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„Joyce vs Parker“ – jetzt geht’s auch um den Interimstitel der WBO

„Joyce vs Parker“ – jetzt geht’s auch um den Interimstitel der WBO

Wenn ‚Juggernaut‘ Joyce und Joseph Parker am 24. September in der Manchester Arena aufeinandertreffen, dann geht es nun auch um den Interimstitel der WBO im Schwergewicht.

Frank Warren von Queensberry Promotions und Ben Shalom von BOXXER, die Promoter von Joe Joyce und Joseph Parker, hatten am 23. August einen entsprechenden Antrag bei der World Boxing Organisation gestellt und der ist nun positiv beschieden worden. An dem Kampf an sich ändert sich dadurch nichts, denn er war ohnehin auf 12 Runden angesetzt.

Soweit bekannt, gibt es in den Verträgen eine Rückkampfklausel für den Fall, dass Parker siegt. Erstaunlich, denn Parkers Manager hat in einem Interview mit der neuseeländischen Nachrichtenwebsite „Stuff“ gesagt: „Es besteht kein Zweifel, dass Warren denkt, dass sie den Kampf bereits gewonnen haben. Er ist sehr zuversichtlich in Bezug auf seinen Mann!“ Aber selbst in den neuseeländischen Wettbüros ist Parker der Außenseiter.

Ob es Joseph Parker zusätzlich motiviert, dass es nun auch um den Interims-Titel geht? Am Montag fiel die Entscheidung, auch online ist ein entsprechender Beschluss einzusehen. Wie „Boxingscene“ schreibt, gab es wohl die Befürchtungen beider Promoter, dass der Gewinner des Kampfes nicht tatsächlich auch einen Titelkampf bekommt. Das ist durch die schriftliche Verlautbarung der WBO nun hinfällig. Die WBO begründet ihre Entscheidung mit dem bereits in Planung befindlichen Vereinigungskampf zwischen Oleksandr Usyk und Tyson Fury und will wohl wegen einer möglicherweise langen Wartezeit auf einen Titelkampf dem Sieger mehr Sicherheit geben.

Hier gehts zu den Dokumenten auf der WBO-Website:

https://docs.google.com/viewerng/viewer?url=https://wboboxing.com/wp-content/uploads/2022/08/220830-CC-Resolution-Heavyweight-Division-.pdf&hl=en

Joyce und Parker belegen die ersten beiden Plätze der WBO-Rangliste, der ‚Juggernaut‘ besiegte zuletzt im Juli den deutschen Schwergewichtler Christian Hammer, Parker stand zuletzt im Dezember im Ring und gewann zum zweiten Mal nach Punkten gegen Derek Chisora.

Abzuwarten bleibt aber, wann es denn zum erhofften WM-Kampf des kommenden WBO- Interimschampions kommen könnte. Bekanntermaßen wird der amtierende WBA-, IBF-, IBO- und WBO-Weltmeister Oleksandr Usyk vermutlich im ersten Quartal 2023 erst einmal gegen Tyson Fury kämpfen. Möglicherweise wollen beide Beteiligten – ganz egal wie die Begegnung dann ausgeht – ein Rematch, sodass eine Pflichtverteidigung des WBO-Gürtels vielleicht erst in einem Jahr stattfinden könnte oder im ungünstigsten Fall alle möglichen Titelverteidigungen bis ins Jahr 2024 verschiebt.

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18 Kommentare

  1. 31. August 2022 at 18:03 —

    Interims-Titel, egal von welchen Verband sind Bullshit, nichts halbes..nichts ganzes!
    Könnte mir vorstellen das Fury und Usyk gegeneinander 2 Kämpfe bestreiten und dann abtreten!? Der Interims-Champ wird dann kampflos richtiger WBO-WM und schaut finanziell in die Röhre…genau das ist gerade im Mittelgewicht passiert, nicht das Andrade abgetreten wäre, aber eine Gewichtsklasse aufgestiegen!

    Zum Kampf selbst: Kann mir nicht vorstellen das Parker den Kampf gewinnt, Talent und Können sind vorhanden, aber ich habe bei seinen Kämpfen gegen gute Gegner immer den Eindruck das er sich selbst im Weg steht!

  2. 31. August 2022 at 18:06 —

    Ich weiß nicht, ob es zwangsläufig ein Nachteil sein muss, wenn man kampflos WM wird …

    • 31. August 2022 at 20:34 —

      Gut, vollwertiger WM hat was, egal wie, aber wenn in diesen Fall jetzt der Interims-Champ auf Usyk oder Fury treffen würde…dann klingelt die Kasse und darauf kommt es letztendlich an!

  3. 31. August 2022 at 21:31 —

    Die Frage ist immer, was bringt ihnen dieser Interims-Titel oder was bringt ihnen möglicherweise die Tatsache, einfach calm zu bleiben, bis entweder Fury oder Usyk nach deren möglichen Kämpfen abtreten und Titel frei werden? Klar können sie dann WM sein eines Tages, aber beide wissen eigentlich, dass sie nicht das Showformat wie ein bspw. Fury mitbringen noch werden sie irgendwo mit diesem jemals auf einer Stufe stehen, was das Sportliche angeht.

    Weder Joyce noch Parker haben irgendwie Ausstrahlung noch sind sie Granaten, die sich gut vermarkten lassen oder haben sie die boxerische Klasse, an die man sich in einigen Jahren noch erinnern wird.

    Da stehen sie alle ganz klar ne Stufe unter Fury, Usyk, AJ und selbst Wilder.

    • 31. August 2022 at 21:52 —

      Dass Parker und Joyce keine Personality haben, dem würde ich total widersprechen. Ich folge beiden auf ihren Socials und finde sie bei sehr intelligent, humorvoll und sympathisch. Parker mit seiner Samoan Heritage und Joyce als Künstler, der erst spät zum Boxen gekommen sind, sind außergewöhnliche Typen und absolut nicht 08/15.

      Finde den Kampf auch extrem interessant und zumindest Parker hat in seinem Kampf gegen AJ bewiesen, dass er keinesfalls eine Stufe unter ihm steht, vielmehr hat der RR des öfteren verhindert, dass er vollständig das Gegenteil beweisen konnte. Joyce würde mit seiner Brechstangentaktik AJ den Ring zur Hölle machen – wenn AJ eins 100 % nicht kann, dann Rückwärtsgang. Klar, gegen Usyk hat er zu WSB-Zeiten deutlich verloren, aber nicht, dass sich bei einem Rematch nicht einschalten würde.

  4. 31. August 2022 at 21:44 —

    Für alle, die hier nicht durchblicken: Interimstitel stellt ein Verband einem Fighter u.a. immer dann zur Verfügung, wenn er möchte, dass der Sieger aus diesem Kampf einen Titelshot sicher hat. Das ist zum Beispiel im Augenblick der Fall, wenn der Champ gleichzeitig WM mehrerer Verbände ist.

    Damit hat der Verband ein Druckmittel, dass der unified Champ sich dem Interim stellt, sofern keine Vereinigungskämpfe auf dem Programm stehen. Falls doch, kann der Interim seinen Interimstitel verteidigen und ist infolgedessen eben nicht zur Inaktivität oder zu einem Wechsel in einen anderen Verband verdammt. Das Ganze kommt also den Boxern zugute – und ist in diesem Falle nicht, wie so oft, schiere Geldmacherei der Verbände.

    • 1. September 2022 at 09:11 —

      Das ist Bull.shit! Es gibt nur einen Weltmeister, in dem Fall ist das Usyk. Dieser hat seinen Titel erst kürzlich gegen einen würdigen Herausforderer (nämlich den Ex-WM) verteidigt. Sie können gerne einen Pflichtherausforderer auskämpfen lassen bei der WBO, der dann irgendwann dran sein wird (s. Dilian Whyte).
      Das der Typ sich dann aber „Weltmeister“ nennen darf ist eine Frechheit und natürlich (!) auch mit Geldmacherei zu tun.

      • 1. September 2022 at 09:22 —

        sehe ich auch anders. der interimstitel ist dann sinnvoll wenn eben genau dieser pflichtherausforderer jahrelang auf seine chance warten muss, so wie Dilian Whyte. Ob das bei der WBO jetzt hier schon der fall ist weis ich nicht. aktuell gibt es ja noch gar keinen PH der wbo. der letzte war usyk und seit dem gibt es keinen. daher finde ich interimstitel in ausnahme gut bzw. den regular titel bei der wba. hier gebe ich dir aber recht das ist wohl mehr geldmacherei und promotion. wobei man natürlich davon ausgehen muss, dass durch hin und rückkampf tatsächlich eine lange wartezeit von über einem jahr ansteht.

        • 1. September 2022 at 09:47 —

          Das Problem gäbe garnicht, würden die „Verbände“ fusionieren und es nur einen einzigen anerkannten Weltmeister geben würde.
          Ist in nahezu jeder ernstzunehmenden Sportart so.

          • 1. September 2022 at 10:01

            da hast du recht dann gäbe es nur einen weltmeister und der müsste einmal im jahr gegen die #1 verteidigen sonst verliert er seinen titel.

          • 1. September 2022 at 10:01

            so ist es aber leider nicht und wir es auch nie mehr werden. eher wird die IBO noch zum 5. anerkannten verband als das es weniger werden!

      • 1. September 2022 at 14:49 —

        Kein Bullshit, sondern Realität, die in diesem Fall den SPORTLERN hilft und nicht dem Verband. Es gibt nun einmal vier (mit der IBO sogar 5) anerkannte davon, und der Verband sorgt durch die Aufwertung zum Interim dafür, dass sein Sportler, also Parker oder Joyce, möglichst schnell einen Titelshot bekommt.

        Da du offensichtlich einer derer bist, die ich angesprochen habe: Ein Interim-Titelträger ist KEIN Weltmeister. Sollte zum Beispiel Usyk den Titel freigeben, muss der Interim automatisch gegen den bestgerankten Contender um den vakanten Titel kämpfen und kann dann einer werden. Das ist der Unterschied bspw. zum WBA-Regular und -Super-Status – der Super-Champ muss seinen Titel nicht pflichtverteidigen, der WBO-Champ schon.

        • 1. September 2022 at 14:49 —

          @ Grottig One

        • 1. September 2022 at 15:18 —

          @ schreiberlingsfan

          Wenn Usyk den Titel frei gibt, dann muss der Interim-WM nicht, wie du es behauptest, gegen den bestgerankten Contender antreten….das kann mal so sein, aber muss es nicht!
          Diese Woche wurde der WBO- Interims-WM im Mittelgewicht Alimkhanuly direkt zum vollwertigen WM ernannt nachdem Andrade den Titel niedergelegt hat und eine Gewichtsklasse aufgestiegen ist!

          Ursprünglich wurde der Interims-Titel mal eingeführt wenn der WM für längere Zeit verletzungsbedingt ausgefallen ist!!
          Heutzutage ist das nur noch Geldmacherei ( Sanktionsgebühren ) der Verbände.
          Ebenso ist es ein Unding das man den Interims-Titel verteidigen kann.

          • 1. September 2022 at 15:27

            …ich hätte da noch so ein Beispiel, Arsen Goulamirian wurde vom Interims-WM zum WBA-Super-Champ befördert…..mit den kleinen Umweg des WBA-Gold-Titels!

          • 1. September 2022 at 16:08

            WBA ist WBA – die sind eh geisteskrank. Aber hier geht’s ja um die WBO.

            Und – doch, das ist normalerweise so. Der Interim ist kein vollständiger WM und kann nur verteidigt werden, solange der eigentliche WM zum Beispiel, wie du geschrieben hast, verletzt ist oder halt eine Titelvereinigung ansteht. In dem Moment, wo es bspw. ein vereinigter WM ablehnt, gegen den Interim zu verteidigen, wird der Interim zum vollständigen WM ernannt – unter der Prämisse, dass die erste TV direkt eine Pflichtverteidigung ist, also gegen den bestgerankten, der zum Titelkampf bereit ist.

            Was Alimkhanuly angeht: Andrade eiert jetzt schon seit einem Jahr herum, erst geht er ins SMW, dann wieder doch nicht, gegen den Kasachen möchte er ganz offensichtlich nicht kämpfen – Entscheidung finde ich total nachvollziehbar. Theoretisch müsste Janibek jetzt gegen Munguia oder Eubank ran, aber die bzw. ihr Promoter haben mit Sicherheit andere Pläne als eine solche High-Risk-Low-Reward-Ansetzung, bzw. bei Eubank ist ja schon klar, dass er was anderes vor hat. Ich tippe mal auf Falcao oder Adames als Gegner.

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