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Kubrat Pulev: Joshua hat Angst vor mir

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder Joshua kämpft mit mir oder er gibt den Gürtel ab!“ So lässt es Kubrat Pulev aus seinem Trainingslager in der Nähe seiner Heimatstadt Sofia verlauten. Offenbar wird der IBF-Pflichtherausforderer so langsam ungeduldig und pocht jetzt recht deutlich auf den schon lange anstehenden Pflichtkampf gegen den britischen Weltmeister Anthony Joshua. Pulev glaubt, dass Promoter Hearn und IBF-Camp Joshua vermeiden wollen, es in nächster Zeit zu der IBF-Titelverteidigung kommen zu lassen.

Der Geduldsfaden scheint bei „The Cobra“ etwas angespannt zu sein und er macht eine provozierende Ansage: „Mir ist klar, dass er wirklich Angst vor mir hat. Es scheint so, als würde er aus Angst versuchen, den Kampf zu verschieben oder abzusagen.“ Dem mittlerweile 39-jährigen rinnt die Zeit durch die Finger. Immerhin ist er schon seit seinem SD-Sieg über Dereck Chisora im Jahr 2016 im IBF-Ranking ganz oben zu finden, wurde anschließend IBF-Pflichtherausforderer und auch er wird nicht jünger. Er entfernt sich trotz regelmäßigem Training mit jedem Monat weiter von seiner Prime.

Anlass für Pulevs Wortmeldung ist die Tatsache, dass Eddie Hearn im Juli/August gleich 4 Veranstaltungen auf seinen privaten Familiengrundstück geplant hat, wo aber der schon lange anstehende Kampf zwischen ihm und Joshua nicht dabei sein wird. Statt dessen soll Im August die Begegnung zwischen Whyte und Povetkin den Höhepunkt dieser kleinen Veranstaltungsreihe sein.

Pulev sollte bereits 2017 gegen Joshua zum Zuge kommen. Doch der Bulgare zog sich im Training eine Muskelverletzung im Brustbereich zu und musste die Vorbereitung auf diesen Kampf abbrechen. Damals entging ihm eine Börse von 4 Mio Dollar. Joshua sollte 20 Mio bekommen. Der Brite kämpfte dann in Cardiff gegen Carlos Takam, natürlich zu anderen Konditionen.

Spätestens als Pulev gesehen hat, wie schlecht Ruiz im zweiten Kampf gegen Joshua vorbereitet war, wird er wohl ins grübeln gekommen sein. Er ist wegen dem Rematch auf seinen IBF-WM-Pflichtkampf erst einmal zur Seite getreten und hätte eigentlich gegen Ruiz kämpfen können. Dass er sich diesen Sidestep gut bezahlen lassen hat, steht wohl außer Frage. Dabei hat er eine große Chance verpasst. Selbst er hätte den behäbig durch den Ring tapsenden Ruiz womöglich schlagen können und wäre dann in einer ganz anderen Verhandlungsposition, wenn Hearn und Joshua auf ihn hätten zukommen müssen.

Hearn will diesen Kampf auch, aber nicht ohne Zuschauer. „Joshua-Pulev könnte ein 10-Millionen-Dollar-Deal sein. Wir können es nicht einfach hinter verschlossenen Türen tun.“  Offenbar gab es sogar Versuche, den Kampf in Kroatien oder Saudi-Arabien vor Publikum abzuhalten, was allerdings fehlgeschlagen ist.

Pulev wäre dagegen auch bereit, ohne Publikum zu kämpfen. Er sagt: „Ich kann es kaum erwarten, bis das Spiel beginnt. Ich glaube, dass es möglich ist, ohne Menschen auf der Tribüne zu kämpfen. Es wird noch heftiger. Und viel interessanter für das Fernsehpublikum. Ich will diesen Kampf, um ihn zu gewinnen.“ Der Bulgare hält sich in seinem eigenen nahe Sofia gelegenen Gym fit. Er fühlt sich in den Bergen auf 2100 Meter Höhe wohl und nutzt das Gym gegenwärtig ganz für sich alleine.

Jetzt lässt er natürlich keine Gelegenheit aus, um Joshua und Hearn „aus der Reserve“ zu locken. Joshua vs Pulev muss nach dem Ende der Corona-Beschränkungen ganz ober auf der „to-do-Liste“ von Joshua stehen. Immerhin besteht das Herausforderungsrecht nun schon seit 2017. 

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9 Kommentare

  1. 23. Mai 2020 at 09:38 —

    Ich brauche den Kampf eigentlich nicht, hoffe aber das Thema Pulev ist danach endlich und endgültig erledigt. Bis auf die lustige Story mit der nuttigen Reporterin, bleibt mir vom Boxer Pulev nichts in Erinnerung.

    • Das Hoffe ich auch.
      Pulev hat sich schon damals gegen Waldemar blamiert. Große Ansagen, aber im Ring wirkte das eher als ob er Michael J Fox imitieren wollte.

      Auch diesmal wieder nur heiße Luft. Hoffe er geht schwer KO. Sicher ist er kein schlechter Boxer, aber eben auch nur einer von der dritten Garde die die Krümmel der Top HWler aufsammeln dürfen.

      Physisch ist Pulev um welten stärker als das Snickers Werbemodell Ruiz, aber boxerisch ist Pulev keine Gefahr. Lucky punch chance hat jeder, sonst kann man nicht viel erwarten.

  2. 23. Mai 2020 at 22:15 —

    Pulev ist kein schlechter boxer.
    Aber er ist älter geworden und ist für mich kein top 5 boxer.

    Ich denke Luis ortiz, Joseph Parker, dillian w, povetkin, hunter, uysk, big baby Miller, Daniel Dubois sind viel bessere gegner für Anthony.

    Tyson fury zähle ich jetzt nicht mit, weil ich denke das er die nr. 1 ist…
    Und wilder muss mich erstmal überzeugen das er dieses mal besser kämpft gegen tyson

    • 24. Mai 2020 at 11:43 —

      “Pulev ist kein schlechter boxer.
      Aber er ist älter geworden und ist für mich kein top 5 boxer.”

      Absolut richtig..
      Wobei ich persönlich Miller und Hunter jetzt auch nicht höher einstufen würde als Pulev..
      Und mal ganz ehrlich, keiner von den “viel besseren Gegnern” würde Pulev mal eben so im vorbei gehen schlagen, die würden (evtl ausser Usyk) alle Ihre Probleme mit dem alten Bulgaren haben..
      Dubois kann ein wirklich Guter werden, noch ist er es aber nicht..!

    • 24. Mai 2020 at 11:46 —

      Mal abgesehen davon.. Parker, Whyte und Povetkin hatten doch schon Ihren shot vs AJ.. Bevor ich das nochmal sehen muss, ist Pulev als Gegner schon in Ordnung..

      • 24. Mai 2020 at 15:24 —

        Ganz genau! Zumal er sich zusätzlich noch sportlich für diese Chance qualifiziert hat. Das wird ganz gerne mal vergessen das er seit 2017 PH ist.

        • 24. Mai 2020 at 16:53 —

          Und das sollte auch der ausschlaggebende Punkt sein!

          Und mal ganz ehrlich, aber Pulev sehe ich seit Ruiz nicht ganz chancenlos gegen Joshua. Er sollte sich konsequent auf AJ’s neuen Stil vorbereiten und den einen Treffer suchen, dann könnte es sogar für den Titel reichen.

          • 25. Mai 2020 at 09:37

            Gegen AJ ist tatsächlich niemand mehr chancenlos..
            Es ist ja nicht nur so, dass er offensichtlich ein sehr wackeliges Kinn hat.. Er hat vs Ruiz mehr oder weniger aufgegeben.. Das ist auch eine Mentalitätsfrage und nun weiß wirklich jeder, dass AJ wenn es hart wird nicht bereit ist wirklich an seine Grenzen zu gehen.. Das konnte man Wilder nach der Demontage durch Fury nicht vorwerfen..

  3. 25. Mai 2020 at 11:00 —

    Ich möchte nicht soweit gehen und sagen das pulev kein guter boxer ist.

    Er hat eine solide Technik und weiß wie man boxt. Das ist Fakt.
    Immerhin hatte er auch eine lange und gute amateur Karriere als boxer.
    Desweiteren hat er schon paar gute boxer geschlagen mit rank.

    Ich denke pulev hat bei sehr vielen verkackt, weil er gegen Wladimir ko ging.

    Aber ich denke, dass pulev zu dem Zeitpunkt einen falschen Trainer hatte.

    Damit möchte ich sagen das sein Trainer ihn viel zu offen gegen Wladimir in den Ring geschickt hat… Was sehr dumm ist.

    Es war die falsche Taktik und du kannst nicht gegen Wladimir so offen Boxen..

    Seine kampfe davor, war er nicht so offen sondern hinter seinem Jap und hat klug geboxt.

    Jetzt hat er einen sehr guten Trainer uli…

    Ich meine er hat Erfahrung und ist ein guter Trainer allein das er selbst Marco huck was bei bringen könnte… Das heißt schon was.

    Nach dem sich huck von ihm getrennt hat, hat er nur kassiert…

    Er ist ein guter Trainer und ich hatte pulev damals gewünscht, dass er uli an seiner Seite hat… Ich finde er ist der beste Trainer in Deutschland…

    Das ist meine Sicht…

    Aber jetzt ist pulev viel zu alt…
    5 Jahre jünger und mit uli as sein trainer könnte er es schaffen und er wäre viel gefährlicher….

    Denn uli weiß, wie mann gegen Wladimir und Anthony Boxen muss, damiteine überhaupt eine Chance hat zu gewinnen…

    Pulev ist groß und hat eine super Reichweite..

    Er hat die Tools zu Gewinnen…

    Nur die Schlagkraft das hatte er nie

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