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Kadiru vs Gorst am 10. Oktober

Kadiru vs Gorst am 10. Oktober

Fast ein Jahr lang hat Roman Gorst nicht im Ring gestanden. Am 16. Oktober 2019 holte Gorst mit seinem Sieg über Boris Estenfelder die Deutsche Meisterschaft. Am kommenden Samstag will der 31 Jahre alte Pockinger seinen Titel verteidigen. Gegner in der GETEC Arena in Magdeburg: SES-Boxer Peter Kadiru.

Zwei Boxer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gorst, Russlanddeutscher, im Alter von sieben Jahren nach Deutschland gekommen, ist längst ein waschechter „Pockinger Bua“ und ein spätberufener als Profi. Wohlgemerkt: als Profi. 170 Amateurkämpfe hat der Niederbayer absolviert, war innerhalb von 10 Jahren neun Mal bayerischer Meister und wechselte im August 2018 ins Profilager.
Auf der anderen Seite Peter Kadiru, Sohn ghanaischer Eltern, erst 23 Jahre alt und ebenfalls mit einer erfolgreichen Amateurvergangenheit. Doch damit nicht der Unterschiede genug: Gorst, fürs Schwergewicht kleine 1,86 m groß, Kadiru mit 1,94 m um einiges größer.

Gorst ist bei der kleinen Holefeld-Boxpromotion unter Vertrag und im „normalen Leben“ als Koch unterwegs, Kadiru ist seit Jahresbeginn 2019 Vollprofi beim SES-Stall. Kein Wunder, dass für viele der junge Hamburger der Favorit in der kommenden Begegnung ist. Aber das ist angeblich kein Problem für Roman Gorst, der sich in der Rolle des Underdog gefällt:
„Von mir erwartet keiner was. Bis auf meinen Trainer und mich selber natürlich. Meine Familie und meine Freunde glauben an mich, aber sonst keiner. Und das befreit mich. Ich gehe ohne Druck in den Kampf. Ich kann also nur positiv überraschen. Das ist doch viel angenehmer als die Favoritenrolle.“
Der Kampf wird im ARD-Fernsehen zu sehen sein. TV, für Peter Kadiru schon Routine, für Roman Gorst ein langgehegter Traum: „Ich komme aus einer kleinen Stadt. Dort war ich ein dicker Jugendlicher. Ich habe dort angefangen zu boxen, bin mein ganzes Leben lang meinem Heimatverein und meinem Trainer treu geblieben. Und jetzt kämpfe ich im Fernsehen. Und das ist die Botschaft, dass man aus eigener Kraft eigentlich alles erreichen kann, dass man an sich glauben soll.“

Mit dem Kampf gegen Peter Kadiru geht Gorst auch das Risiko ein, seinen Kampfrekord von 6-0-0 zu gefährden. Kadiru – 9-0-0 – stand im laufenden Jahr schon drei Mal im Ring und war immerhin WBC-Junioren-Weltmeister.

Da stellt sich eigentlich die Frage, was den Titel „Deutscher Meister“ für Peter Kadiru interessant macht. Kadiru hat es Boxen.de erklärt: „Dieser Titel hat eine große Tradition. Legenden wie Max Schmeling oder Hein ten Hoff waren Deutsche Meister im Schwergewicht und deshalb bedeutet mir dieser Titel sehr viel.“

Und auch wenn er der Favorit in diesem Gefecht ist, nimmt der Boxer aus Hamburg seinen bayerischen Kontrahenten nicht auf die leichte Schulter: „Roman hat über 170 Amateurkämpfe bestritten, diverse Titel errungen. Das sagt schon alles, er bringt viel Erfahrung mit und ich werde ihn ganz sicher nicht unterschätzen.“

Auch Roman Gorst ist gewappnet, hat angeblich nicht nur einen Plan, sondern auch einen Plan B und einen Plan C. Wie viele Pläne hat Peter Kadiru? „Ich habe mit meinem Coach Roman Gorst genau studiert, ich weiß was ich am Samstag im Ring zu tun habe.“

Gleiches behauptet auch Roman Gorst, der sich im Trainingscamp in Frankfurt – unter anderem mit Sparringspartner Evgenios Lazaridis – vorbereitet hat. Dass er im Gegensatz zu Kadiru Ringrost angesetzt haben könnte, will der 31-jährige nicht gelten lassen: „Die Gegner, die Peter geboxt hat, haben ihn nicht gefordert.“ Das – so Gorst – wird am Samstag anders sein: „Ich erwarte einen harten Kampf, wir werden uns nichts schenken“. Peter Kadiru ist da in seiner Prognose etwas optimitischer: „Ich werde gewinnen.“ Am Samstagabend wissen wir mehr.

Im Hauptkampf der Veranstaltung will WBA- und IBO-Weltmeister Dominic Bösel seine Titel gegen Herausforderer Robin Krasniqi verteidigen!

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