die Nummer vier noch vor der WBO, wurde jedoch 2009 aufgelöst.

Die Nachricht von O`Connels Tod rief bei vielen Bestürzung hervor, so schreibt zum Beispiel der britische Referee McDonnell auf den Seiten eines sozialen Netzwerkes: „Als ich 1988 meine Lizenz bekam, nahm Larry mich unter seine Fittiche und brachte mir bei, wie man ein Referee ist. Ich schulde ihm sehr viel. Werde dich vermissen, Kumpel. RIP“

 

 

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