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Kubrat Pulev vs Hughie Fury – 27. Oktober Sofia

Am Samstag treten Kubrat Pulev und Hughie Fury in Sofia gegeneinander an. Bei diesem Schwergewichtskampf handelt es sich um einen Eliminator-Kampf. Der Sieger soll IBF-Pflichtherausforderer von Weltmeister Anthony Joshua werden. Pulev und Fury belegen neben Povetkin im IBF-Ranking die höchsten Plätze. Da Povetkin gerade erst gegen Joshua verloren hat, bleibt es Sache zwischen dem Bulgaren und dem Briten, das Herausvorderungsrecht unter sich auszumachen.

Für Pulev ist es der dritte Anlauf, IBF-Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Nachdem er eine Zeit lang den IBF-International-Titel getragen hat, bekam er im November 2014 in Hamburg die WM-Chance gegen Wladimir Klitschko zu kämpfen. Er schaffte es bis in die 5. Runde, bevor er von Klitschko endgültig abgeschossen wurde. Der Kampf bis dahin war teilweise ein fürchterliches Gewürge und nicht gerade das, was man von einem WM-Fight erwartet. Dabei war es völlig unverständlich, weshalb sich Pulev selbstsicher, aufrecht und manchmal ohne richtige Deckung vor Klitschko aufbaute und dankbar dessen Schläge kassierte. Die zweite Chance auf den IBF-Gürtel musste er ungenutzt verstreichen lassen, weil er sich ca. 3 Wochen vor dem Ende Oktober 2017 in Cardiff geplanten Kampf gegen Joshua eine Trainingsverletzung zugezogen hatte. Damals sprang dann Carlos Takam kurzfristig ein, der Joshua zumindest bis in Runde 10 Paroli bieten konnte, bevor er TKO ging. Nach diesem Kampf boxte Pulev nur handverlesene Gegner. Es sah fast so aus, als wollte er nicht mehr machen als nötig, um möglichst leicht und Substanz sparend noch einmal an einen WM-Kampf zu kommen. Jetzt folgt also der 3. Versuch Pulevs, mit seinen mittlerweile 37 Jahren doch noch Weltmeister werden zu können. Bevor er zu dieser Chance kommt, muss er allerdings erst einmal am Samstag in Sofia den 24-jährigen Hughie Fury aus dem Weg räumen. Reine Spekulation ist die Annahme, dass Pulev die Verletzung im Oktober 2017 nur vorgeschoben hat, um den WM-Kampf gegen Joshua später auf eigene Rechnung machen zu können.

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Auch für Fury ist es nicht die erste WM-Chance. Er kämpfte bereits im September vorigen Jahres gegen Joseph Parker um die WBO-Weltmeisterschaft. Er unterlag dem Neuseeländer nach Punkten und hinterlies dabei keinen schlechten Eindruck. Seit dem stand er nur einmal im Ring und besiegte im Kampf um den britischen Schwergewichtstitel seinen Landsman Sam Sexton.

Hughie Fury und sein Team sind bereits am vergangenen Samstag in Bulgarien eingetroffen. Sie logieren in Plovdiv, etwa 150 km von Sofia entfernt. Der Kampf zwischen Pulev und Fury ist für beide Boxer richtungsweisend, nicht nur was die in Aussicht stehende WM-Chance anbelangt. Im Falle einer Niederlage müsste sich Fury erst einmal wieder weit hinten anstellen. Aber er hat mit seinen 24 Jahren noch alle Zeit der Welt für neue WM-Anläufe und Aussichten auf gut bezahlte Kämpfe. Etwas anders sieht es bei Pulev aus. Er hat mit seinen 37 Lenzen nicht mehr die Zeit für Experimente. Unterliegt er gegen Fury, war es das womöglich auf der großen Weltbühne für ihn und er kann bestenfalls sein Publikum daheim in Bulgarien mit Kämpfen gegen leichtere Gegner beglücken. Nicht anders, als er es in der letzten Zeit schon gemacht hat.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, hat sich Kubrat Pulev aus dem Sauerland-Vertrag frei gekauft. Für schlappe 150 000 Dollar Ablöse boxt er jetzt mit eigener Promotion auf eigene Rechnung. Das bedeutet, dass ihm der Kampf gegen Fury erst einmal ein 1 Million Dollar großes Loch in die Tasche brennen wird. Er hat für diesen Kampf noch einmal die Untertützung von Uli Wegner und Georg Bramowski. Was das für den Kampf bedeutet, kann man nicht mit letzter Sicherheit sagen. Aber vielleicht sollte man davon ausgehen, dass Pulev, der ja auch der Veranstalter ist, im Zweifel enge Runden zugesprochen bekommt. Hughie Fury tut also gut daran, von Beginn an keine Runden weg zu schenken und ggf. eine Chance auf einen vorzeitigen Sieg zu suchen. Ansonsten sollte man vielleichtnicht all zu vel Klasse von diesem Kampf erwarten. Es kann gut sein, dass die beiden über weite Strecken des Kampfes auf einen Deckungsfehler des Anderen warten und hauptsächlich mit dem Jab herumstochern. Man muss beinahe hoffen, dass es einem gelingt, den anderen vorzeitig auszuschalten, damit es hinterher keine ewigen Diskussionen gibt.

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5 Kommentare

  1. 23. Oktober 2018 at 08:56 —

    Das wird ein Kampf, wo “Elvis” auf die Bretter gehen wird. Hoffentlich wird er nicht wieder schwer “krank”. er musste doch mal aussetzen, weil er plötzlich gaaaanz viele Pickel am ganzen Körper bekam……..

  2. 23. Oktober 2018 at 09:26 —

    Für mich ein 50:50 kampf. pulev schon mächtig in den jahren und eig. durch und fury nicht wirklich gut. das beste ist, dass einer verlieren wird und sich damit erledigt hat!

  3. 23. Oktober 2018 at 09:48 —

    Tommy Fury (Tysons kleiner Bruder) unterschreibt einen Poro-Vertrag bei Frank Warren

  4. 24. Oktober 2018 at 02:24 —

    Pulev wird gewinnen…Hughie ist ein Witz…Der Past-Prime Bulgare sollte das bewältigen können

  5. 26. Oktober 2018 at 11:59 —

    Ich tendiere zu einen Sieg für Pulev, allerdings hat der eineinhalb Jahre nicht im Ring gestanden. Hoffe das der Kampf durch Ko entschieden wird.

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