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Klitschko schlägt Haye nach Punkten: Alle vier Titel innerhalb der Familie vereinigt

Wladimir Klitschko ©KMG.

Wladimir Klitschko © KMG.

Wladimir Klitschko (56-3, 49 K.o.’s) hat in einem von Taktik geprägten Titelvereinigungskampf seinem Erzrivalen David Haye (25-2, 23 K.o.’s) den WBA-Titel abgenommen und hält nun mit seinem Bruder Vitali alle vier Gürtel der bedeutenden Weltverbände. Der angekündigte Mega-Fight, dessen Entstehung fast drei Jahre dauerte, blieb aber etwas hinter den Erwartungen zurück.

Bereits die erste Runde glich einem Schachspiel: Klitschko versuchte seinen Jab zu etablieren, Haye probierte ein paar eingesprungene Angriffe, die aber ins Leere gingen. In der zweiten Runde feuerte Klitschko zum ersten Mal die Rechte ab, die auch einige Male ins Ziel kam. In der dritten Runde konnte Haye den ersten Volltreffer setzen, Klitschko antwortete aber mit einer starken Aktion.

Der Kampf schien langsam in Schwung zu kommen, in der vierten und fünften Runde passierte aber nicht viel. Keiner wollte dem anderen ins offene Messer laufen. Wenn Haye dann mal die Distanz überbrückte, lehnte sich Klitschko mit der Linken auf den Nacken des Engländers, der sich dann ohne Widerstand zu leisten zu Boden drücken ließ. Offenbar spekulierte Haye auf einen Punktabzug, und in der siebenten Runde ging zumindest diese Taktik auf. Klitschko bekam einen Punkt abgezogen, Haye, der nach Punkten bereits deutlich zurücklag, kam auf den Punktzetteln etwas näher.

Nach der achten Runde wurde Klitschkos Trainer Emanuel Steward etwas lauter. “Bring den linken Haken. Er ist müde”, so der amerikanische Coach. Klitschko startete etwas aggressiver in die neunte Runde, am Ende der Runde kam es zum Schlagabtausch, wo aber keiner richtig voll durchkam.

In der zehnten Runde traf Klitschko gegen Ende mit der schönen rechten Geraden, Haye revanchierte sich im Clinch mit Schlägen auf den Hinterkopf. In der elften Runde wertete Ringrichter Genaro Rodriguez einen Stoß Klitschkos als Niederschlag, Haye hatte die Quittung für seine “Schwalben-Taktik” erhalten. In der letzten Runde versuchte Haye, noch den alles entscheidenden “Hayemaker” zu landen. Eine Rechte kam auch gut durch, Klitschko steckte den Treffer aber gut weg.

Auf den Punktzetteln war Klitschko, der knapp doppelt so viele Schläge ins Ziel gebracht hatte, am Ende mit 117:109, 118:108 und 116:110 klar vorne. Viele der knapp 45.000 Zuseher in der Hamburger Imtech Arena hatten sich von dem als “Kampf des Jahrhunderts” angekündigten Vereinigungsduell wohl etwas mehr erwartet, mit dem Ergebnis waren die meisten aber zufrieden.

“Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, die heute hierher gekommen sind”, sagte der frischgebackene Dreifach-Weltmeister Wladimir Klitschko im RTL-Interview nach dem Kampf. “Ich habe versucht, ihn auszuknocken, es hat aber nicht geklappt. Ich werde nun meine Titel so lange wie möglich verteidigen. Er war sehr schnell und variabel. Ich musste auf schnellen Beinen sein. Leider hat es mit dem 50. Knockout nicht geklappt, der liegt also noch vor uns. Haye war ein starker Gegner. Er hat versucht, mit seiner Schnelligkeit den Kampf zu entscheiden. Ich habe mit meinem Bruder nun alle Gürtel gesammelt.”

David Haye erklärte seine größtenteils passive Leistung mit einer Verletzung. “Ich wusste, dass ich heute nicht die volle Leistung zeigen können würde”, sagte der 30-jährige Brite. “Ich habe mir vor drei Wochen im Training die Zehe gebrochen. Ich konnte mich nicht mit dem rechten Fuß abstützen. Er hat eine konstante Leistung gezeigt. Ich würde gerne noch einmal in einem solchen Stadion boxen, zuerst muss ich aber sehen, was mit meinem Fuß ist. Danach werde ich mit dem Training beginnen.”

© adrivo Sportpresse GmbH

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401 Kommentare

  1. Daniel
    19. Februar 2012 at 11:49 —

    Meine meinug..nach hat Haye…gewonnen viel härtere schläge..das sind einfach die “scheiß Deutschen”…die haben Vita..eh mehr Punkte gegeben…ich reg mich einfach auf weils langsam eine Zeit ist das..Vita verlieren muss.

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