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„Khan vs Brook“ – nur auf der Insel interessant?

„Khan vs Brook“ – nur auf der Insel interessant?

Während der Kampf zwischen Amir ‚King‘ Khan und ‚Special K‘ Brook hierzulande nicht auf besonders großes Interesse stößt, hat die Begegnung in Großbritannien bereits Geschichte geschrieben: die rund 21.000 Sitzplätze in der Manchester Arena waren in nur 10 Minuten ausverkauft.

Und damit ist „Khan vs Brook“ eines der am schnellsten ausverkauften verkauften Events nicht nur der britischen Box-, sondern der gesamten britischen Sportgeschichte. Das haben wohl die Organisatoren des Kampfes falsch eingeschätzt. Soweit bekannt, gab es für jedes vorhandene Ticket sechs Interessenten und so wäre wohl das 90.000 Sitzplätze zählende Wembley-Stadion ein angemessener Veranstaltungsort gewesen.

Abzuwarten bleibt allerdings, ob „Amir Khan vs Kell Brook“ das halten kann, was sich die Fans von dieser Begegnung versprechen. „Es ist ein großer Kampf, weil schon sehr lange darüber gesprochen wird. Und weil wir uns nicht mögen, wird es ein Krieg!“ hat der mittlerweile 35 Jahre alte Khan in einem Interview gesagt. Doch die khan`sche Logik erschließt sich mir zumindest im ersten Punkt nicht. Fakt ist: Khan hat seit seinem Sieg über Billy Dib im Juli 2019 seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gekämpft, der ebenfalls 35 Lenze zählende Kell Brook wurde zuletzt im November 2020 von WBO-Champion Terence Crawford überrollt und verlor durch TKO 4.

Und so ist „Khan vs Brook“ weit davon entfernt, international gesehen ein Spitzenevent zu sein, auch wenn Amir Khan den Kampf mit markigen Worten anpreist: „Es ist ein Blutsport, und wir werden da reingehen, und es wird Krieg geben. Wir sind keine Freunde. (…) Jeder Schlag wird verletzend sein und jeder Schlag wird auch etwas bedeuten.“

Nämlich ein paar hundert Pfund ins Portemonnaie, geht mir dabei durch den Kopf. Doch für die Briten ist dieser Kampf ein Highlight. Wären die deutschen Boxfans ebenso enthusiastisch, wenn Arthur Abraham sich nun doch noch dazu bereit erklären würde, gegen Felix Sturm anzutreten? Vermutlich nicht.

Doch Kell Brook hat zusätzlich „Öl ins Feuer“ gegossen. Er würde seine Handschuhe an den Nagel hängen, falls er verlöre, sagte Brook in einem Interview, bekräftigte jedoch zugleich: „Aber ich denke nicht wirklich daran, zu verlieren.“ Und das aus gutem Grund: immerhin hofft ‚Special K‘ im Falle eines Sieges, an einem weiteren „innerbritischen“ Kassenschlager teilzuhaben, einem Kampf gegen Conor Benn.

Dem ‚Destroyer‘ käme das vermutlich durchaus entgegen, denn der 25-jährige – so will es zumindest sein Promoter Eddie Hearn – soll Weltmeister werden. Und aus diesem Grund möchte der Matchroom Boxing-Boss Conor Benn im kommenden Jahr gegen „große Namen“ boxen lassen. Ein Kampf gegen Brook wäre leicht zu realisieren. Und der wäre durchaus interessiert: „Wir haben zusammen gesparrt und sind auch sehr gut befreundet, aber das ist Sport und es geht darum, den Boxfans, die zahlen und zuschauen, zu zeigen, dass ich der Bessere bin. Ich glaube, dass es ein fantastisches Match zwischen Benn und mir sein würde.“

Nun bleibt erst einmal abzuwarten, ob Kell Brook sich gegen Amir Khan durchsetzen kann. Ex-Weltmeister Ricky Hatton hält ‚Special K‘ zumindest nicht für chancenlos: „Amir hat vielleicht ein bisschen zu viel Speed ​​für Kell, aber wenn Kell ihn trifft, könnte er ihn KO schlagen.“

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1 Kommentar

  1. 27. Dezember 2021 at 00:29 —

    „Wären die deutschen Boxfans ebenso enthusiastisch, wenn Arthur Abraham sich nun doch noch dazu bereit erklären würde, gegen Felix Sturm anzutreten? Vermutlich nicht.“
    –––
    Einige wenige vermutlich nicht, aber die Mehrzahl würde immer noch dafür zahlen, das Ding würde irgendwo im Free-TV übertragen werden und immer noch gute Quoten machen.

    Ich denke auch, dass Brook vs. Khan, obwohl sportlich völlig uninteressant, ein spannender Kampf werden wird, grade, weil es ziemlich unsicher ist, was die beiden noch drauf haben.

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