Jürgen Brähmer vs Rob Brant – 27. Oktober Schwerin

Als letzter Vorrundenkampf im WBSS-Turnier um die Muhammad Ali – Trophy ist am kommenden Freitag der Kampf zwischen Jürgen Brähmer und dem Amerikaner Rob Brant angesagt. Gekämpft wird in Schwerin, dem „Wohnzimmer“ von Brähmer. Er ist mit jetzt 39 Jahren und 51 Kämpfen einer der erfahrensten Boxer in diesem Turnier. Sein Gegner Rob Brant ist 12 Jahre jünger und in seinen bisherigen 22 Kämpfen (15 KO) ungeschlagen.

Um am WBSS-Turnier teilnehmen zu können, musste der Schweriner vom Halbschwer- ins Supermittelgewicht absteigen. Das bedeutet beim Kampfgewicht einen Unterschied von ca. 3 Kg. Um dieses Limit passend auf die Waage zu bringen, war laut eigenen Angaben einiges an Quälerei notwendig. Brähmer fühlt sich fit. Sein Schützling Tyron Zeuge gratulierte ihm vor ein paar Tagen scherzhaft zum 24. Geburtstag. Das sind 15 Jahre weniger, als er tatsächlich „auf der Uhr“ hat. Ob er auch wirklich so fit wie ein 24-jähriger ist, wird man im Ring sehen.

Brant hat das umgekehrte „Problem“: Er kämpft normalerweise in Mittelgewicht und war in dieser Gewichtsklasse WBA-NABA Champ. Besonders bekannte Gegner hatte er noch nicht. Wie er überhaupt in das Turnier gekommen ist, bleibt wohl ein Geheimnis der Macher. Es gibt im Supermittelgewicht mehr als ein Dutzend US-Boxer, die es eher verdient hätten, an diesem Turnier teilzunehmen.

Es wird wohl in diesem Kampf darauf hinauslaufen, dass die jugendliche Frische und eine gewisse Unbekümmertheit von Brant und die erfahrene Abgezocktheit von Brähmer aufeinander treffen. Womöglich wird Brähmer versuchen, den Kampf frühzeitig zu beenden. Gelingt es ihm, Brant so zu stellen wie 2014 den Polen Glazewsky, kann er mit einem einzigen harten Körpertreffer gewinnen. Wie der Fight nach Punkten ausgeht, wenn volle 12 Runden geboxt wird, hängt wesentlich von Brähmers Kondition ab. Brant hat zwar schon ein paar mal gegen Rechtsausleger gekämpft, aber das waren Aufbaugegner und keine erfahrenen Boxer wie es Brähmer nun einmal ist. Viel mehr kann man im Vorfeld nicht sagen. Wir werden sehen, wer wem seinen Kampf aufzwingt. Beide sind im Grunde keine „richtigen“ Supermittelgewichtler und schon allein deswegen nicht die stärksten Turnierteilnehmer. Der Sieger dieser Begegnung wird es im Halbfinale gegen den Briten Callum Smith wesentlich schwerer haben.

Glaubt man den Gerüchten, bekommt jeder Boxer der Vorrunde 400 000 Dollar. Selbst wenn Jürgen Brähmer diesen Kampf verliert, ist das eine Börse die sich sehen lassen kann. Brähmer ist auf der Zielgeraden seiner aktiven Boxerkarriere. Er ist seit etwa 2 Jahren als Trainer tätig und hat sein bisher verdientes Geld gut in Immobilien investiert. Brähmer ist einer von den Boxern, die mit Überlegung für die Zukunft vorgesorgt haben. Das Sauerland-Team vollzieht seit einiger Zeit einen Strukturwandel. Man „speckt ab“ und leistet sich weniger Angestellte. Das macht auch vor den Trainern keinen Halt. Jürgen Brähmer sieht seine Zukunft auch weiter im Boxsport und hat von der Stadt Schwerin das alte Wasserwerk Lankow erworben. Er will es umbauen und in Zukunft dort ein eigenes Gym betreiben. Egal wie am Freitag der Kampf gegen Brant ausgeht: Brähmer wird den Ring mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen.

57 Gedanken zu “Jürgen Brähmer vs Rob Brant – 27. Oktober Schwerin

  1. Brant vs Brähmer ist kurios….keiner kennt Brant….das hat aber nicht viel zu sagen….was Brähmer angeht….der ist eine Gewichtsklasse nach unten gegangen..das ist gut für ihn…er hat sowohl Power als auch Kinn….das ist ein Vorteil eine Gewichtsklasse tiefer….das nennt man auch schummeln….fragt Canelo….allerdings hat Brähmer gegen den Loser Cleverly schlecht ausgesehen,,,, das ist für mich ein Kampf an dem ich keinen Tip abgebe

  2. Brähmer wird die Ringmitte behaupten und ständig vorwärts maschieren. Hier und da wird er ein paar Jabs und Konter schlucken. Ist aber nicht entscheidend, denn er wird`s wiederum mit seinen Kontern und mit der höheren workrate packen. Vermutlich wird`s über 12 Runden gehen. Tippe, Brähmer macht`s einstimmig über 12 Runden, wobei er nicht glänzen wird. Im Halbfinale ist dann Schluss für ihn. Smith wird ihn in Rente schicken. Aber macht nix. Hat ne ziemlich gute Karriere hingelegt.

  3. Rob Brant sah beim Wiegen alles andere als beeindruckend aus imho.
    Die 1,82 m sind eher 1,78 m würde ich sagen, und er wirkt deutlich schmaler als Brähmer…

    Brant hat guten Speed und Workrate, aber keine allzu gute Defensive.
    Dazu zuletzt nur Aufbaugegner geboxt und beim einzigen echten Test gegen Rose vor zwei Jahren nur knapp gewonnen.
    Brähmer ist jetzt aber auch schon 39 und gegen Cleverly sah er schwach aus, und das ist schon über ein Jahr her.
    Brähmer sollte der Schritt zurück ins SMW guttun, auch wenn ein Abstieg im Alter oft mit Problemen verbunden ist, aber er war imho immer eher ein SMW.

    Sehr, sehr offener Fight mit vielen Fragezeichen.
    Kann Brant seinen Speed und Workrate nutzen oder ist Brähmer physisch zu stark und zu erfahren?
    Hard to say…

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