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Kell Brook schlägt Amir Khan in Manchester

Das lang erwartete Briten-Duell zwischen Amir Khan und Kell Brook ist entschieden. Brook schlägt Khan durch TKO 6. Bei dieser Veranstaltung im schottischen Manchester krönte sich außerdem die Britin Natasha Jonas mit einem TKO 2 Sieg über Chris Namus aus Uruguay zur neuen WBO-Weltmeisterin im Super-Weltergewicht der Frauen.

Lange genug haben hauptsächlich die britischen Boxfans auf den Kampf zwischen Brook und Khan gewartet. Wer den Ring als Sieger verlässt und sich so den Respekt des Anderen verdient, war vor dem Kampf nicht abzusehen. Doch was man dann im Ring geboten bekam, war recht eindeutig: Brook dominierte den Kampf in fast jeder Runde.

Beide legten in Runde 1 einen guten Auftakt hin. Es gab kein langes Abtasten. Brook suchte von Beginn an den Schlagabtausch. Khan schien sich auf einen längeren Kampf einzustellen und erst einmal Kräfte sparen zu wollen. Er wollte durch schnelle Beinarbeit und gute Meidbewegungen überzeugen. Khan wurde erst im zweiten Durchgang etwas mutiger und holte sich mit guten Treffern wenigstens diese Runde. Das war es dann aber auch schon bald mit seiner „Herrlichkeit“. In den Runden 3 und 4 sah man Brook, der den Kampf zunehmend bestimmte und Khan war weiter auf schnellen Beinen im Rückwärtsgang.

Khan teilte zwar auch manchmal noch ein bisschen aus, aber wenn er selbst getroffen wurde, dann merkte man schon recht deutlich, wo seine Schwäche liegt. Er hat schlechte Nehmerfähigkeiten. Man umschreibt das gerne mit dem Begriff „Glaskinn“. Nach 5 Runden war der Kampf bereits tendenziell entschieden. Die Masse der Treffer von Brook hatte Khan zermürbt und er begann zu schwächeln.

Das wurde dann im 6. Durchgang überdeutlich. Khan musste versuchen zu klammern, wenn er überhaupt noch weiter kommen wollte. Der entschlossen vorgehende Brook ließ nichts mehr anbrennen und trieb Khan vor sich her. Khan wurde regelrecht verprügelt. Schließlich schritt der Ref ein und beendete den ungleich gewordenen Kampf, bevor Khan noch mehr ungesunde Treffer nehmen musste. Da war wohl nichts mehr weiter zu erwarten, als ein Fangschuss, der Khan endgültig zur Strecke oder besser gesagt: auf den Ringboden gebracht hätte. Resultat: TKO 6 Sieg für Brook, der sich entsprechend feiern ließ. Einen Grund für ein Rematch gibt es nicht. Dafür war die Performance von Brook zu stark und das, was Khan zeigte, einfach zu wenig. Ein paar gute Fluchtreflexe allein reichen nun mal nicht aus, um einen Kampf gewinnen zu wollen.

Wie und ob es überhaupt mit Khans Boxkarriere weiter geht, ist noch offen. Brook scheint mit diesem Sieg wieder etwas Höhenluft zu schnuppern. Als nächste Gegner kämen wohl Eubank jr und Benn für ihn in Frage. Brook meinte, die Beiden sollten gegeneinander kämpfen und er würde dann gegen den Sieger antreten wollen. Warten wir mal ab, was daraus wird.

Noch weniger „anbrennen ließ Natasha Jonas, die mit Chris Namus eine Gegnerin hatte, die wie gemacht für sie war. Die Dame aus Montevideo kam erst gar nicht dazu, auch nur irgendwie unter Beweis zustellen, weshalb sie für einen WM-Kampf würdig erachtet wurde. Letztendlich wurde sie für diesen Kampf von der WBO akzeptiert und und dann von Jonas recht flott „schrankfertig“ gemacht. So war das wohl auch gedacht. Das Ergebnis: TKO 2 Sieg für Jonas. Der Ref erkannte die Chancenlosigkeit von Namus und nahm sie recht frühzeitig, aber zurecht aus dem Kampf.

Hier ein paar Eindrücke vom Kampf zwischen Brook und Khan:

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9 Kommentare

  1. 20. Februar 2022 at 17:35 —

    Brooks hat mir sehr gut gefallen , allerdings habe ich aus zeitlichen Gründen nur die Highlights gesehen.
    79 zu 34 Treffer , ein super timeing mit der rechten Geraden und selber Khans Trefferquote auf 22,5 % reduziert, klingt stark und war es auch.

  2. 20. Februar 2022 at 21:12 —

    An Khan in seiner Prime erinnere ich mich gern: blitzschnelle Hände, saubere Fußarbeit, geniales Timing. Dann kam der erste Warnschuss von Breidis Prescott, von dem Khan aber noch ablenken konnte – mit tollen Siegen u. a. über Kotelnik, Maidana (sehr dramatischer Fight) und Malignaggi. Die Niederlage gegen Peterson fand ich damals etwas unglücklich, aber spätestens nach dem KO gegen DSG war klar, dass aus King Khan Glas-Khan geworden war.

    Nach den Sprüchen im Vorfeld hätte ich gedacht, dass von der früheren Version nochmal ein bisschen was zu sehen sein würde, aber leider lieferte Khan gestern eine absolut unterirdische Vorstellung ab. Deshalb würde ich Brooks Sieg auch nicht zu hoch bewerten: es war Not gegen Elend, wobei Elend noch ein bisschen mehr im Tank hatte. Einen von Brook ins Spiel gebrachten Kampf gegen Eubank halte ich für ein totales Mismatch, rein physisch. Vielleicht bei 154, aber darauf dürfte sich Eubank kaum einlassen. Nicht mal für Conor Benn würde es imo noch reichen – der schlägt nämlich, im Gegensatz zu Khan, auch mal zurück.

    • 22. Februar 2022 at 11:34 —

      Khan hatte ohne Zweifel durch seine schnellen Hände und seiner sehr guten Beinarbeit, außergewöhnliche Voraussetzungen. Als er bei Golden Boy unterschrieb, schließlich tougher gematched wurde, offenbarte er eklatante Schwächen. Natürlich kann man sein Kinn nicht trainieren, aber seinen Stil den Gegebenheiten anpassen. Ab da an stagnierte seine Entwicklung. Weder bei Roach, Goossen geschweige denn bei Hunter konnte ich irgendwelche Fortschritte in seiner Defensive, seiner Variabilität usw. feststellen. Stattdessen immer die gleiche Leier. Keine Variationen in der Geschwindigkeit, Kinn oben, zu lange im Pocket und irgendwann wird er hart erwischt… night, night. Ich hatte die Übertragung über ESPN+ gesehen. Da sagte Andre Ward was ganz interessantes: “Kaum funktioniert bei Khan Plan A nicht, ist er verloren, da er weder Plan B geschweige denn Plan C hat”. Das hat sich über seine gesamte Karriere bewahrheitet.

      AK, wie heißt es so schön: “Große Sprüche klopfen kann jeder”. Die Bookmaker lagen mal wieder richtig, indem sie Kell favorisierten. Für Kell freut es mich besonders, da er keine leichte Zeit hinter sich hatte. Meiner Meinung hätte er aus seiner Karriere viel mehr machen können. Anstatt einer Unification mit Jessie Vargas, entschied er sich fürs Geld bzw. für GGG. Danach war es durch die schwere Augenverletzung und das abkochen nicht mehr möglich, mit den Topleuten wie Spence oder Crawford mitzuhalten. Daher sollte er aufhören wenn es am schönsten ist. Gegen diesen Clown Eubank Jr. macht es überhaupt keinen Sinn. In welcher Gewichtsklasse soll der Kampf überhaupt stattfinden? Eubank Jr. wollte doch in diesem Jahr um einen WM Titel boxen? Was ist daraus geworden? Für Benn wäre es der “step up Fight” schlechthin, aber ich weiß nicht ob sich Kell das antun sollte? Glaube auch nicht, dass es in der jetzigen Verfassung reichen würde. Zudem schafft Kell das Limit (147lbs) nicht mehr ohne ordentlich Substanz zu lassen.

      • 22. Februar 2022 at 12:18 —

        @ Milan

        Hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

        Denke aber wenn es gegen Benn gehen sollte werden sie sich bei 154lbs treffen müssen. Und um ehrlich zu sein sehe ich Brook sogar noch deutlich vorne im JMW.

        Benn ist noch zu unklar in seinen Aktionen und Brook hatte schon immer ein perfektes Timing. Hauen kann der Bursche auch das kann schnell in die Hose gehen wenn Benn in eine rechte Grade knallt………….

        Junior und Brook bei 155lbs Catchweight und Eubank geht so was von baden………..

        • 22. Februar 2022 at 13:10 —

          Denke, wie Milan es angedeutet hat, bei Benn käme es auf das Limit an. Bei 154 ist es vielleicht 50/50, wobei ich aber persönlich auf Benn setzen würde. Bei 147 würde ich Brook wenig Chancen einräumen. Man darf nicht vergessen, dass er selbst keine Punchresistance mehr besitzt, nur Khan war viel zu harmlos, um das offen zu legen. Benn kann nicht wahnsinnig viel, aber Power hat er.

          Bei Eubank jr. würde das von Milan verwendete Wort Clown vollauf bestätigen. Macht jetzt einen auf RJJ, aber ich denke, wenn er wirklich gegen GGG oder sogar gegen Munguia antritt, liegt er schnell auf dem Ringboden der Tatsachen.

  3. Ja beide sind durch.

    Bambilegs Khan hat wieder seinem namen alle ehre gemacht. Der junge wurde einfach im falschen kinn geboren.

    Natürlich wird Brook noch mindestens einen Kampf mitnehmen, das sei ihm auch gegönnt. Er sah aber gegen einen schwachen Khan auch viel stärker aus als er in wahrheit ist.

    Durch diesen Zahltag ist wenigstens Brooks Selbstbräuner Konsum für die nächsten 6 Monate gedeckt.

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