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Könnte Romanov Deontay Wilder stoppen?

Könnte Romanov Deontay Wilder stoppen?

Auch wenn Kritiker behaupten, Deontay Wilder habe sich mit seinem KO-Sieg über Luis Ortiz nur vor einer drohenden Punktniederlage gerettet, so hat der US-amerikanische Schwergewichtsboxer es immerhin geschafft, sich mit seinem Sieg eine Bilanz von 42-0-1 zu erkämpfen. Einzig Tyson Fury gelang es im Dezember 2018, Wilder ein Draw zu entringen. Im Verlauf des 12-Runden-Kampfes musste Fury zwei Mal zu Boden, am Ende werteten die Punktrichter 115:113 für Wilder, 114:112 für Fury und 113:113 unentschieden.

Zwar genehmigte der WBC einen direkten Rückkampf, aber zu einem erneuten Aufeinandertreffen im Ring wird es erst im kommenden Frühjahr kommen. Fraglich ist, ob es dann am 22. Februar in Las Vegas – wo der Kampf voraussichtlich stattfindet – einen klareren Sieger geben wird. Darüber hinaus könnte man sich auch die Frage stellen, ob es zurzeit überhaupt jemanden gibt, der Tyson Fury oder Deontay Wilder schlagen könnte.

Wilder-Fans erwähnen in diesem Zusammenhang gerne Furys Kampf gegen Otto Wallin. Der couragiert aufboxende Schwede machte Fury größere Probleme als gedacht. Der ‚Gypsy King’ konnte sich zwar nach Punkten durchsetzen, musste aber nach dem Kampf wegen eines heftigen Cuts ins Krankenhaus.

Deontay Wilder, über den Luis Ortiz nach seiner Niederlage behauptet hat, er sei „das beste Schwergewicht dieses Jahrtausends” und treffe so hart, dass es sich wie der Schlag einer Peitsche anfühle, hat mit dem Unentschieden gegen Tyson Fury nur einen Makel in seiner Bilanz als Profi.

Die letzten Niederlagen hat der ‚Bronze Bomber‘ in seiner Amateurzeit erlitten. Im August 2008 im Halbfinale der Olympischen Spiele in Peking gelang es dem italienischen Cruisergewichtler Clemente Russo, Wilder nach Punkten zu schlagen. Sechs Monate zuvor hatte der russische Boxer Evgeny Romanov Wilder ebenfalls besiegen können.

Bei einem Ländervergleich zwischen Russland und den USA in Nowosibirsk setzte sich Romanov sogar mit einem KO-Sieg über Wilder durch.

 

Während Wilder schon 2008 die Lager wechselte, wurde Romanov erst 2016 Profi. 14 Kämpfe hat der mittlerweile 34-jährige im Schwergewicht absolviert, die Bilanz: 14-0-0. Die überwiegend russische Gegnerschaft ist weitgehend unbekannt, lediglich Denis Bakhtov könnte man erwähnen: Romanov schlug ihn im April 2018 durch TKO 1.

Während Boxrec Romanov weltweit auf # 20 rankt, hat es der nur 1,83 m große Boxer aus Wolgograd bei der WBC auf #9 geschafft. Was denken die User von Boxen.de: wäre ein Kampf zwischen Romanov und Deontay Wilder interessant? Könnte Evgeny Romanov dem ‚Bronze Bomber‘ gefährlich werden? Oder wäre der Russe nur ein weiteres „KO-Opfer“?

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11 Kommentare

  1. 5. Dezember 2019 at 15:42 —

    Jeder der 2 Fäuste hat und 100kg wiegt kann Wilder stoppen. Wilder ist zwar körperlich der perfekte Schwergewichtler und keine aufgepumpte Anabolikapumpe aber auch er kann auf die Bretter gehen!! Vor seiner Niederlage gegen Ruiz war Joshua der beste Schwergewichtler aller Dekaden und jetzt ist es auf einmal One Punch Wilder??!!! Jeder findet seinen Gegner!!!

  2. 5. Dezember 2019 at 16:46 —

    Man kann olympische Boxen mit Profiboxen einfach nicht miteinander vergleichen. Das Tempo ist ein anderes und die Taktik sowieso. Es liegen auch etliche Jahre dazwischen und jeder Sportler entwickelt sich anders. Ortiz war auch ein klasse Amateur und dennoch konnte er seinen Stiefel zweimal nicht runter Boxen. Ortiz hätte sehr wahrscheinlich gewonnen als Amateur gegen Wilder, aber eben nicht als Profi. Es gibt viele gute Amateure die im Profibereich nicht ganz oben anklopfen könnten und genauso andersherum.

  3. 5. Dezember 2019 at 17:23 —

    @ Sachse

    Grundsätzlich hast Du Recht: Nicht jeder, der als Amateur Erfolg hatte, schafft das auch als Profi. Audley Harrison oder David Price sind da beredte Beispiele. Dennoch denke ich, dass es sich in diesem Fall ein bisschen anders verhält. Es geht ja nicht um Erfolg schlechthin, sondern um einen – sagen wir mal – “Rückkampf”. So ähnlich wie die beiden Fights zwischen Dillian Whyte und AJ. Der erste als Amateure 2009, dann als Profis 2015. Das war ja auch kein Schlachtfest, auch wenn AJ in Runde 7 durch KO gewonnen hat. Ich fände den Kampf zwischen Wilder und Romanov ganz interessant.

    • 5. Dezember 2019 at 17:28 —

      Sicherlich wäre es interessant, allein schon um zu sehen wie Wilders Selbstbewusstsein ist, wenn er gegen jemanden kämpft, der ihn schon auf dem Boden hatte. Allerdings hat Wilder mittlerweile wesentlich mehr Erfahrung in Kämpfen auf lange Distanzen. Er hätte mMn die Nase vorn.

  4. 5. Dezember 2019 at 17:44 —

    @ Sachse

    Klar, Romanov ist “spät dran”. Ich kann auch nicht verstehen, warum er erst so spät Profi wurde. Wenn er mal gegen 2 – 3 gute Leute aus der zweiten Reihe antritt, wüsste man mehr.

    • 5. Dezember 2019 at 18:15 —

      Oft ist es so das Boxer aus der ehemaligen Sowjetunion erst spät in den Profizirkus wechseln, weil sie als olympische Boxer ein rundum sorglos Paket haben. Sie sind, vergleichbar mit Deutschland, eine Art Beamter und sie sind zwar nicht Reich, aber im Gegensatz zum Durchschnitt, recht wohlhabend. Der Schritt fällt ihnen schwer, denn sie sind weitestgehend abgesichert, ähnlich wie auf Kuba. Nur merken sie das jüngere und schnellere Boxer nachkommen und dadurch Olympiateilnahmen ausbleiben und die damit verbundenen Extraprämien. Sie wechseln dann ins Profilager, um Geld zu verdienen. Die Alternative ist meist nur ein zwar sicherer Job beim Staat, jedoch mittelmäßig bezahlt.

  5. 5. Dezember 2019 at 19:41 —

    @ Sachse

    Vermutlich hast Du Recht. Da bin ich nicht so im Thema. Danke für den Input.

  6. 5. Dezember 2019 at 21:23 —

    Ich glaube nicht das Romanov eine Chance gegen Wilder hätte, dem einzigsten dem ich derzeit im Schwergewicht eine reelle Chance zutraue das er gegen Wilder gewinnt ist T.Fury und zwar nach Punkten und wenn man es genau nimmt hat er eigentlich schon den ersten Kampf gewonnen!

  7. 6. Dezember 2019 at 03:48 —

    Wilders Amateurkarriere kann man überhaupt nicht zurate ziehen, da er erst mit 20 Jahren mit dem Boxen anfing, aber schon 3 Jahre später Profi wurde. Er hatte in seinen Amateurzeiten (startete ja im Schwergewicht bei 91 kg und nicht im Superschwer wie Joshua) auch gegen Krzysztof Zimnoch verloren, der – ebenso wie Romanov – bei den Profis nicht die geringste Rolle spielt.

    Romanov war auch kein sooo doller Amateur und ist zum Beispiel von Aleksandr Alekseyev, falls sich an den noch jemand erinnert, ziemlich vorgeführt worden. Auch Egor Mekhontsev, ein weiterer russicher Top Amateur, der im Profibereich bis jetzt nicht besonders viel erreicht hat, hat ihn imo mehrfach besiegt.

    Wilder würde Romanov butal ausknocken. Wer etwas anderes behauptet, hat vom (Profi-)Boxen keinen Schimmer.

  8. 6. Dezember 2019 at 09:31 —

    Für Ortiz war es ein leichtes, Wilder auszuboxen dennoch konnte Wilder ihn, a la Corrie Sanders, mit einem Schuss aus der Hüfte einfach so niederstrecken. Anfangs brauchte Wilder dafür noch eine Windmühle, die mitunter einschätzbar und unpräzise war, aber mittlerweile ist Wilders Rechte unglaublich schnell und präzise. Wenn ein so guter Techniker wie Ortiz sich nicht dagegen schützen kann, und im Gegensatz zum ersten Kampf hat es Ortiz bis zur siebten Runde ebenfalls perfekt gemacht, dann sehe ich auch keinen anderen, der das besser könnte.

    Außer Fury vielleicht, denn keiner im Schwergewicht boxt aus der Defensive besser als Fury. Fury würde gegen Wilder auch immer einen Punktsieg holen, aber ich glaube nicht, dass er sich nochmals zwölf Runden lang aus der Affäre ziehen kann. Nicht nach Wilder vs. Ortiz II. Wilder hat vor Fury weniger Angst als vor Ortiz und Wilder braucht gegen Fury auch keinen so präzisen Treffer. Wilder wird wieder abwarten und irgendwann einmal mit der Linken vor Furys Gesicht herumfuchteln und ihn ablenken. Und wenn Fury sich nur einen kleinen Augenblick ablenken lässt, bringt Wilder die Sache mit der Rechten zu Ende.

    Bis zu seinem ersten Kampf gegen Ortiz, habe ich Wilder nicht wirklich als Boxer betrachtet. Er war für mich nicht mehr als ein us-amerikanischer Marco Huck, ein Kirmesboxer mit sehr guter Schlagkraft. Aber heute muss ich meinen Hut vor ihm ziehen, denn Wilder hat es geschafft, seine ach so sehr begrenzten Fähigkeiten so sehr zu perfektionieren, dass ihm wohl kaum einer das Wasser reichen wird.

    Es spielt keine Rolle, ob irgendwer schon einmal Wilder ausgeknockt hat, dann das war früher, als Wilder nur sehr viel Power, aber absolut keine Technik besaß. Romanow ist zu klein, zu unerfahren und er besitzt nichts im Boxrepertoire, was einer kugelsicheren Weste gleichkäme, aber genau so etwas ist von Nöten, um gegen Wilder zu bestehen oder ihn gar zu besiegen. Ein Lucky Punch ist freilich immer möglich, mehr aber auch nicht!

  9. 7. Dezember 2019 at 08:32 —

    Ganz ehrlich, ein 1,83 m kleiner Zwerg, der bereits Mitte 30 ist, noch nie einen großen Namen im Profirecord hat, soll gefährlich sein für einen Wilder. Das ist ja lächerlich, Deontay würde ihn innerhalb von 3 Runden brutal kaputtfausten.

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