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Kubrat Pulev – Wechsel von IBF auf WBA – Titelkampf?

Reichlich unübersichtlich ist im Moment die Situation von WM-Kampf-Anwärter Kubrat Pulev. Während man monatelang darauf hin zu arbeiten schien, beim Verband IBF zu einem Titelshot gegen Anthony Joshua zu kommen, scheinen sich jetzt die Gegebenheiten geändert zu haben. Der für Samstag angesetzte Kampf zwischen Joshua und Pulev wurde wegen einer angeblichen Trainingsverletzung Pulevs abgesagt. Dabei kann man sich je nach Quelle aussuchen, ob die Absage wegen einer Brustmuskel- oder Schulterverletzung oder einfach nur eine Nebelkerze ist.

Als Ersatz nannte man gleich in Handumdrehen den Namen Carlos Takam. Auch hier kann man sich je nach Quelle aussuchen, ob der sowieso als Ersatzgegner vorgesehen war oder ob er nur deshalb zufällig voll im Training steht, weil er angeblich sowieso vor hatte, im November einen Kampf zu bestreiten. Ebenfalls unklar ist, ob das IBF-Pflichtherausforderungsrecht von Pulev jetzt an Takam übergegangen oder ob der Kampf zwischen Joshua und Takam eine freiwillige Verteidigung ist.

Seit Gestern gibt es nun noch ganz andere News. Angeblich steht das Sauerland-Team mit dem Management von Fres Oquendo in Verbindung. Oquendo hatte nach dem umstrittenen Urteil bei seinem knapp verlorenen Kampf gegen Chagaev das Recht auf ein Rematch erstritten. Wegen Chagaevs Karriereende wurde daraus Nichts. Oquendo hatte damit automatsch das Recht um den vakanten Titel zu boxen und sollte dann gegen Shannon Briggs kämpfen. Das zog sich lange hin, weil Keiner den Kampf haben wollte und die Finanzierung schwierig war. Als dann der Termin 3. Juni stand, fiel Briggs durch eine unangemeldete Doping-Kontrolle und der Kampf platzte. Von Oquendo war zu hören, dass er in diesem Jahr auf keinen Fall mehr kämpfen will, weil er sich erst umsonst auf Chagaev und dann den Briggs-Kampf vorbereitet hatte und erst einmal erholen will. Jetzt kommt Sauerland mit Pulev auf ihn zu.

Um die Sache völlig kompliziert zu machen, kündigte der Kölner Manuel Charr vor ein paar Wochen an, dass er gegen Alexander Ustinov um den vakanten WBA-Titel kämpfen will. Der bei BoxRec eingetragene Termin: 25. November, Oberhausen. Man ging davon aus, das Oquendo kein Recht mehr auf den Kampf hat, weil er seit 2015 nicht wieder im Ring stand. Das war allerdings nicht sein Verschulden. Erst gab es den langen Rechtsstreit mit dem Team von Chagaev, dann das ewige Hin und Her mit Briggs, bis sich auch dieser Kampf in Luft auflöste. Der Kampf zwischen Charr und Ustinov wird mittlerweile bei BoxRec als Eliminator geführt.

Oquendos Manager Bobby Hitz (Hitz Boxing) und Roy Jones jr (Square Ring Promotions) verhandeln gegenwärtig mit dem Sauerland-Team. Man wäre sich dem Vernehmen nach soweit einig, dass der Kampf zwischen Oquendo und Pulev am Jahresanfang in Chicago stattfinden könnte. Kubrat Pulev ist gegenwärtig auf #7 im WBA-Ranking zu finden. Alle Anderen vor ihm sind anderweitig beschäftigt. Pulev ist der am höchsten platzierte Boxer, der für einen Titelkampf gegen Oquendo in Frage kommt.

Das Alles ist eine recht verschwurbelte Situation und man kann nur spekulieren, was da hinter verschlossenen Türen Alles so läuft. Vorstellbar wäre, dass Sauerland das Recht auf den IBF-Pflichtkampf an Takam verkauft hat. Man will Pulev lieber gegen Oquendo kämpfen lassen, weil der für Pulev schlagbar ist. Damit wäre Pulev WBA-Champ, das Sauerland-Team hat einen Schwergewichtsweltmeister und kann den Titel eine Weile gut, also in der allseits bekannten Form, vermarkten. Sollte es dann irgendwann zu einem Vereinigungskampf gegen Joshua kommen, ist mehr drin, als „nur“ die 4 Mio, die es jetzt für den IBF-Titelfight gegeben hätte. Eine gut eingefädelte Win-Win Situation für alle Beteiligten.

Die Einzigen, die jetzt vielleicht einen Nachteil für sich sehen werden, sind Charr und Ustinov. Der WBA sollte es recht sein, wenn die Beiden erst einmal einen Eliminator ausboxen, wenn sie schon unbedingt gegeneinander kämpfen wollen. Mit ihrem eigenmächtigen Vorstoß an Oquendo vorbei, haben sie sich ins eigene Fleisch geschnitten. Wie man so hört, haben Charr und Ustinov nicht einmal eine Entscheidung der WBA abgewartet, ob sie um den vakanten Titel boxen dürfen. Der“Kölner Express“ hat diese Kampfansetzung voreilig herausposaunt und Alle sind dem gefolgt, ohne das die WBA jemals etwas dazu gesagt hat. Man kann jetzt erst einmal nur darauf hoffen, dass der Verband bei der anstehenden Convention in Medellin für klare Bilder sorgt, wie es im WBA-Schwergewicht weiter geht.

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9 Kommentare

  1. 27. Oktober 2017 at 21:17 —

    In Medellin :)))) das passt

  2. 28. Oktober 2017 at 00:29 —

    Der Artikel ist absoluter Bullshit

    • 28. Oktober 2017 at 10:07 —

      Da muss ich leider zustimmen Fuchs! Wie kann man es als WinWin-Situation verkaufen, wenn Sauerland die Chance gegen den echten WM (für eine stattliche Börse) zu boxen, sausen lässt, um gegen einen uralten Ex-Boxer um einen bedeutungslosen Gürtel zu kämpfen?

      Für AJ sind Kämpfe gegen Wilder, Fury, Parker, Haye interessanter. Falls man hofft so noch mehr Geld herauszuholen wird man sich böse verspekulieren, da Pulev als “regulärer” WBA Champ auf den Rankings der IBF rausfallen dürfte! Und, dass der reguläre gegen den WBA Superchamp antreten sollte klappt allenfalls in der Theorie.
      Fazit: Geschäftlich sehr riskant! Sportlich eine Schande für einen ernsthaften Profi der Schwergewichtsweltmeister werden will. Kämpft lieber vor 3000 Leuten künftig in der deutschen Provinz als gegen den Champ vor 80.000!

  3. 28. Oktober 2017 at 09:10 —

    Also der Kampf zwischen Charr und Ustinov steht aktuell immer noch ohne WM Zusatz.Ich denke, dass das auch wenn nur ein Elinator sein wird. Die WBA sollte endlich sich an ihre eigenen Ansagen halten die Anzahl der Titel zu reduzieren und auf diesen regulären WM Gürtel verzichten.

    Mit Joshua gibt es eh nur den einen WBA Champion im HW und an dem sollten sich alle Herausforderer bei der WBA messen. Stattdessen boxt man ewig um diesen Alibigürtel.

    • 28. Oktober 2017 at 14:22 —

      naja im ersten schritt ging es ja erstmal nur um den Interims wm. der ist ja quasi weg. nur noch 2(3) gibt es. finde den reg. eine gute Sache wenn es unified super champ gibt der einfach nicht soviel zeit für TVs hat. ist im HW der fall. aber darum sollte #1 und #2 boxen. da Ortiz suspendiert ist dann eben #2 und #3!

      • 28. Oktober 2017 at 17:12 —

        Worin unterscheidet sich ein “regulärer WBA Champion” von einem “International” , “Intercontinental” oder “Silver”-Belt!? Ist doch alles die gleiche Shice, solange es darüber noch einen “echten” WM gibt!
        Die besten 30 Boxer der Welt schleppen 20 Gürtel spazieren!

        Ein Weltmeister, ein Europameister! Das reicht!

        • 28. Oktober 2017 at 18:36 —

          Ja aber das ist Wunschdenken. klar ein wm titel darunter die kontinentalen titel und nur eine Weltrangliste wäre super. dann muss der WM wenigstens einmal im Jahr gegen die #1 ran und sonst muss er sich halt aus den besten 20 oder 25 einen freiwillige TV aussuchen. das wäre wunderbar wird es aber nie mehr geben!
          ich find aber, dass man den PH der dann lange waren muss (bis zu 2 jahren) einen titel gibt um ihm seine Wartezeit etwas zu vergolden nicht schlecht. internation, interconti und silver titel interessieren mich null wie auch z.b. wbo kontinentale titel. für mich sind diese titel nur da um in der Weltrangliste aufzutauchen. aus meiner (euro) sicht ist einzig und allein die ebu em etwas wert, wenn auch die nur noch dazu dient um in den Weltranglisten aufzusteigen

  4. 28. Oktober 2017 at 12:23 —

    Sauerland und Pulev suchen mal wieder den einfachsten Weg um an einen WM-Titel zu kommen, auch wenn es nur mal wieder ein zweitklassiger ist!
    Der Kampf gegen Joshua hätte interessant werden können, alleine schon desshalb um zu sehen was er gegen ihn besser macht als gegen Klitschko! Glaube aber das die Briten es schon länger gewusst haben das der Kampf nicht zu stande kommt und desshalb Takam schon im Vorfeld als Ersatz verpflichtet haben und er ist ein guter Ersatz!

    Glaube nicht das irgend ein echter Boxfan einen regulären WBA-WM vermisst hat, aber wie das mittlerweile mit so gut wie jedem Titel ist, lässt sich damit natürlich auch Geld verdienen!
    Das es dann ausgerechnet gegen Antiboxer Oquendo geht…..wird wahrscheinlich ein langweiliges Geschiebe…..da hätte ich doch lieber Pulev gegen Briggs oder Browne gesehen!

  5. 28. Oktober 2017 at 18:37 —

    Das könnte doch das erste top event für sport1 werden. so gesehen ganz ok. der Sieger dann gegen den Sieger charr-ustinov auch auf sport1 hätte auch was!

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