Top News

Katie Taylor holt sich in Philadelphia den 3. WM-Titel

Beitragsbild: Team Taylor

Bereits am Freitag fand in Philadelphia eine große Veranstaltung statt, die auch in Europa über DAZN.com  live mitverfolgt werden konnte. In den beiden Hauptkämpfen gab es Favoritensiege. Auf der weiteren Undercard waren auch Heimboxer aus Philadelphia vertreten, die ihrem Publikum eine gute Show boten.

Im Leichtgewicht war ein Titelvereinigungeskampf zwischen der Irin Katie Taylor (IBF, WBA) und der Brasilianerin Rose Volante (WBO) angesetzt. Für die zahlreichen Freunde des Frauenboxens war das der absolute Hauptkampf der Veranstaltung. Es war von vorn herein klar: Sollte der Brasilianerin in den ersten Runden kein KO-Kracher gelingen, würde sie den Kampf gegen die boxtechnisch sehr versierte Irin auf jeden Fall nach Punkten verlieren.

Es sollte etwas anders kommen. Katie Taylor war es, der gegen die sonst zu Kampfbeginn stark auftrumpfende Volante ein Niederschlag gelang. Die Brasilianerin landete bereits nach einer Minute nach einer Kombi zum Kopf auf dem Ringboden. Nach dem Anzählen versuchte Taylor nachzusetzen. Es gelang Volante, die Angriffe Taylors durch Klammern abzuwenden. Sie überstand diese Runde, so wie auch die nächsten bis in Runde 9. Die Irin war in jeder Runde die aktivere Boxerin, die an ihrem Siegeswillen keinen Zweifel aufkommen ließ. Die Brasilienerin klammerte zwischendurch geschickt um sich Luft zu verschaffen. Aber auch ihr gelangen ab und zu schnelle Treffer zum Kopf. Spätestens in Runde 8 war überdeutlich, dass Volante nichts zu bieten hatte, was Taylor beeindrucken konnte. Die Irin schlug variabel zu Körper und Kopf. Die Brasilianerin kassierte einfach zu viel. Ìn Runde 9 gab es einen unabsichtlichen Kopfstoß, bei dem sich bei Volante ein kleiner Cut an der Nase öffnete. Der Ringrichter nahm das zum Anlass, den längst entschiedenen Kampf abzubrechen. Zwingend notwendig war das vielleicht nicht, aber wohl besser für die Gesundheit von Rose Volante. Die Brasilianerin machte aus ihren vergleichsweise bescheidenen boxerischen Fähigkeiten mit Mut und Willen das Beste, war aber gegen Katie Taylor chancenlos. Trotzdem hat sie Respekt für ihre Leistung verdient.

Damit holte sich Taylor den 3. WM-Gürtel im Leichtgewicht. Sie hat es bereits auf Gürtel Nr. 4 abgesehen. Wenn man sich vertraglich einig wird, kämpft sie am 1. Juni im MSG auf der Card von Joshua vs Miller gegen die Belgierin Delphine Persoon, die den WBC-Titel trägt.

Hier der Kampf:

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

In einem weiteren Hauptkampf ging es im Superfedergewicht zwischen dem US-Champ Tervin Farmer und dem irischen Herausforderer Jono Carrol um den Gürtel des Verbandes IBF. Unterm Strich war das eine eindeutige Sache für den Weltmeister. Er verteidigte seinen Titel mit 117:110 und 2x 117:111. Mehr als die etwas engen 2.,8. und die 10. Runde konnte man dem Herausforder beim besten Willen nicht geben.

Die beiden Philly-Boxer Gabriel Rosado und Henry Lundy unterlagen in 10-Runden Kämpfen nach Punkten. Henry Lundy verlor ein Stadtduell im Leichtgewicht gegen Avery Sparrow nur knapp (96:92, 95:93 und 94:94). Wäre er nicht in der zweiten Runde 2x zu Boden gegangen, hätte es zum Sieg gereicht.

Gabriel Rosado bekam es im Mittelgewicht mit dem Polen Maciej Sulecki zu tun. Schon von der Ansetzung her war ein Kampf auf biegen und brechen zu erwarten. Es wurde um den vakanten WBO International-Titel gekämpft. Für Sulecki ging es hauptsächlich darum, Anschluss an die Weltspitze zu halten. Rosado wollte vor heimischem Publikum zeigen, dass er der wahre „Rocky“ Philadelphias ist. Er ist dafür bekannt, als Underdog beis einen Kämpfen alles zu geben, was er aus sich heraus holen kann. Doch der Pole war in den meisten Runden überlegen. Nach Bodenbesuchen Rosados in den Runde 1 und 8 war es Rosado, der den Polen zum Ende der 9. Runde 2x auf die Bretter beförderte. Nur der Pausengong rettete Sulecki vor dem vorzeitigen Ende. In Runde 10 versuchte Rosado unter den anfeuernden „Rocky Rocky!!!“ – Rufen des Publikums eine Entscheidung zu seinen Gunsten zu erzwingen. Es gelang ihm (leider) nicht mehr und er musste sich nach Punkten geschlagen geben. „Moralischer Sieger“ dieses Fights war Rosado, für den man für sein fast geglücktes Finish einfach den Daumen heben muss.

So sah der Kampf zwischen Beiden aus:

Voriger Artikel

Spence vs Garcia + Undercard am Samstag in Arlington / Texas

Nächster Artikel

Errol Spence dominiert Mikey Garcia in jeder Runde

1 Kommentar

  1. 19. März 2019 at 02:45 —

    Dieser Kampf hat mal wieder deutlich gemacht das es einige Ausnahmen im Frauenboxen gibt die boxen können! Aber die Dichte wie bei den Herren ist nun mal nicht gegeben, deswegen wird es auch immer Kritiker über das Frauenboxen geben!
    Die Brasilianerin kam als Weltmeisterin und war doch eher auf dem Niveau einer Aufbaugegnerin!

Antwort schreiben