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Katie Taylor oder Delfine Persoon – Wer war die wirkliche Siegerin im Madison Square Garden?

Nachdem der Kampf zwischen Joshua und Ruiz mit seinem überraschenden Ergebnis bereits hinlänglich aus allen Richtungen beleuchtet wurde, wird es vielleicht ebenso interessant sein, das Ergebnis des zweiten Hauptkampfes dieser Veranstaltung zu hinterfragen. Im Frauenkampf zwischen Katie Taylor und Delfine Persoon ging es um die Gürtel der 4 großen Verbände und den des „The Ring“ Magazines.

Das Urteil nach 10 Runden 1A Frauenboxen wie man es sonst nur von mexikanischen Fliegengewicht-Boxerinnen her kennt: 95:95 und 2x 96:94 für Taylor. Boxportfreunde aus aller Welt hegen ihre Zweifel, ob dieses Urteil den von beiden Boxrinnen gezeigten Leistungen tatsächlich gerecht wird.

Die Irin Katie Taylor (14(6)-0-0) brachte die Gürtel der Verbände IBF, WBA und WBO mit in den Ring. Sie hatte es auf den ihr noch fehlenden WBC-Gürtel von Delfine Persoon (43(18)-2(1) -0) abgesehen. Das die bei Veranstalter Eddie Hearn unter Vertrag stehende Taylor auch in New York den Heimvorteil hatte, muss man nicht betonen. Immerhin war die Hälfte des Publikums im MSG aus England und Irland angereist um „ihre“ Boxer zu unterstützen. Wie viele Belgier unter den Zuschauern waren, ist nicht bekannt.

Diesen Kampf sollte sich am besten jeder selbst ansehen und sich dann sein eigenes Urteil bilden. Was man sagen kann ist folgendes: Katie Taylor hatte den besseren Start in diesem Kampf erwicht. Allerdings ließen ihre Kräfte mit zunehmender Kampfdauer zusehends nach. Persoon, gelang es, Taylor immer mehr in den Rückwärtsgang zu drücken und gewann so mit ihrem Kampfwillen und guter Kondition die Oberhand.

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Das die Punktrichter das etwas anders sahen, war schon zu erahnen. Delfine Persoon hätte wohl nur durch eine vorzeitige Entscheidung siegen können, so wie Ruiz das gegen Joshua geschafft hat. Man kann auch hier daran zweifeln, ob Ruiz jemals nach Punkten hätte gewinnen können. Natürlichist das Ergebnis sehr knapp gewortden. Aber mal ehrlich: Hat Katie Taylor wirklich gewonnen? Reichte es aus, nach der ersten Kampfhälfte vorne zu liegen? Für Pete Taylor, den Vater von Katie, it die Sache eindeutig. Er meint, seine Tochter habe insgesamt mehr Runden gewonnen und das Urteil sein keine „Robbery“ wie es andere sehen, die wohl nur die letzten Runden in Erinnerung hätten. So hat jeder seine Meinung. In den letzten Runden wurde jedenfalls überdeutlich, wer diesen Kampf zumindest „moralisch“ gewonnen hat. Ein Unentschieden und die sofortige Ankündigung einer Neuauflage wäre wohl am salomonischsten gewesen.

Für Delfine Persoon wird wohl nur der Weg bleiben, bei den Verbänden Beschwerde über das Urteil einzulegen und einen Rückkampf zu fordern. Sie ahnt allerdings jetzt schon, dass dieser Weg schwierig wird, weil Taylor ihr aus dem Weg geht und einen Kampf gegen Amanda Serrano vorschieben würde oder sogar die Gewichtsklasse wechseln wird.

Wie Eddie Hearn bekannt gab, hat man die Rückkampfklausel für ein Rematch zwischen Joshua und Ruiz gezogen. Den zweiten Kampf soll es im November oder Dezember geben. Es wäre bestimmt nicht die schlechtste Idee, bei dieser Gelegenheit auch Taylor und Persoon noch einmal gegeneinander antreten zu lassen.

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3 Kommentare

  1. 5. Juni 2019 at 18:06 —

    Hatte Persoon mit zwei Runden vorne. Sogar die Kommentatoren bei DAZN sahen Persoon vorne. Für mich ein krasser Fehlentscheid.

  2. 6. Juni 2019 at 12:37 —

    “Ein Unentschieden und die sofortige Ankündigung einer Neuauflage wäre wohl am salomonischsten gewesen.”

    Wäre es definitiv nicht..!!
    Persoon hat klar gewonnen, ohne jeden Zweifel..

  3. 6. Juni 2019 at 19:23 —

    Die Auseinandersetzung war meiner Ansicht nach der beste Frauenboxkampf seit langen, leider endete er mit einen krassen Fehlurteil!

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