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Krasniqi und Meinke siegen bei EBU-Titelkämpfen in Dessau

In den beiden Hauptkämpfen der SES-Veranstaltung in Dessau ging es um EBU-Gürtel. Robin Krasniqi gelang im Supermittelgewicht eine erfolgreiche Titelverteidigung. Im Federgewicht der Frauen schaffte es Nina Meinke, sich den vakanten EBU-Gürtel zu holen. Im Schwergewicht gab es für Tom Schwarz einen vorzeitigen Sieg.

Den Eröffungskampf gewann der geborene Halberstädter Toni Thes nach Punkten. Er handelte sich von seinem Gegner Ata Dogan aus Hamburg zwei unabsichtliche Kopfstöße ein, die einen Cut auf der Nase verursachten. Angefeuert von einer großen Anzahl Halberstädter Freunde und Fans war nach 4 Runden am Sieg von Thes nicht zu zweifeln.

SES-Neuzugang Nanad Stanic machte mit seinem Gegner kurzen Prozess: Der Leichtgewichtler besiegte seinen Gegner Marek Ferenc schon in Runde 1 durch TKO. Ein ähnliches Ergebnis gab es im Halbschwergewicht zwischen Michael Eifert aus Bautzen und Patrick Döring aus Eisleben. Eifert schickte Döring in Runde 2 zu Boden, setzte dann nach bis der Ref den Kampf beendete.

Mit Stanislav Eschner hatte Halbschwergewichtler Tom Dzemski einen harten Brocken zu bearbeiten. Der Kampf ging über 6 Runden und war augenscheinlich knapp. Beide Boxer wollten unbedingt den Sieg. Vielleicht steckte auch ein gewisser Ehrgeiz der Trainer-Ecken dahinter. Der von Lukas Konecny betreute Eschner aus Prag hatte in den mittleren Runden durchaus gute Phasen. Letztendlich zeigte der Dzemski-Sohn aber zum Kampfende hin den größeren Willen und wahrscheinlich auch die etwas bessere Kondition. Das Ergebnis ging mit 58:57, 59:55 und 58:56 vollkommen in Ordnung.

Der Kampf zwischen Tom Schwarz und Christian Lewandowski endete in Runde 6. Zuvor sahen die Zuschauer in den ersten 4 Runden einen ausgeglichenen Kampf. Dabei fiel allerdings auf, dass Schwarz mehr gerade Hände zum Kopf kassierte als nötig. Ob das nur an Lewandowskis Reichweite lag, muss man bezweifeln. Schwarz muss zukünftig solche Hände besser kommen sehen, entweder mehr mit dem Oberkörper auspendeln oder seine Deckung geschlossener halten. Die vom Greifswälder angekündigte große Schlaghärte schien allerdings doch nicht hinter seinenSchlägen zu sein. Ab der 5. Runde hatte Schwarz dann wohl genug davon sich treffen zu lassen und erzielte beim Greifswalder nach und nach eigene gute Schäge, die ihre Wirkung nicht verfehlten. In Runde 6 war Lewandowski sichtlich angeklingelt. Schwarz setzte entschlossen nach. Aus der Greifswalder Ecke kam das Handtuch geflogen, bevor Schwarz das Finish vollenden konnte. Das war eine verantwortungsvolle und richtige Entscheidung von Lewandowskis Trainer. Für Schwarz war dieser Kampf nur eine Zwischenstation, bei der sein Titel nicht auf dem Spiel stand. Im neuen Jahr wird er sich stärkeren Gegnern stellen müssen, wenn er bei SES nicht das ewige gute Boxtalent spielen will, wie einst Dimitrenko bei Universum. Ein Gegner aus den BoxRec Top 50 wäre mal langsam angesagt, wenn Schwarz sich in die Herzen der Boxfans kämpfen will.

Leider wurde dem MDR-TV-Publikum der Frauenkampf zwischen Lucie Sedlackova und Nina Meinke weitgehend vorenthalten. Bis auf eine kurze Sequenz im Telegrammstil war davon nicht viel zu sehen. Man musste sich schon im Vorfeld fragen, warum Meinke schon wieder gegen eine schwere Gegnerin antreten will. „The Brave“ gab die Antwort im Ring. Sie beherrschte ihre Kontrahentin in den meisten Runden und brachte sie sogar in Runde 3 zu Boden. Am Ende hieß es 99:90, 98:91 und 99:90 für die Berlinerin. Da muss man auch nicht drüber feilschen, ob man der Boxerin aus Prag eine Runde mehr hätte geben können. Am souveränen Sieg von Nina Meinke gab es nichts zu bemängeln. Meinke gab damit ihren Einstand beim Magdeburger SES-Team, unter deren Flagge sie zukünftig boxen wird.

Im Hauptkampf des Abends in der Dessauer Anhalt Arena gab es dann die „Action“ zu sehen. Auf die die Zuschauer als Höhepunkt gewartet hatten. EBU-Europa-Champ Robin Krasnqi gelang gegen Herausforderer EBU-EU-Champ Ronny Landaeta ein überzeugender Punktsieg (116:110, 116:111, 120:107). Der in Spanien beheimatete gebürtige Venezuelaner gewann bestenfalls eine oder 2 Runden tatsächllich und musste zwei 10:8 Runden hinnehmen. In der ersten Runde war er am Boden und später gab es einen weiteren Punktabzug, wegen wiederholten Hinterkopfschlägen. Krasniqi zeigte eine gute Leistung, obwohl es ihm der „gelernte MMA-Fighter“ mit seinem unorthoxen Kampfstil besonders in der Nahdistanz nicht leicht machte. Letztendlich sollte das aber nicht reichen, um dem EBU-Europameister die Runden abzunehmen. Trotzdem zeigte sich auch in diesem Kampf, dass Krasniqi auch nach über 50 Kämpfen noch Schwächen hat, an denen er arbeiten muss. Man kann gespannt darauf sein, wer sein nächster Gegner sein wird. Aus Sicht Boxsport-Zuschauer wäre vielleicht ein Duell zwischen Robin Krasniqui und Vincent Feigenbutz keine schlechte Idee.

Die wichtigsten Kämpfe dieser Veranstaltung sind in der MDR-Mediathek zu sehen. Neben den Fights, die im TV zu sehen waren, gibt es dort auch den Meinke vs Sedlackova – und den Eifert vs Döring – Kampf zu sehen.

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4 Kommentare

  1. 18. November 2018 at 21:30 —

    Fand den kampf von schwarz sehr unterhaltsam. beide boxer haben einen guten engen und fairen kampf gezeigt. gerne mehr davon.

  2. 20. November 2018 at 10:05 —

    Den Kampf Krasniqi vs Landaeta fand ich extrem langweilig, habe deswegen auch nach der achten Runde ausgeschaltet!

    @ Brennov

    …einen guten und engen Kampf……

    Eng ist das Zauberwort, der Kampf hat gezeigt das bei Schwarz nicht mehr viel Luft nach oben ist!
    Zumal wenn man bedenkt das Lewandowski, nach eigener Aussage, nur 3 Wochen Vorbereitungszeit hatte!

    • 20. November 2018 at 21:22 —

      wieviel luft er in Zukunft noch nach oben hat lässt sich bei seinem alter schwer sagen. dass er nicht der neue ali wird sollte klar sein. aber zu einem em titel könnte ers schon bringen. es muss auch nicht immer ein wm titel sein wenn nicht mehr drin ist. gutes matchmaking und gute kämpfe sind manchmal mehr wert und müssen derzeit im deutschen boxen ohnehin genug sein. Kabayel ist sicher tallentierter aber auch bei ihm wird wahrscheinlich für ganz oben nicht reichen

    • 20. November 2018 at 21:25 —

      könnte mir vorstellen, dass Wallisch – hammer auch ein guter kampf wird.

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