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Keith Thurman – Comeback in New York

Nach fast 2 Jahren Ringabstinenz will Keith Thurman (28(22)-0-0) am Samstag wieder in den Ring steigen. Es soll dabei gegen Josesito Lopez (36(19)-7(3)-0) um die Verteidigung seines WBA Super World-Gürtels gehen. Gekämpft wird wieder im Barclays Center New York, wo Thurman bereits seine letzten beiden Kämpfe (2016 gegen Shawn Porter / 2017 gegen Danny Garcia) gewonnen hat. Lopez belegt im aktuellen WBA Ranking #7, ist aber ansonsten nur durch seine Niederlagen gegen bekannte Top-Boxer wie Jessie Vargas (2011), Saul Alvarez (2012), Marcos Maidana (2013) und Andre Berto (2015) bekannt. In den darauf folgenden Jahren gewann er jeweils einen kleinen Kampf. Für die WBA war das Grund genug, um ihn in die Top 10 zu hieven. Bei BoxRec reicht es für #16 in den USA und international nur für #42.

Lopez ist also alles andere als ein Top-Gegner für einen Superchamp. Trotzdem kann man es Thurman nicht verdenken, dass er nach dieser langen Pause nicht gleich gegen einen besseren Kontrahenten antritt. Nach dem Kampf gegen Garcia gab es eine langwierige Armverletzung, die auskuriert werden musste. Dann sah es einige Zeit so aus, als wolle Thurman erst einmal sein junges Eheglück genießen. Er hat in der Zwischenzeit die Tochter eines nepalesischen Nachclubbesitzewrs geheiratet und seine Zeit mit ihr in Tokyo verbracht. Man konnte einige Zeit Zweifel haben, ob er überhaupt in den Ring zurück kehren wird. Ein für Mai 2018 angesetzter Kampf wurde wegen angeblich andauernder Verletzungsproblemen abgesagt. Der Weltverband WBC erkannte ihm darauf hin recht flott den Gürtel ab. Man ließ den WBC-Liebling Danny Garcia gegen Shawn Porter anteten und den Titel neu ausboxen. Pech für Garcia, dass er auch gegen Porter knapp verlor.

Man muss es einfach so sehen: Für Thurman ist der Kampf gegen Lopez einfach nur erst einmal eine Standortbestimmung, bei der er selber sieht, wo er nach fast 2 Jahren Pause steht. Bevor Thurman gegen Top-Gegner wie Errol Spence jr, Terence Crawford oder zu einem irgendwann fälligen Titelvereinigungskampf gegen Manny Pacquiao in den Ring steigt, muss geklärt sein, ob seine Armverletzung noch Probleme macht oder er wieder an seine besten Zeiten anknüpfen kann. Mit seinen 30 Jahren sollte er eigentlich im Zenit seiner Leistungsfähigkeit stehen und mindestens zweimal im Jahr kämpfen. Man wird sehen, wie er mit Lopez zurecht kommt.

Die lange Undercard im Barclays Center ist ein einziges Schaulaufen von bisher ungeschlagenen Nachwuchsboxern gegen machbare „Kundschaft“. Zwei Begegnungen dürften von besonderem Interesse sein:

Im Federgewicht triff der gebürtige Mongole Tugstsogt Nyambayar (10(9)-0-0) auf Claudio Marrero (23(7)-2(1)-0) aus der Dom-Rep. Dabei geht es um den vakanten IBO-Titel im Federgewicht. Der Mongole war 2009 Vize-Amateurweltmeister und gewann 2012 Silber bei den Olympischen Spiel in London. Mit einem weiteren Sieg dürfte er sich in die Top 10 des Federgewichts einreihen.

In einem Schwergewichtskampf werden der Pole Adam Kownacki (18(14)-0-0) und Gerald Washington (19(12-2(2)-1) gegeneinander kämpfen. Dieser Kampf dürfte wohl oder übel der eigentliche Hauptkampf der Veranstaltung sein. Dabei geht es zwar um keinen Titel, aber für beide Boxer ist dieser Kampf richtungsweisend. Washington hatte nach seinen beiden vorzeitigen Niederlagen gegen Wilder und Miller im vergangenen Juni einen Punktsieg errungen. Kownacki überraschte zuletzt im September vorigen Jahres das Publikum im Barclays Center, als er hoch die fliegenden Comeback-Pläne von Ex-Weltmeister Charles Martin durch einen knappen Punktsieg (3x 96:94) zunichte machte. Der etwas tapsig und untrainiert wirkende Kownacki ist nicht zu unterschätzen. Wenn er weiter vorwärts und zu einem Titelkampf kommen will, muss er jetzt den „Schwarzen Hahn“ Washington ausschalten. Für den gilt allerdings das gleiche: Will Washington im Schwergewicht noch einmal „etwas reissen“, muss er die Erfolgsserie des Polen beenden. Ansonsten verschwindet Washington irgendwo auf den Hinterbänken dieser Gewichtsklasse und kann Boxern wie Amir Mansour und Travis Kauffman Gesellschaft leisten. Das in der Hoffnung, irgend wann noch einmal als Prüfstein oder besser gesagt: Prügelknabe, gebucht zu wrden.

Vor uns liegt einmal mehr eine lange Boxnacht. Nach der Sport1 Veranstaltung in Karlsruhe gibt es neben der Veranstaltung in New York noch eine weitere in Houston / Texas zu sehen. Hier werden bei einem Event von Oscar de la Hoya einige Titelkämpfe ausgetragen. Beide Veranstaltungen aus den USA sind auf DAZN.com zu sehen.

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