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Keith Thurman: nichts ist besser als Live-Publikum

Keith Thurman: nichts ist besser ist als Live-Publikum

Das Jahr 2020 hatte sich Keith Thurman eigentlich ganz anders vorgestellt. Nach der Niederlage gegen Manny Pacquiao und dem Verlust seines WBA-Titels im Weltergewicht im Juli 2019, wollte ‚One Time‘ ein Comeback starten.

Doch die Coronavirus-Pandemie hat bekanntermaßen nicht nur Thurman einen Strich durch die Rechnung gemacht. Promoter wie Eddie Hearn, Bob Arum oder UFC-Boss Dana White haben mittlerweile erkannt, dass sie wohl ohne „Geisterkämpfe“ bis auf weiteres keine Events veranstalten können.

Für Keith Thurman ist das nur eine unzureichende Lösung. Im PBC-Podcast „Timeout“ sagte der 31-jährige: „Es gibt einen Grund, warum wir Arenen haben. Es gibt einen Grund, warum wir Zuschauer haben. Es gibt einen Grund, Menschen persönlich dort zu haben. Selbst als ich in Tampa gegen Luis Collazo gekämpft habe, war es riesig, nur mein Heimpublikum zu haben. Es ist sehr wichtig, auch für die Zuschauer. Es ist schön, zu einem Live-Event zu gehen.“

Thurman glaubt, dass Fights ohne Live-Publikum auch die Leistung der Boxer beeinflussen werden: „Es kann dann keine Meisterschaftskämpfe geben!“ erklärte der ehemalige Weltmeister: „So etwas kann keinen echten Meisterschaftskampf ersetzen. Nehmen wir an, dass ich gegen Boxer X einen 10-Runden-Kampf mache. OK, dann können wir ein gewisses Maß an Unterhaltung bieten. Aber ich glaube nicht, dass die Leute sehen werden, was sie wollen und was sie verdienen. Von den Akteuren, die auftreten und bezahlt werden, über die Zuschauer vor Ort bis zu den Zuschauern zu Hause, den Netzwerken … es gibt ein Kollektiv. Und man kann nicht einen Teil des Kollektivs wegnehmen und dieselbe Show zeigen. Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird!“

Hat das auch Vince McMahon erkannt? Der Vorsitzende und Mehrheitseigner der Wrestling Entertainment hat bereits vor einer Woche grünes Licht bekommen, darf seine Wrestlingshows „Raw”, „NXT” und „SmackDown” aufnehmen und ausstrahlen. Doch entgegen der ursprünglichen Pläne will McMahon nun nicht mehr jede Woche live senden und auch nicht mehr an drei, sondern nur noch an zwei Tagen in der Woche aufnehmen.

Ein Zugeständnis an die aktuelle Situation, also Kämpfe ohne Zuschauer? Schon vor einem Monat hat „SkySports“-Boxexperte Johny Nelson sich mit dem Szenario beschäftigt. Nelsons Fazit: Es wird vermutlich nicht ohne „Geisterkämpfe“ gehen: „Vielleicht haben sie (die Boxer) keine Wahl. So einfach ist das, denn die Show muss weitergehen. Sie müssen bezahlt werden, es ist ihr Lebensunterhalt, also haben sie realistischerweise keine Wahl. Das ist ihr Job.“

Ein Job, der ohne Live-Zuschauer wohl nicht unter „Vollgas“ läuft, glaubt auch Nelson: „Wenn Sie es gewohnt sind, vor einem Publikum von 5.000, 10.000, 20.000 Zuschauern zu boxen, und es ist niemand da, dann macht das einen großen Unterschied für Ihre Leistung.“

Was meinen die Leser von Boxen.de? Schmälert fehlendes Live-Publikum tatsächlich das Leistungsvermögen eines Kämpfers? Und machen „Geisterkämpfe“ Sinn oder sollten wir als Boxfans auf Events verzichten, bis die Coronavirus-Pandemie endgültig vorbei ist?

 

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