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Kocht Corona Eddie Hearn weich?

Kocht Corona Eddie Hearn weich?

Bislang war von Eddie Hearn immer nur eines zu hören: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir einen Kampf (..) ohne Publikum inszenieren können. Für mich ist Boxen in vielerlei Hinsicht einzigartig, insbesondere in Bezug auf die Rolle, die die Fans spielen, wenn es darum geht, einen Kämpfer in einem sehr wichtigen Moment seiner Karriere zu pushen!“

Mittlerweile hat der 40-jährige Promoter wohl verschiedene Szenarien durchdacht, selbst die Verlegung von Kämpfen ins Ausland soll dabei eine Rolle gespielt haben. Und nun ist Hearn möglicherweise da angekommen, wo Bob Arum schon vor Wochen war: bei der Vorstellung Boxkämpfe ohne „Live-vor-Ort“-Publikum durchzuführen.

Arum hatte das vorübergehend ins Auge gefasst. Die Kampfabende am 14. März (Stevenson gegen Marriaga) und am 17. März (Conlan gegen Preciado) sollten „hinter verschlossenen Türen” über die Bühne gehen. Bei beiden Events im Madison Square Garden wären dann nur die Kämpfer, deren Teams und Produktions- bzw. Hilfspersonal anwesend gewesen. Doch der Top Rank-Chef entschied sich nach Beratungen mit der New York State Athletic Commission dann doch dafür, die Kampfabende zu verschieben. „Die Gesundheit und Sicherheit der Kämpfer, ihrer Teams und aller anderen Beteiligten erforderten diesen Schritt.” ließ Arum seinerzeit sinngemäß in einer Top Rank-Erklärung verlauten.

Hearn würde – Corona hin oder her – gerne wieder Boxevents auf die Beine stellen. „Vielleicht passiert das zuerst hinter verschlossenen Türen … oder es sind nur kleine Events.  Wir hoffen, dass wir noch im Juni wieder größere Shows machen können!“ äußerte Hearn in einem Interview mit dem Sportradiosender „Talksport“.

Fraglich ist, an welche Kämpfe Hearn dabei denkt. Dillian Whytes Kampf gegen Alexander Povetkin ist auf den 4. Juli verschoben worden, die Begegnung zwischen Anthony Joshua und Kubrat Pulev  scheint dagegen immer noch auf den 20. Juni terminiert zu sein – vielleicht Hearns erstes Event ohne Zuschauer?

Noch am Sonntag hatte Jenny Harries, die die britische Regierung bei medizinischen Fragen berät, gewarnt. Das Leben in Großbritannien würde vermutlich noch sechs Monate oder länger nicht „normal“ verlaufen, erklärte die Medizinerin. Bislang sind mehr als 1.200 Briten durch das Cononavirus ums Leben gekommen, rund 20.000 Bewohner der Insel sind infiziert.

In Japan (Klick) wollen die Verantwortlichen schon Anfang Mai wieder die ersten Profiboxkämpfe veranstalten. Falls Covid-19 den Boxbetrieb nicht doch noch länger lahmlegt.

 

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4 Kommentare

  1. 1. April 2020 at 11:53 —

    Wie wäre es, wenn man die Kämpfe gegen einen kleinen Aufpreis bei DAZN anbieten würde, um das fehlende Publikum zu kompensieren. Müsste man kalkulieren, wie viel Geld extra das wäre….

  2. 1. April 2020 at 12:14 —

    Hearn hat doch eh einen Vertrag mit DAZN … mal sehen, ob da was passiert.

  3. 1. April 2020 at 15:19 —

    Tja, die Boxer sind jetzt arbeitslos, bzw. verdienen kein Geld…wie so viele andere Menschen auch, aber ein Boxevent ohne Zuschauer ist wie ein Käsebrot ohne Käse!!
    Auch die Sportwelt wird wie in vielen anderen Branchen auch kleine Brötchen backen müssen!

    • 1. April 2020 at 15:38 —

      Es gibt noch die Let’s Dance Variante: Bilder an die Stühle kleben und den Sound von begeisterten Zuschauern einspielen!

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