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Kell Brook vs Michael Zerafa – 8. Dezember Sheffield

Man muss es ganz klar und unverblümt sagen: Mit diesem Hauptkampf wird eine Nachwuchsveranstaltung von Eddie Hearns „Matchroom Boxing“ verziert und dem zahlenden Publikum über Sky in Europa und DAZN in den USA gegen klingende Münze angeboten. Offenbar macht sich auch bei Hearn bemerkbar, dass er durch die Masse seiner Veranstaltungen nicht immer und überall ein Top-Event mit hochklassigen Highlights präsentieren kann. Hearn hat zwar gegenüber anderen Promotern die größte Konzentration von hochkarätigen Boxern unter Vertrag, muss damit aber auch eine Menge Veranstaltungen abdecken.

Für dieses mal muss es also reichen, nur einen wirklich international bekannten Boxer in den Ring zu schicken: Kell Brook, Ex-IBF-Champ im Weltergewicht, ist das einzige Zugpferd in Sheffield. Als Gegner wurde ein relativ unbeschriebens Blatt aus Australien verpflichtet: Michael Zerafa, gegenwärtig WBO-Oceania Titelträger im Superweltergewicht.

Ob das allerdings wirklich so ein einfacher Gegner ist, wie Brook sich das vorstellt, wird man erst im Ring sehen. Kell Brook will seine Niederlagen gegen Golvokin und Spence jr am liebsten vergessen machen und redet fast pausenlos nur von einem Kampf gegen Amir Khan, der ihn angeblich meidet. Nach Meinung von Brook braucht Amir Khan nach einer Niederlage gegen ihn eine Gesichts-OP und sollte am besten aus Großbritannien auswandern, weil ihn dann keiner mehr da sehen wollte.

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Große Worte von Herrn Brook. Das Problem ist nur, dass Khan jetzt ebenfalls bei Hearn unter Vertrag ist und eher für 2019 als Gegner von Terence Crawford gehandelt wird, als das er für ein Stallduell gegen Brook herhalten soll. Deutet man das Handeln von Eddie Hearn richtig, wird er Brook wohl lieber für einen lukrativen Kampf in den USA brauchen, als für einen Kampf in Großbritannien, wo er alleine die Zeche, sprich: die Börsen, zahlen muss. Brook ist bei allen 4 Verbänden im Ranking weit oben und sollte sofort einen Titelshot bekommen können. Nach dem immerhin absehbaren Sieg am Samstag gegen Michael Zarefa, werden wohl eher Kämpfe gegen Weltmeister wie Charlo, Hurd oder Muninga als nächste in Frage kommen, als ein sinnfreies Prestige-Duell gegen Khan.

Der Fairness halber sollte man aber auch dem Australier nicht schon vor dem Kampf völlig abschreiben. Immerhin kommt er als Underdag mit einigem Selbstvertrauen nach Großbritannien. Er sagt:„Ich habe zwei Niederlagen in meinem Rekord, aber das war vor Jahren. Ich war damals ein Kind und sehr unerfahren. Jetzt bin ich ein kompletterer Kämpfer, mehr Leistung, mehr Geschwindigkeit und mehr Boxing-IQ. Ich respektiere Kell Brook, er ist ein großartiger Kämpfer und ist schon länger auf einem höheren Niveau als ich, aber genau deshalb schaut er an mir vorbei. Ich werde eine Menge Leute dazu bringen, ihre eigenen Worte zu fressen.“

Was auch immer der Mann aus Downunder glaubt, was die Leute essen werden: Er ist gegen Brook nicht der Favorit und es würde schon „wie eine Bombe einschlagen“, wenn er Brook aus dem Weg räumen könnte. Letztendlich ist diese Veranstaltung in Sheffield, bei der auf der Undercard durchweg bisher ungeschlagene Boxer gegen machbare Gegner antreten, nur ein „Vorsüppchen“ zu den beiden großen Events in den USA, auf die die Boxfans in der Nacht auf Sonntag warten: Der Titel-Vereinigungskampf Lomachenko vs Pedraza im MSG New York und die beiden Frauen-WM-Kämpfe mit Shields und Braekhus im Stub Hub Center Carson werden mehr zu bieten haben, als die mit Brook garnierte Nachwuchspräsentation in Sheffield.

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