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Josh Taylor bezwingt Jose Carlos Ramirez in Las Vegas – full fight

Mit einem offiziellen Punkturteil von 3 Mal 114:112 holte sich der Schotte Josh Taylor einen knappen Sieg über den Amerikaner Jose Carlos Ramirez aus Kalifornien. Beide Boxer gingen bisher ungeschlagen und mit jeweils zwei Weltmeistertiteln in den Kampf. Taylor, der darüber hinaus auch den WBC-Diamond Titel und die Mohammad Ali Trophy besitzt, hat damit im Moment die uneingeschränkte „Herrschaft“ im Superleichtgewicht übernommen. Auch der Gürtel des „Ring-Magazine“ gehört Taylor.

Gekämpft wurde im Virgin-Hotel Las Vegas bei einer Top-Rank Veranstaltung von Bob Arum. Von Beginn an lieferten sich beide Boxer ein spannendes Faustgefecht. Der Gast aus Schottland sicherte sich die ersten beiden Runden, weil Ramirez offenbar erst einmal etwas vorsichtiger zu Werke ging und mehr Zeit brauchte, um in den Kampf zu finden. Ramirez taute auf und antwortete in den nächsten Runden etwas besser. Er verpasste Taylor einige Körpertreffer, die dem gar nicht bekamen.

Entschieden wurde der Kampf in der Mitte des Gefechts, als es Taylor in den Runde 6 und 7 gelang, Ramirez jeweils ein Mal auf den Ringboden zu befördern. Diese beiden 10:8 – Runden gaben letztendlich den Ausschlag bei Urteil der Urteilsfindung. Die Punktrichter bewerteten zwar die einzelnen Runden zum Teil unterschiedlich, kamen aber alle drei am Ende auf 114:112 für Taylor.

Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person und Text „UNDISPUTED JUNIOR WELTERWEIGHT WORLD CHAMPION JOSHTAYLOR The First Scottish Undisputed World Champion in Boxing History @TRBOXING“

Ohne die Bodenbesuche von Ramirez wäre es laut Punktrichtermeinung auf ein Draw hinaus gelaufen. Man kann seine Zweifel daran haben, ob man dem Kampf damit gerecht geworden wäre. Taylor war eindeutig der überlegene Boxer und hätte den Kampf auch ohne die Niederschlage gewinnen müssen. Seine Dominanz kam besonders in Runde 10 zum Vorschein, als er Ramirez voll im Griff hatte. In den letzten beiden Runde konnte er es sich bereits leisten, Tempo raus zu nehmen und seinen Vorsprung zu verwalten. Normalerweise hätte es ein Sieg von 116:110 für Taylor sein können. Mehr als 3 oder 4 Runden an Ramirez zu geben, war einfach nicht drin. Die drei Punktrichter aus den USA sahen es anders und hielten den Kampf für ausgeglichen. Ohne die Niederschläge hätte Ramirez seine Gürtel behalten können.

Die Fans in aller Welt waren sich darüber einig, dass dieser Fight einer der Höhepunkte des Boxjahres 2021 werden kann. Schaut man sich den Kampf an, fehlten zwar die boxerischen Höhepunkte in der Dramatik, aber der Fight war unterhaltsam und unter dem Eindruck, dass es um „Alles“ in dieser Gewichtsklasse ging was Rang und Namen hat, wird dieser Kampf in die Geschichtsbücher des Boxens eingehen. Taylor ist der erste Schotte, dem es gelungen ist, alle wesentlichen Titel in einer Gewichtsklasse auf sich zu vereinen.

Hier der Kampf:

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11 Kommentare

  1. 23. Mai 2021 at 16:52 —

    Fand das Niveauverhältnis zu einem normalen Boxkampf in etwa vergleichbar mit dem eines normalen Mid-Season NBA-Spiels zu einem Top-Level Play-off-Game. Exzellente Beinarbeit der beiden, hervorragendes Inside-Game (vor allem von Taylor, da bekam er sogar Annerkennung von Andre Ward, nur dass der Schotte auf unfaire Aktionen wie die von Ward regelmäßig praktiziert wurden, komplett verzichten konnte), super Bodyshots (vor allem von Ramirez) und Power und Speed haben beide natürlich auch mehr als genug. Dazu am Schluß die große faire Geste der beiden (leider auf dem Video nicht zu sehen) nach dem doch teilweise recht harschen Pre-Fight Ballyhoo und – das muss man besonders hervorheben – korrekte Scorecards. Man hätte vielleicht auch 115:111 scoren können, aber so wird es den großartigen Leistungen der beiden gerechter, wie ich finde.

    Hatte Ramirez etwas schlechter eingeschätzt nach dem leicht enttäuschenden Kampf gegen Postol, aber vielleicht hatte der Russe damals auch einfach einen starken Tag erwischt. Beide, Ramirez und Taylor, boxen auf sehr hohem Niveau, sind wahre Champions und werden hoffentlich noch einen tollen Karriereverlauf haben. Ich freue mich schon auf den nächsten Kampf, das gilt übrigens genauso für Regis Prograis, den Dritten im Bunde bei 140 – vielleicht jetzt Prograis vs. Ramirez?

    • 26. Mai 2021 at 12:23 —

      Ich hoffe du meinst ein Play-Off Game aus den good old 90s. Heutzutage ist doch Kindergeburtstag. 😉 Spaß beiseite, das war schon ein Kampf auf sehr hohem Niveau. Am Ende des Tages hat sich das außergewöhnliche Talent Taylors durchgesetzt. Taylor kann einfach alles. Er ist smart, setzt schöne traps, super Timing, kann boxen oder brawlen, schlägt variabel zum Kopf und Körper. Er ist mit Abstand der beste Boxer auf der Insel, p4p locker Top 5. Es ist eine Schande, dass weder Sky, BT noch Channel 5 diesen Kampf übertragen hatten. Hauptsache Sky sichert sich Mayweather vs Paul. Unglaublich peinlich!!! Ramirez hat streckenweise gut dagegen gehalten, seine Bodyshots sahen schon gut aus, wobei Taylor auch viele geblockt hatte. Die Compubox Stats fand daher ich ein wenig fragwürdig. Eine absolute Vollkatastrophe war Kenny Bayless, permanent Griff er ein wo es überhaupt nicht nötig war. Seine Leistung krönte er mit dem 2. Knockdown, Ramirez Beine waren nicht mehr vorhanden. Wie lange Kenny gezählt hätte, wenn die Runde noch 2 min länger wäre? 😀 Naja, das Urteil war mMn zu knapp (typisch Vegas), mit 115:111 hätte ich mich noch angefreundet. 116:110 hatte ich auf den Scorecards. Egal, der richtige Kämpfer hat gewonnen.

      Taylor hat nun die Qual der Wahl. Meiner Meinung nach sollte er ins Weltergewicht wechseln. Bei 140lbs hat er nichts mehr zu beweisen, mit 30 wird es auch nicht einfacher, das Gewicht zu bringen. Die Frage ist halt, was kann Bob im Welter für ihn tun kann? Ich denke, dass er es mit allen aufnehmen könnte, außer bei Bud sehe ich ihn nicht als Favoriten.

      • 26. Mai 2021 at 14:31 —

        Im Superleicht gib es wirklich nicht mehr viel für Taylor zu tun, interessant wäre mMn nur wenn Loma oder Lopez ins Super wechseln.
        Aber auch da sehe ich Taylor als Favorit, aber interessante Gegner allemal.

        • 26. Mai 2021 at 14:52 —

          Gegen Lopez währe auf jeden Fall sehr interessant, Loma möchte ich erstmal gegen Masayoshi Nakatan sehen ob er nicht lieber wieder ins Superfedergewicht runter soll

          • 27. Mai 2021 at 12:07

            Und wie man hört, ist Lopez nicht abgeneigt von dem Kampf gegen Taylor.

          • 27. Mai 2021 at 14:00

            Teofimo und sein drogensüchtiger Vater reden zu viel. Das er sehr talentiert, an seine Fähigkeiten glaubt und sich promotet, ist ja schön und gut. Er sollte sich erstmal auf Kambosos Jr. fokussieren, ein ordentliches Statement setzen. Anschließend werden wir sehen, was er zu bieten hat? Außer Geld, wüsste ich nicht, womit er Taylor locken könnte? Auf der einen Seite erzählt er, Taylor solle nicht weglaufen, aber der Kampf soll nicht auf der Insel stattfinden? Genau, Taylor möchte gegen Crawford antreten, weil er Angst Teofimo hat. Macht Sinn. 😀

          • 27. Mai 2021 at 18:13

            Denke, Crawford ist augenblicklich noch auf einem höheren Level als Teofimo und Taylor – aber wer weiß, wie lange noch. Bud wird schließlich auch nicht jünger, Teofimo, aber auch Taylor haben noch ein bisschen Zeit.

            Stimmt schon, Teos Vater ist ein Lowlife, aber Teo und auch Taylor haben mit 22 resp. 30 mit Loma, Prograis und Ramirez schon bessere Gegner geboxt als Bud mit 33. Seiner Ansage eines „bigger thing“, die er nach dem Kampf von Vergil Ortiz großspurig getätigt hat, folgte, wenig überraschend natürlich nichts. Und da kommt auch glaube ich nicht mehr viel.

          • 28. Mai 2021 at 08:53

            Das steht außer Frage. So sehr ich TTT mag, gegen Crawford wird er kein Land sehen. Teofimo möchte ich gar nicht erwähnen, da er noch zu weit vom WW entfernt ist und er das gleiche Schicksal erleiden würde. Bud kann mMn noch 4 – 5 Jahr auf Top Niveau boxen, da er einen sehr gesunden Lifestyle führt.

            Das stimmt schon, leider ließen oder lassen es die Umstände nicht zu, dass Bud bessere Gegner boxt. Die Top Leute aus seiner Gewichtsklasse sind nun mal bei PBC und sie möchten mit Top Rank bzw. Crawford nichts zu tun haben. Denn sie wissen ganz genau, wie diese Kämpfe ausgehen werden. Ich hoffe nur nicht, dass Pacman nach Thurman die nächste PBC Party crasht. 😀 Es ist schon enttäuschend, sollte sich nichts ergeben, vielleicht sollte er wohl oder übel TR verlassen. Ich wäre schon zufrieden, wenn er gegen seinen Kumpel Porter kämpft. Warten wir mal ab, er sollte nicht zu lange inaktiv bleiben.

          • 28. Mai 2021 at 08:56

            P.S.:
            Hoffe das Papa Bob nachlegt und Porter was ordentliches anbietet.

  2. 27. Mai 2021 at 14:37 —

    “Teofimo und sein drogensüchtiger Vater reden zu viel.” ich dachte erst du verwechselst die mit Danny Garcia und sein Vater oh man ist das schlimm 😀

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