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Kownacki gewinnt Slugfest gegen Arreola

Kownacki gewinnt Slugfest gegen Arreola

Nach 12 Runden hat sich Adam Kownacki vor knapp 9.000 Zuschauern im Barclays Center in Brooklyn, New York, gegen Chris Arreola nach Punkten durchsetzen können. Am Ende hatten die Punktrichter Lou Moret und Kevin Morgan “Babyface” Kownacki mit zweimal 117-111 vorne, Don Trella wertete 118-110. Damit konnte sich Kownacki den vakanten IBF-Interkontinentalgürtel im Schwergewicht sichern.

Beide Boxer begannen sehr aktiv und schlugen viel, wobei Kownacki meist im Vorwärtsgang war. Vor allem zu Beginn des Kampfes schien Arreola seinem acht Jahre jüngeren Gegner nicht genug entgegenzusetzen zu haben: schlechte Deckung, kraftlose Schläge, ständig im Rückwärtsgang und wenige gute eigene Aktionen.

Meist unterdrückte Kownacki, der wie eine Dampfwalze auf Arreola zurollte, dessen Initiative. Zugute kam dem polnischen Schwergewichtler sicher, dass Chris Arreola sich schon in einer der ersten Runden die linke Hand gebrochen hatte.

Trotzdem gingen beide Boxer ein hohes Tempo und schlugen viel, Kownacki landete 369 von 1.047 Schlägen und 324 von 691 seiner Power-Schläge. Arreola übertraf das noch und konnte bei insgesamt 1.125 Schlägen 298 Treffer verzeichnen, 283 seiner Powershots landeten im Ziel – mehr als 1.000 Schläge, laut CompuBox ein neuer Rekord in einem Schwergewichtskampf.

Auch wenn Arreola dem Druck von Kownacki nicht standhalten konnte, überraschte er seine Fans und auch die Kritiker mit dem „besten Arreola seit Jahren“.

“Ich denke, es war ein guter Kampf”, sagte Kownacki nach seinem Sieg: „Chris ist ein aztekischer Krieger. Mexiko ist eine großartige Nation, sie haben großartige Kämpfer. Es waren harte 12 Runden. Ich habe anhand der CompuBox-Zahlen bewiesen, dass ich bereit war, 12 Runden zu gehen.

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Zwei Fragen sind nach diesem Kampf noch offen, die eine lautet: hätte Adam Kownacki eine Chance gegen Deontay Wilder?

Der ehemalige Europameister Przemysław Saleta hat das im Interview mit SPORT.PL nach dem Kampf zwischen Kownacki und Arreola verneint: „Ich hatte gehofft, (bei Adam Kownacki) Fortschritte im Vergleich zu früheren Kämpfen zu sehen, aber ich sah sie nicht. Adam hat zu viele Treffer genommen, wich den Schlägen nicht aus. Das ist nicht gesund. Solche Kämpfe kann man höchstens ein paar Mal in seiner Karriere machen!

Allerdings – so Saleta weiter – sei Adam Kownacki “die letzte Chance für polnische Erfolge im Schwergewicht in den kommenden Jahren”.

Die andere Frage ist: wird Arreola nun – wie angekündigt – die Boxhandschuhe an den Nagel hängen?

Unmittelbar nach seiner Niederlage schien sich der Mexikaner doch noch unsicher zu sein: „Darüber muss ich mit meiner Familie sprechen. Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, dass es an der Zeit ist “, sagte Arreola im Interview: „Ich habe alles gegeben, um zu gewinnen. Selbst nachdem ich mir die Hand gebrochen hatte, kämpfte ich weiter. Ich brauche eine Pause, um die Dinge herauszufinden. Ich weiß nicht, ob ich das noch einmal durchmachen kann.“

 

Noch ist der Kampf hier zu sehen (KLICK)

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1 Kommentar

  1. 4. August 2019 at 18:55 —

    Zwei Runden anzusehen haben mir gereicht, so ein gekloppe mag ja für jeden unbedarften Zuschauer eine gute Show sein. Gegen Wilder und Co. geht man mit so einer Defensive aber kurzrundig KO, oder landet wenn man es länger durchziehen kann, wohl zusätzlich im Rollstuhl oder Sarg.

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