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Klitschko müht sich gegen Chisora ab, bleibt aber WBC-Weltmeister

Vitali Klitschko, Dereck Chisora ©KMG / Dmitriy Abramov.

Vitali Klitschko, Dereck Chisora © KMG / Dmitriy Abramov.

WBC-Weltmeister Vitali Klitschko (44-2, 40 K.o.’s) hat seinen Titel in München mit einer einstimmigen Punktenscheidung verteidigt. Der Kampf in der Münchner Olympiahalle gegen den Briten Dereck Chisora (15-3, 9 K.o.’s) war jedoch um einiges härter, als viele im Vorfeld vermutet hatten.

Chisora stürmte gleich nach dem ersten Ringgong nach vorne und versuchte, Klitschko unter Druck zu setzen. Dabei wurde er aber einige Male von Klitschkos Uppercut abgefangen, Chisoras Schwinger gingen zumeist ins Leere. In der zweiten Runde ging Chisora recht gut zum Körper,  blieb danach aber stehen und kassierte dafür einige Treffer. In der vierten Runde gab es wenig Präzision auf beiden Seiten.

Auch in der fünften Runde marschierte Chisora mit beweglichem Oberkörper seinen Gegner nieder, schlug dabei aber zu wenig. Klitschkos Führhand, die sonst die meisten seiner Gegner erfolgreich auf Distanz hält, erwies sich gegen Chisora als wenig effektiv. Die sechste Runde war sehr ausgeglichen, ein Volltreffer Chisoras standen eine Mehrzahl von Klitschkos kleineren Treffern gegenüber.

In der siebten Runde ging Chisora weiterhin bedingungslos nach vorne, Klitschko musste zum ersten Mal seit Jahren so richtig fighten. Auch in der achten Runde war Chisora der aktivere Mann, der mit seinen Schwingern die Entscheidung zu erzwingen suchte. Klitschkos Schlägen fehlte zumeist die Kraft, Chisoras Vorwärtsdrang wurde durch die meist nur halbherzig geschlagenen Schläge nicht gebremst.

Die neunte Runde lief für Klitschko wiederum wieder etwas besser, Chisora lief einige Male voll in die Rechte des Weltmeisters hinein. Die Anfangsphase der zehnten Runde gehörte ebenfalls dem ukrainischen Champion, Chisora kämpfte sich am Ende aber wieder ran. In der elften Runde wurde Chisora einige Male von Klitschko abgekontert, die Runde war wieder klar beim Weltmeister.
In der Schlussrunde war aber wieder Chisora der klar aktivere Mann, Klitschko schien konditionell nicht mehr ganz auf der Höhe.

So hart hatte sich Klitschko den Kampf gegen den unerfahrenen Briten wohl nicht vorgestellt, so restlos wie in seinen sieben bisherigen Titelverteidigungen konnte der 40-jährige Klitschko heute nicht überzeugen. Auf den Punktezetteln setzte sich Klitschko jedoch mit 118-110, 118-110 und 119-111 überdeutlich durch, wobei das Urteil auf keinen Fall den teilweise sehr engen Kampfverlauf widerspiegelte. An der Rechtmäßikgeit von Klitschkos Sieg kann es aber keinen Zweifel geben.

“Sportlich gesehen hat Chisora eine gute Leistung gezeigt, menschlich habe ich aber keinen Respekt vor ihm”, sagte Klitschko im RTL-Interview. “Der Ehrgeiz bleibt, ich bin aber etwas enttäuscht, ich hätte mir für ihn eine bessere Abreibung als heute Nacht gewünscht. Das war ein schwieriger Kampf. Er war sehr motiviert, ist immer nach vorne marschiert. Ich musste vor seinen Schlägen aufpassen.”

“Ich schäme mich für solche Boxer wie Chisora”, sagte Wladimir Klitschko. “Das gehört nicht in den Sport. Weltmeister wie Joe Louis, Max Schmeling, Rocky Marciano und Muhammad Ali haben alle Respekt vor ihrem Gegner gezeigt. So was gehört nicht hier hin.”

“Mir ist egal, wenn sie buhen”, sagte Chisora, der sich zumindest nach dem Kampf als fairer Verlierer präsentierte. “Was mich geschlagen hat, war seine Erfahrung. Ich will ein Rematch. Mir ist egal, gegen welchen Klitschko.”

© adrivo Sportpresse GmbH

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405 Kommentare

  1. Alpsboxing
    19. Februar 2012 at 23:27 —

    Meine Anmerkungen:
    1) Toller Kampf
    2) Punkterichter waren gekauft
    3) Vitali wird alt
    4) Chisora war der beste Gegner von Vitali seit mind. 18 Monaten
    5) Chisora hat mehr gemacht als Haye gegen Wladimir.
    6) Bönte hat die stärke der Engländer erkannt und möchte deswegen gegen keinen mehr aus UK kämpfen lassen (wohl lieber gegen Dimitrenko).
    7) Wo war bei der PK bitte die Security? Die Klitschkos + Bönte haben das ganze auch noch lächelnd verfolgt. Das ist menschlich auch nicht ok.
    8) Der nächste Gegner wird wieder sehr sehr handverlesen sein.

  2. Dave
    19. Februar 2012 at 23:32 —

    Jetzt wo mich Chisora gegen Helenius und gegen Vitali überzeugen konnte,denke ich das selbst Haye es gegen Chisora richtig schwer gehabt hätte,naja trotzdem wäre Haye für mich der Favorit,denke es gebe ein Punktsieg für Haye.

  3. andi
    20. Februar 2012 at 05:56 —

    ich freu mich auf kampfmaschine huck .

  4. Gas
    20. Februar 2012 at 10:35 —

    Der BESTE war HAYE – er haut alle weg – das hat man doch gesehen 🙂

  5. marmorstein
    20. Februar 2012 at 19:33 —

    Chisora hat nur linken und rechten Schwinger geschlagen, kein Uppercut, keinen Jab,
    keine Konbinationen nur einzelnen Schläge. ein wenig zu langsam.
    Wenn Chisors einen guten Trainer hätte, könnte er was werden.
    Er muss explosiever werden, auf jeden Fall kein schlechter Boxer, nur sollte er bessere Manieren zulegen.

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