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Larry Holmes – 70. Geburtstag

Einer der besten Schwergewichtler der vergangenen Jahrzehnte feierte am Sonntag seinen 70. Geburtstag: Larry Holmes, geboren am 3. November in Cuthbert, Georgia / USA. Er trug als  Profi den Kampfnamen „The Easton Assassin“ und konnte am Ende (2002) seiner fast 30 Jahre andauernden Karriere auf einen Kampfrekord von 69(44)-6(1)-0 zurück blicken. Eine beachtliche Leistung, der Boxer und Fans Respekt bis zum heutigen Tage zollen. 

Holmes wurde 1968 Amateurboxer und wechselte 1973 zu den Profis. Er gewann 27 Kämpfe in Folge und schlug dabei auch den harten Puncher Earnie Shavers souverän nach Punkten. Holmes setzte dabei hauptsächlich auf seinen Jab. Der Kampf gegen Shavers war ein WBC-Eliminator. Im darauf folgenden WM-Kampf gegen Ken Norton siegte Holmes hauchdünn durch ein SD-Urteil (2x 143:142 und 142:143).

Nach seinem Titelgewinn verteidigte Holmes den WBC-Gürel bis 1983 insgesamt 16 Mal. Unter anderem auch in einem Rematch gegen Shavers und in einem groß angekündigten Kampf gegen Muhammad Ali. Der Kampf gegen Ali sollte nach Willen von Don King eigentlich vor 165 000 Zuschauern im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro stattfinden. Die Betreiber des Stadions in Rio lehnten diese Riesenshow allerdings ab, weil ihnen der Aufwand zu groß war. Holmes und Ali kämpften dann am 2. Oktober 1980 im „Cesars Palace“ Las Vegas vor knapp 25 000 Zuschauern.

Vor diesem Kampf litt Ali an einer Schilddrüsenerkrankung und bekam Medikamente. Die Nebenwirkungen waren scheinbar nicht so gewichtig, dass man Ali ohne Weiteres diese Medikamente schlucken lies. Bevor Ali zu diesem Kampf zugelassen und eine Boxlizenz erteilt wurde, gab es eine neurologische Untersuchung. Dabei wurden zwar leichte Defizite festgestellt, aber Ali bekam seine Lizenz. Das bittere Erwachen kam dann im Ring, als er nur schlechte Reaktionen zeigte und von Holmes regelrecht verprügelt wurde. Alis Ecke warf nach 10 Runden das Handtuch.

Holmes legte 1983 den WBC Titel freiwillig nieder und bekam 1984 ohne Kampf den WM-Gürtel des neu gegründeten Verbandes IBF, den er mehrmals verteidigte. Im September 1985 stand er mit 48 Siegen ohne Niederlage kurz davor, den Rekord von Rocky Marciano zu brechen. Sein Gegner im 49. Kampf war Michael Spinks, der zuvor der absolute Champ im Halbschwergewicht war. Holmes kassierte in diesem Kampf eine umstrittene Punktniederlage. Bis heute geht das Gerücht, man habe ihn absichtlich verlieren lassen, um den Rekord von Marciano zu halten. Das Rematch im April 1986 ging ebenfalls umstritten verloren. Darauf erklärte Larry Holmes seinen Rücktritt. Er kam erst 2 Jahre später zurück, als ihm ein Kampf gegen Mike Tyson um 3 Titel angeboten wurde. Diesen Kampf verlor er durch TKO 4. Das war die einzige vorzeitige Niederlage seiner Karriere. Danach folgte wieder eine Kampfpause. Im April 1991 kehrte er in den Ring zurück und absolvierte bis Februar 1992 weitere 6 Kämpfe, die er alle gewinnen konnte. Im Juni 1992 stand wieder ein Kampf um 3 Gürtel im Schwergewicht an. Sein Gegner diesmal: Evander Holyfield. Auch dieser WM-Kampf ging verloren. Diesmal nach Punkten. Holmes setzte seine Karriere fort und absolvierte bis zu seinem Karriereende noch weitere 17 Kämpfe, von denen er 15 gewann. Seinen letzten Sieg konnte er mit 52 Jahren im Jahr 2002 gegen Eric „Butterbean“ Esch feiern.

Im Jahr 2008 wurde Larry Holmes in die „International Boxing Hall of Fame“ aufgenommen. Er wird bis heute immer wieder bei Boxveranstaltungen als gern gesehener Gast begrüßt oder kommentiert als Boxsport-Experte die Kämpfe bei wichtigen Events.

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2 Kommentare

  1. 5. November 2019 at 18:36 —

    Larry Holmes schlug eine der bestne linken Geraden ( vielleicht schlug diese Joe Louis besser ) , mit nem Wumms dahinter – unfassbar.
    Unvergessen die Kämpfe ( in his Prime ) gegen Norton und Shavers.

    Danke dafür und happy birthday.

  2. 6. November 2019 at 19:36 —

    Larry Holmes war einer der besten Schwergewichtler.

    Die Punktniederlage im ersten Kampf gegen Michael Spinks war meiner Meinung nach allerdings völlig gerechtfertigt, er hat den Gegner unterschätzt und hat über die ganze Distanz kaum mal seine Rechte benutzt, hat fast ausschließlich mit dem Jab gearbeitet.
    Der Rückkampf war allerdings Beschiss, ebenso die Punktniederlage gegen Brian Nielsen um den IBO-WM-Titel, allerdings hat man Holmes direkt im nächsten Kampf einen Punktsieg zugesprochen den wohl nur die Punktrichter verstehen!?
    In seiner Prime einer der ganz Großen, leider wusste auch er nicht wann Schluss zu sein hat!

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