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Keine Überraschung: Lewandowski verliert gegen Huck

Keine Überraschung: Lewandowski verliert gegen Huck

Erwartungsgemäß hat Ex-Cruisergewichtweltmeister Marco Huck am gestrigen Abend das Eisstadion in Braunlage als Sieger verlassen. Die Punktrichter werteten alle zehn Runden für Huck, am Ende des Kampfes lautete das Urteil drei Mal 100-90. Während der Greifswalder Dennis Lewandowski damit seine vierte Niederlage in Folge kassierte, hat ‚Käpt`n‘ Huck seine Bilanz auf 42-5-1 verbessern können.

Ob man diesem Sieg eine wie auch immer geartete Aussagekraft zuordnen möchte, mag der geneigte Leser für sich selber entscheiden. Hucks Medienpartner „Bild“ geht anscheinend davon aus, dass Marco Hucks Karriere noch lange nicht zu Ende ist: „Jetzt allerdings winken dem Ex-Weltmeister wieder größere Kämpfe – als nächstes wohl eine EM-Chance.“ schreibt das Blatt.

Trotz des einseitigen Kampfverlaufs – Lewandowski meist hinter seiner Doppeldeckung –  zeigten sich hunderte Boxfans vom Auftritt von Marco Huck begeistert.

Quelle: Marco Huck / facebook

Nachdem meine kritische Einstellung zur Gegnerwahl im Vorfeld dieses Kampfes nicht immer für gut befunden worden war („Für einen Kampf nach langer Pause plus Corona und in der neuen Gewichtsklasse ist der Gegner schon ok“ so ein Leserkommentar), muss ich mich trotzdem fragen, inwiefern Huck durch diese Begegnung für „höhere Weihen“ qualifiziert sein sollte. Eine Standortbestimmung war der Kampf gegen Lewandowski nur insofern, als dass es Huck nicht gelang, seinen Gegner durch KO zu besiegen.

Fraglich ist ohnehin, inwiefern der mittlerweile 35-jährige seine sportlichen Ambitionen noch wirklich ernst nimmt. Auch wenn Huck gerne darüber schwadroniert, dass er sich mit der Weltspitze in der Königklasse messen möchte.

Fakt ist, Marco Huck setzt nach wie vor Akzente in der nicht gerade erfolgsverwöhnten deutschen Boxlandschaft. Auch Boxfans, die nicht zu den Huck-Anhängern gehören, bescheinigen dem Wahlberliner einen hohen Unterhaltungsfaktor, Entertainment-Qualitäten und merken möglicherweise zu Recht an, dass Huck zusammen mit Kabayel vielleicht der noch einzige ernstzunehmende Schwergewichtler in Deutschland sei.

Um das zu untermauen, muss aber ein Kampf gegen einen wirklichen Gegner her. Ein guter Fight für eine Standortbestimmung in Deutschland wären zum Beispiel der gegen Erkan Teper oder Erik Pfeiffer. Sollte Huck als Sieger hervorgehen, dürften sich doch wohl auch international bessere Gegner finden lassen als der seinerzeit auf # 423 gerankte US-Amerikaner Nick Guivas.

Aber möchte Huck das ernsthaft? Im Augenblick kann ich mir das nicht wirklich vorstellen. Aber gerne würde ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen.

Wer den Kampf verpasst hat, kann ihn HIER sehen

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20 Kommentare

  1. 30. August 2020 at 14:29 —

    Sicherlich ist der Kampf nach der langen Zeit gegen so einen Gegner in Ordnung, auch wenn er ihn in den Ranglisten keinen Millimeter vorangebracht haben, außer wieder mal aktiv gewesen zu sein. Bei Boxrec ist er auch gleich aus den Top 50 gefallen.

    Ja, Huck redet gerne viel, möchte sich mit der Weltspitze messen, er wird aber wohl selber wissen, dass er mit jetzt 35 schon längst in seiner Past Prime angekommen ist und die letzten 3 Jahre seit er im HW boxt, kam ja auch nicht mehr wirklich viel.

    Ein paar Kämpfe gegen andere deutsche Boxer kann ich mir noch vorstellen (Hammer, Schwarz oder Kabayel) aber damit soll es das auch gewesen sein. Gegen die Top 20 der Welt im Schwergewicht, wird er keinen Stich sehen, abgesehen davon, dass die Jungs ihm physisch alle überlegen sind.

    Und das bringt ihm dann auch die nächsten Probleme, er ist boxerisch arg limitiert und mit mehr Masse wird er auch schwerfälliger, was ihm sicherlich keine bessere KO Quote bringen wird, die man sicherlich im HW mal brauch, wenn es darauf ankommen muss. Und nur den Willen und Nehmerqualitäten reichen hier dann nicht aus.

  2. 30. August 2020 at 14:29 —

    Huck soll der offizielle herausforderer vom sieger joyce – dubois werden. ob er da antritt. ich glaub ja immer noch er sollte einen kampf gegen charr anstreben.
    der kampf gegen lewandowski war nur ein lockerer aufgallop um den ringrost loszuwerden. klar müssen jetzt bessere gegner kommen.

  3. 30. August 2020 at 16:57 —

    @ Brennow:

    Soll er? Sagt wer?
    Was Charr angeht: Warum sollte der Panza gegen Huck boxen?

    • 31. August 2020 at 13:06 —

      warum?
      nun ganz einfach charr braucht einen gegner um geld zu verdienen aber keinen der ihn total verprügelt, huck hat immer noch einen großen namen und lässt sich vorallem in deutschland mega verkaufen. weil schwergewichtswm kampf von huck bringt massig kohle. aber charr ist da im gegensatz zu echten gegnern alles andere als chancellos. gewinnt er kann er immer noch den nächsten großen zahltag dann vielleicht sogar gegen joshua oder so holen.

      daher!

      • 31. August 2020 at 15:37 —

        Der Unterschied beider Boxer ist aber zumindest neben ihrem “eingeschränkten” Talent, dass Huck zumindest Willen und gewisse nehmerische Fähigkeiten hat, beides hat Charr nicht, so dass selbst die Favoritenrolle hier eindeutig bei Huck liegen würde.

        • 31. August 2020 at 15:44 —

          Sehe ich etwas anders, da Charr immerhin ein echtes HW ist. Ich gebe Brennov Recht, der Kampf wäre definitiv attraktiv, würde, nach Aufhebung der Coronaauflagen, ein großes Publikum ziehen und ist vom Papier her ziemlich ausgeglichen.

          Schon in der Vergangenheit, zum Beispiel bei Sturm vs. Stieglitz, hat es Ansetzungen von Boxern gegeben, die eigentlich bereits durch waren, die Events selbst waren aber trotzdem stark und auf ordentlichem Niveau.

          • 31. August 2020 at 15:54

            Ich seh bei Charr immer noch den Kampf gegen Briedis und den Stage Dive durch die Seile am Ende, da ist man dann ggf. auch ein wenig voreingenommen, ich geb es ja zu. ^^

          • 3. September 2020 at 08:25

            Naja Knopster..
            Briedis ist boxerisch ne ganze Ecke besser als Hukic und hat dazu wesentlich mehr Dampf in den Fäusten..
            Daraus zu folgern, Huck könnte ähnliches vs Charr gelingen finde ich persönlich schon sehr zweifelhaft..
            Huck mag das bessere Kinn haben, dafür ist Charr ein echtes HW.. Ich würde kein Geld auf den Käptn setzen.. 🙂

          • 3. September 2020 at 11:12

            kurzum der kampf muss kommen!

        • 31. August 2020 at 15:44 —

          naja willen hat charr schon. zumindest soviel mit 2 künstlichen hüften so schnell wieder im ring zu stehen und einen passablen kampf zu machen.

  4. 30. August 2020 at 18:20 —

    😂 Oh man Guck.
    Leute jetzt m ganz ehrlich!!!!!
    Wenn Huck nicht mal schafft, so ein Gegner ko zu schlagen, was will er überhaupt im Schwergewicht erreichen.

    Wenn er ein bisschen intelligent ist und ehrlich zu sich selbst, dann würde er selber darauf kommen, dass seine Zeit vorbei ist.

    Wenn er wirklich glaubt, dass er ein Joe Joyce besiegen kann oder ein dubois 😂😂
    Dann haben die vielen Treffer Hucks Gehirn 🧠 zum Teil zerstört und seine Synapsen funktionieren nicht mehr..

    Er wurde innerhalb von 4 bis 5 Runden ko gehen.

    Selbst uysk der keine Schlagkraft hat, hätte huck fast ko geschlagen 😂😂😂.

    Huck war ml gut. Cruiser Gewicht seine Zeit ist längst vorbei…

    Er wurde vielleicht gegen Christian Hammer Gewinnen, oder gegen Manuel charr.

    Aber Leute wie dubois, Joe Joyce, Derek chisora, dillian w, povetkin kann er niemals besiegen.

    Selbst Gegner wie David price, Robert helenius wurde er nicht scxhlagen können.
    Davon bin ich überzeugt.

    • 30. August 2020 at 18:56 —

      Gegen Pove hatte er ja schon einen guten Kampf geliefert wenn nicht sogar den besten seiner Karriere aber in einen Rückkampf würde er wohl KO gehen

  5. 30. August 2020 at 20:10 —

    @ Ferenc H.

    Das war ein Kampf gegen einen Pove in bedauernswerter Verfassung.

  6. 30. August 2020 at 21:31 —

    Er müsste doch dank Sauerland ausgesorgt haben ,sollte froh darüber sein und sein Leben genießen,und das Boxen vergessen!
    Jeder aus der 2 Reihe zerreißt in in der Luft !

    • 30. August 2020 at 22:10 —

      Um die Finanzen wird sich doch der top-seriös wirkende Bruder gekümmert haben , oder??😂😂😂

      • 31. August 2020 at 10:54 —

        Er hat/leitet ja verschiedene Firmen. Huck Service GmbH, darüber die Huck Holding usw. kann man sich im Bundesanzeiger ansehen. Die letzten Daten (naturgemäß alter = 2018) weisen aber einen Verlust aus.

        Man weiß natürlich nicht, was man noch unter der Matratze hat (Autos, Immobilien, etc.)

  7. 30. August 2020 at 22:56 —

    Nichts Neues im deutschen Boxen dieses Wochenende: Entweder krasse Fehlurteile, die die Freude über eigentlich starke Kämpfe komplett nivellieren (Baraou vs. Culcay, Gualtieri vs. Piccirillo) oder lahme Pflichtsiege gegen gekaufte Loser (Huck, „Tommy Punch“). Wobei man Huck wegen der langen Pause tatsächlich ein wenig in Schutz nehmen muss, seine Selbsteinschätzung ist allerdings jenseits von Gut und Böse. Einen guten Zahltag kann man natürlich sowohl Hukic als auch Culcay wünschen – wobei, noch mehr hätte ich mich natürlich für Baraou über eine Eliminator-Chance gefreut.

    Ausgerechnet Dumpfbacke Feigenbutz sorgte mit überraschenden Ansätzen von Boxskills (variabel zu Kopf und Körper, ordentliche Beinarbeit, defensiv wenig anbrennen lassen) für eine kleine Überraschung – vielleicht wird das ja doch noch was auf europäischer Ebene, WBA Regular, o. ä. Ein gelungener Einstand im Mittelgewicht!

  8. 31. August 2020 at 19:21 —

    Hmm…ich fand den Kampf von Huck eine Zumutung für jeden Zuschauer, ja ich habe mir das angetan! Gut, Lewandowski wollte nur “überleben” und über die Runden kommen, aber von Huck kam auch nicht wirklich viel…zumindest nicht wenn man die Weltspitze angreifen will so wie er es bei jeder Gelegenheit jedem mitteilt! Nicht nur das Huck keinen Plan B,C oder D gehabt hat um Lewandowski durch Ko zu besiegen…es wirkte eher so wenn er gar keinen Plan hätte!

    Wirklich kurios fand ich allerdings das sich Tahir Kahrovice ( Tommy Punch) den Deutschen Meistertitel gegen einen Ungarn sichern konnte, bei einer Internationalen Deutschen Meisterschaft wäre alles gut gewesen, aber so ist das ein Unding!

  9. 1. September 2020 at 09:56 —

    Hukić mag einen (wenn auch wirklich geringen) Unterhaltungswert haben, was daran liegt, dass man einfach sehen möchte, wie er zu Boden geht, aber es kann doch nicht wirklich jemand hier glauben, dass dieser “Unterhaltungswert” ihn befähigt/berechtigt einen der TOP 10 Boxer im HW zu boxen. Selbst gegen die 2. Reihe des HW würde er gnadenlos unter gehen.

  10. 1. September 2020 at 14:13 —

    @ Against All Odds

    So gesehen hat er nur eine Chance: sich den regulären WBA-Titel von Charr zu holen. Und dann schnell in Rente gehen.

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