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Kommt das Ende der Nummerngirls?

Kommt das Ende der Nummerngirls?

Nummerngirl ist der aus der Umgangssprache stammende Name für diejenige Dame, welche zwischen den Runden von Kampfsportarten, wie z.B. Boxen, Kickboxen oder Mixed Martial Arts, den Ring betritt und dem Publikum ein Schild mit der Nummer der folgenden Runde hochhält.

Schreibt Wikipedia. Doch vielleicht muss dieser Eintrag bald geändert werden.

Denn nicht nur beim Kampf von Anthony Joshua gegen Andy Ruiz jr in Saudi-Arabien waren keine Nummerngirls zu sehen, ein Boxpromoter aus der Schweiz möchte in Zukunft überhaupt keine Nummerngirls mehr einsetzen: „Als größter Schweizer Boxveranstalter wollen wir soziale Verantwortung übernehmen. Dazu gehört auch, Gepflogenheiten des Boxsports trotz ihrer Tradition in Frage zu stellen!“ hat Swissproboxing-Chef Leander Strupler dem Schweizer Internetportal Blick.ch erklärt und so waren erstmals seit 1969 beim „Boxing Day“ in Bern am 26. Dezember keine Damen mehr im Ring zu sehen, die mit Tafeln die kommenden Runden ankündigten.

Folgt Strupler damit einem Trend? In der Formel 1 wurden im Jahr 2018 die Grid Girls – oft auch despektierlich als „Boxenluder“ bezeichnet – abgeschafft. „Obwohl eine jahrzehntelange F1-Tradition, entsprechen die Grid Girls nicht mehr unseren Wertvorstellungen!“ schrieb der Formal 1-Veranstalter seinerzeit in einer Pressemitteilung.

Ebenfalls im vergangenen Jahr kam das Ende der Walk-On-Girls bei Darts-Turnieren. Der Weltverband erklärte, man habe damit lediglich auf die Kritik von TV-Anstalten reagiert. Darts-Fans starteten daraufhin eine Petition. Nicht nur der ehemalige Weltmeister Raymond van Barneveld unterstützte die Aktion, auch Eddie Hearns Vater Barry gehörte zu den Befürwortern.

Bild: Raymond van Barneveld / Twitter

 

Charlotte Wood, selber ehemaliges Walk-On-Girl, erklärte in einem Radiointerview: „Jeder sucht sich einen Job aus. Und ich habe das Gefühl, dass mir jetzt gesagt wird, ich darf den Job nicht machen.”

Obwohl 48.871 Unterschriften zusammenkamen, waren die Walk-On-Girls fortan Geschichte. Enttäuschte Gesichter bei vielen Darts-Fans, Lob von „Women’s Sport Trust”. Die Organisation forderte sogar, dass auch andere Sportarten nachziehen: „Wir applaudieren der PDC (Professional Darts Corporation) dafür, dass sie mit der Zeit geht. Motorsport, Boxen und Radsport – jetzt seid ihr dran.”

Die Folge: nicht nur „die Krönchen-Frauen“ im Radsport, die den Siegern auf dem Podium Küsschen verpassten, gehören schon zum Teil der Vergangenheit an, auch die ersten Ballsportvereine haben ihre Cheerleader abgeschafft, zum Beispiel Basketball-Bundesligist Alba Berlin.

Bild: Alba Berlin / Twitter

 

Der für den Sport zuständige CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer plädierte daraufhin  für gemischte Tänzergruppen: „Wenn die Besetzung nur mit Frauen als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird, könnten wir das verändern”, erklärte Seehofer in einem Interview mit der „Bild am Sonntag”.

Fans des Vereins reagierten auf die Ankündigung des Vereins zwiegespalten: „Dann werde ich auch nicht zu den Spielen kommen!!!!“ war unter der Ankündigung von ALBA Berlin bei „Twitter“ zu lesen, Kritik wie „Linksgrün zu viel Druck ausgeübt? Was ein armseliger Mist und noch eine armseligere Entscheidung.“, aber auch Zustimmung: „Eine gute Nachricht! Jetzt fühlt es sich besser und richtig an, mit den Kindern, Junge und Mädchen, zu Alba zu gehen!“

Nun bleibt abzuwarten, ob die europäischen Footballvereine nachziehen. In den USA, dem Mutterland des Cheerleading wäre ein Footballspiel ohne Cheerleader unvorstellbar. Millionen junge Mädchen träumen davon, bei NFL-Spielen vor großem Publikum zu tanzen.

Fraglich ist, ob die Situation der Nummerngirls sich auch nur annähernd damit vergleichen lässt. Was meinen die Leser von Boxen.de: Sind Nummerngirls noch zeitgemäß? Ist ihr Auftritt im Rahmen des männerdominierten Boxsports sexistisch? Und hätte nicht eine neutrale Bildschirmanzeige den gleichen Informationsgehalt?

Zumindest in Mexico dürften die Nummerngirls noch eine Gnadenfrist haben. Da neben Bierbrauereien und Spielcasinos auch die mexikanische Ausgabe der Zeitschrift „Playboy” ganze Veranstaltungen finanziert, werden die Nummerngirls als Werbeträger dort wohl vorerst auch weiterhin ihre Aufritte haben.

 

 

Foto: Pepe Rodriguez

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12 Kommentare

  1. Feminismus = Wenn hässliche Frauen darüber entscheiden was hübsche Frauen tun dürfen.

    Es haben schon zahlreiche Modells ihren Job verloren durch diesen Schwachsinn, da bekommt das Wort “befreiend” eine ganz neue Bedeutung

    • 30. Dezember 2019 at 10:28 —

      Zustimmung, Feminismus heißt heutzutage doch schon fast Einschränkung anderer.

      Vor allem auch diese Gleichberechtigung von Frauen zu Männern in allen Lebenslagen. Da wird auch gefordert, dass 50% der Frauen in Führungsrollen vertreten sein muss. Komischerweise fordert keine Frau ne Frauenquote bei solchen Jobs wie auf dem Bau. Sind sich die feinen Damen auch zu schade, mal schweren Teer durch die Gegend zu schleppen.

  2. 30. Dezember 2019 at 22:46 —

    Fände ich sogar gut. nicht aus gender blabla gründen. aber wenn ich boxen schauen will dann will ich boxen und wenn ich hübsche Frauen sehen will dann kein boxen. youporn ist nur einen klick entfernt aber wenn ich boxen sehen will dann interessiert mich das nicht.

    • 31. Dezember 2019 at 16:34 —

      Wieso ist das gut? Haben dich jemals Nummerngirls beim Boxen gestört? Vllt. möchtest du ja auch Nummernboys sehen, die soll es ja hin und wieder beim Weiberboxen zu sehen geben. Interesse?

      • 1. Januar 2020 at 14:07 —

        welch kindischer Kommentar. ja ich finde sie störend weil ich sie beim boxen eher als Ablenkung empfinde. nur weil es sie schon lange gibt muss man es gut finden. nicht jede Tradition ist gut. selbst wenn es die Mehrheit gut findet kann es trotzdem andere Meinungen geben. und wenn sie die Mehrheit nicht mehr gut finden (egal aus welchen gründen), na dann sollte man sie abschaffen. du darfst deine Meinung haben und vertreten, dass du es gut findest aber dein Kommentar beweist dass du abweichende Meinungen nicht ertragen kannst.

        • 1. Januar 2020 at 16:19 —

          Was stört dich denn an ihnen? Du gehst doch auch steil, wenn da der halbnackte Boxgott Manuel Charr steht…Lass mich raten, wenn du ein Nummerngirl siehst, wird dem kleinen Brennov befohlen klein zu bleiben…ist ja laut deiner Aussage fast wie Porno. Soviel nackte Haut und so…

          • 1. Januar 2020 at 21:26

            mit dir ist jegliche Diskussion überflüssig, da du scheinbar nicht in der lage bist anderen Meinungen anders zu begegnen als kindisch die sexuelle Orientierung deines gegenübers in frage zu stelle. sehr erwachsen. wie gesagt wenn die Mehrheit die Nummerngirls nicht mehr will werden sie verschwinden. das werden dann auch die ewig gestrigen nicht verhindern.

          • 2. Januar 2020 at 08:43

            Junge, mit dir kann man nicht diskutieren, haste dich mal gefragt, wieso du hier immer den Beef von vielen bekommst…denk mal drüber nach. )

    • 31. Dezember 2019 at 16:59 —

      Naja zwischen Nummerngirls und Pornos ist es weit aber da muss ich dir zustimmen, Nummerngirls oder Cheerleader brauche ich auch nicht ist halt ne persönliche Meinung

      • 1. Januar 2020 at 14:12 —

        ja der vergleich war etwas drastisch wollte damit nur sagen dass ich es tatsächlich eher als störend empfinde. wenn ich boxen sehen will dann eben boxen und wenn ich hübsche Mädels sehen will dann auf anderen Kanälen oder Veranstaltungen und nicht gleichzeitig. Ist aber wie du sagst eine persönliche Meinung und ich kann auch die andere seite akzeptieren die pro Nummerngirls ist. ich wäre um ihre abschaffen aber nicht traurig ganz im Gegenteil. Nicht jede Tradition muss nur um ihrer selbst willen fortgesetzt werden egal wie dämlich sie ist. was sich nicht weiterentwickelt stirbt irgendwann aus!

        • 1. Januar 2020 at 16:21 —

          Nich? sportseon.com/wp-content/uploads/2018/10/Boxing-Ring-Girls-Salaries-2018-19-Match-Fees-Annual-Income.jpg

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