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Karl Mildenberger gestorben

Das deutsche Boxen hat in dieser Woche neben Graciano Rocchigiani noch einen zweiten Boxer zu beklagen. Karl Mildenberger ist am 4. Oktober kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres in einem Hospiz in Kaiserslautern gestorben. „Milde“ war zwischen 1964 und 1968 Europameister im Schwergewicht.

Mildenberger krönte seine Amateurlaufbahn mit dem Deutschen Meistertitel von 1958. Noch im gleichen Jahr wechselte er zu den Profis und absolvierte in etwa einem Jahr 11 siegreiche Kämpfe. In seinem 12. Kampf sollte es um einen Eliminator zum Deutschen Halbschwergewichtstitel gegen Helmut Ball aus Berlin gehen. Mildenberger handelte sich dabei seine erste Niederlage (KO 7) ein.

Es folge eine lange Serie von Siegen und der Aufstieg ins Schwergewicht. Sein erster Anlauf auf den Europameistertitel ging schief. Er unterlag 1962 in der Dortmunder Westfahlenhalle gegen den Briten Dick Richardson überraschend durch KO1. Es dauerte 2 Jahre, bis ihm 1964 endlich der Titelgewinn gegen den Italiener Santo Amonti gelang, den er in der Berliner Deutschlandhalle seinerseis mit einem KO 1 abfertigte. Es folgten weitere 9 Kämpfe ohne Niederlage, die ihn in der Weltrangliste immer höher klettern ließen. Die deutsche Presse feierte Karl Mildenberger damals bereits euphorisch als den „neuen Schmeling“.

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Sein wichtigster Fight: Er kämpfte 1966 als Weltranglisten – Erster in Frankfurtvor 35 000 Zuschauern gegen Muhammad Ali um den WM-Titel. In dem auf 15 Runden angesetzten Kampf kam er bis in die 12. Runde, bevor der Fight vom Ref beendet wurde, weil „Milde“ schon zu viel „kassiert“ hatte. Für Ali war das die 6. Titelverteidigung. Nach dem Kampf gab er an, dass er nie wieder gegen Mildenberger boxen will. Milde blieb trotzdem Europameister, bis er den Titel im September 1968 in Wembley /London an den Briten Henry Cooper verlor. Der Rechtausleger Mildenberger ging nach dieser Niederlage bereits mit 31 Jahren und einer Kampfbilanz von 53(19)-6(4)-3 in Boxer-Rente.

Als man Ali 1973 fragte, wer sein bisher schwerster Gegner war, nannte er nicht den Namen Joe Frazier, sondern Karl Mildenberger, der ihm in Frankfurt einiges abverlangte. Karl Mildenberger ging bereits mit 31 Jahren und einer Kampfbilanz von 53(19)-6(4)-3 in Boxer-Rente.

Nach seiner aktiven Karriere blieb Karl Mildenberger dem Sport treu. Er arbeitete ehrenamtlich in seiner Heimatstdt Kaiserslautern bei der Nachwuchsförderung mit und war hin und wieder bei Boxveranstaltungen zu sehen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er bis ins Rentenalter als Schwimmeister in Kaiserslautern.

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4 Kommentare

  1. 6. Oktober 2018 at 11:27 —

    R.I.P Milde

  2. 6. Oktober 2018 at 11:47 —

    Immerhin ist er fast 81 Jahre geworden, aber in einen Hospitz sterben ist auch nicht gerade so toll!

    R.I.P Milde

    @ reineckefuchs

    Mildenberger hat seinen EM-Titel gegen Henry( nicht Harry) Cooper verloren!

  3. 6. Oktober 2018 at 23:29 —

    Ja, aber es gibt dort die bestmögliche Pflege. Ein Hospiz ist wesentlich besser, als wenn ein selbst schon alter und körperlich schwacher Angehöriger die Pflege zuhause bewältigen muss.

    Huch .. ja du hast Recht. Gleich mal abändern. Danke für den Hinweis.

  4. 7. Oktober 2018 at 00:27 —

    nicht nur lese ich das Ali ihn wohl echt als sein tatsächlich besten Gegner sah. Ein Grund sich diesen Kampf mal anzuschauen. Dank YT sicher möglich. Mildenberger hat man immer gehört als Nachfolger von Schmeling, jau 81 Gutes Alter zum sterben, Hospize ja es gibt sie in unserer Welt und das nicht seit heute

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