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Josh Taylor: umstrittener Sieg durch Split Decision

Josh Taylor: umstrittener Sieg durch Split Decision

Keine Frage: dieser Kampf verlief nicht nur anders, als Josh Taylor, sondern auch als Experten und Boxfans sich vorgestellt hatten. Auch wenn Jack Catterall oft die Aktivität vermissen ließ, die ein Herausforderer eigentlich an den Tag legen sollte, konnte der 28-jährige vor allem in der ersten Kampfhälfte punkten. Seine gute Linke entpuppte sich dabei als die beste Waffe von ‚El Gato‘.

Im zweiten Durchgang dann die besseren Aktionen vom Titelverteidiger. Früh zeichnete sich allerdings ab, dass der Kampf zusehends unsauberer wird: auch in Runde 3 ging Catterall oft mit der Schulter in den Mann, angeblich ewas, das er in Las Vegas im Gym von Floyd Mayweather jr gelernt hat. Taylor hatte Probleme mit dem Herausforderer, konnte den Fight nicht so führen, wie er sich das vorgestellt hatte und überzeugte auch im vierten Durchgang nicht.

Das setzte sich in Runde 5 fort: Catterall fightete, landete die besseren Treffer. Taylor versuchte zwar, dagegen zu halten, konnte sich aber nicht durchsetzen.

In Runde 8 gelang Catterall dann ein Niederschlag, Taylor zum ersten Mal in seiner Profikarriere am Boden. Im Folgedurchgang dann endlich mal eine starke Antwort des Weltmeisters, der sich durch seine Workrate diese Runde sichern konnte.

Im zehnten Durchgang dann ein Hoffnungsschimmer für Taylor: Referee Marcus McDonnell zog Catterall einen Punkt wegen Haltens ab. Der Kampf erinnerte zu diesem Zeitpunkt oft schon eher an eine Art Wrestlingmatch.

Nach dem Schlussgong zur elften Runde dann ein Punktabzug für Taylor, der Catterall „nach der Glocke“ in den Rücken geschlagen hatte.

Im zwölften Durchgang legte Taylor noch einmal alles in die Waagschale und dürfte die Runde gewonnen haben. Trotzdem: für die meisten hatte wohl Catterall den Sieg verdient.

Auch vor dem Hintergrund der Schlagstatistik:

Doch es kam anders: Josh Taylor wurde zum Sieger erklärt. Die Wertung der Punktrichter lautet wie folgt: Howard Foster wertete 112:113, Ian John-Lewis sah es 114:111 und Victor Loughlin hatte 113:112 auf seiner Scorecard.

Wenn man so will: ein typisch britisches Scoring. Vielleicht sollte das British Boxing Board of Control sich mal ein paar grundsätzliche Gedanken über die eingesetzten Punktrichter machen.

So bleibt ein fader Nachgeschmack. Und die Hoffnung, dass Josh Taylor jetzt ins Weltergewicht aufsteigt und Jack Catterall noch einmal die Chance bekommt, um die Krone im Superleicht-/Halbweltergewicht zu boxen.

Hier der ganze Kampf

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4 Kommentare

  1. 27. Februar 2022 at 10:12 —

    115:110 Caterall und das auch nur mit WM, Heim- und Sympathiebonus für Taylor..

    • 27. Februar 2022 at 11:54 —

      Volle Zustimmung, ganz schlimmes Scoring. Taylor sah phasenweise katastrophal aus, mit so einer Performance wird gegen Bud gnadenlos KO gehen.

      • 27. Februar 2022 at 13:55 —

        Ganz ganz schlimmes Scoring……..

        England scheint das neue Deutschland in Sachen Scoring zu werden. Das erinnert an die guten alten Sauerlandtage in den Neunzigern und Anfang Zweitausenderjahre……..

        Bud dürfte wohl kaum noch in Frage kommen für Taylor, wie Milan schon geschrieben hat, in dieser Form hat er nicht den Hauch einer Chance……….

  2. 27. Februar 2022 at 13:29 —

    Catterall musste halt seine lektion lernen. mal verliert man und mal gewinnen die anderen 🙂

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