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Joseph Parker in Drogenhandel verstrickt?

Joseph Parker in Drogenhandel verstrickt?

Veröffentlichungen in neuseeländischen Medien zufolge, steht der 29 Jahre alte Profiboxer im Verdacht, in der Vergangenheit für einen internationalen Drogenring tätig gewesen zu sein. Es geht um die Einfuhr großer Mengen Methamphetamin und Kokain von Kalifornien nach Auckland, getarnt in Paketen mit Sportschuhen und Sportbekleidung eines großen amerikanischen Herstellers.

Das berichtet unter anderem „The New Zealand Herald“, die auflagenstärkste neuseeländische Tageszeitung. Joseph Parker hat bislang alle Vorwürfe bestritten.

Bereits im Jahr 2019 war Parkers Name bei einer Gerichtsverhandlung gegen drei Drogenhändler am obersten Gerichtshof Neuseelands gefallen. Joseph Parker gab daraufhin in einer eidesstattlichen Erklärung an: „Ich war nie an der Einfuhr von Klasse-A-Drogen beteiligt. Ich habe niemals Geld für die Angeklagten gewechselt oder transportiert“ und konnte erwirken, dass sein Name nicht an die Öffentlichkeit gelang.

Am High Court in Auckland ist nun entschieden worden, dass sich nicht mit den rechtlichen Grundsätzen vereinbaren ließe, Parkers Namen auch weiterhin zu verschweigen. Und so ist es seit heute den Medien erlaubt, den Namen Parkers im Zusammenhang mit den Vorwürfen wegen Drogenhandels zu nennen.

Darüber hinaus sind auch andere Einzelheiten bekannt geworden. So hat die Polizei zum Beispiel bei der Untersuchung des Handys eines der bereits für schuldig befundenen Angeklagten herausgefunden, dass es schon im Jahr 2017 einen Nachrichtenaustausch zwischen ihm und einem Kontakt namens „Joeboxerparker“ gegeben hat.

Fraglich ist, wie man die Mitteilungen deuten kann. So teilte zum Beispiel „Joeboxerparker” mit, er habe „300, aber die Jungs haben die anderen, also lass es mich wissen, wenn du sie bekommen kannst”. Am Tag darauf schrieb der bereits Verurteilte an „Joeboxerparker”, er wolle seine „Münze”. „Joeboxerparker” erklärte daraufhin, er habe gerade das Training beendet, sein „Bruder“ könne jederzeit zum abholen kommen.

Am 11. November 2017 fragte „Joeparkerboxer“ ob sein Gesprächspartner „einen neuen Kontakt” brauche. Die Antwort lautete: „Wie viel für eine Q und eine round one?”. Nach Angaben der Polizei steht „round one” üblicherweise für eine Unze Methamphetamin und „Q” für eine Viertelunze.

Parkers Anwalt argumentierte daraufhin, es sei denkbar, dass jemand anderes den Chat-account seines Klienten benutzt haben könnte.

Ein Zeuge im Prozess gegen die wegen Drogenhandel beschuldigten Männer behauptete außerdem, er habe gesehen, wie Parker irgendwann im Jahr 2017 „weiße Pillen” gekauft habe.

Wie Detective Inspector Scott Beard von der Polizei in Auckland erklärt hat, habe es zwar Beweise gegeben, dass Joseph Parker Mitglieder des Drogenrings kenne, aber es existiere nicht genug Belastungsmaterial, um den Profiboxer strafrechtlich zu verfolgen. Wie der Polizeibeamte weiter ausführte, hätten Parkers Status und sein Bekanntheitsgrad keinen Einfluss auf das Ergebnis der Ermittlungen gehabt.

Die Polizei hatte versucht, Parker während ihrer Ermittlungen zu verhören, aber Parkers Anwalt Michael Heron teilte den Beamten mit, dass Parker der Vorladung nicht folgen würde. Fraglich ist allerdings, warum Parker nicht in Gewahrsam genommen wurde, obwohl angeblich ein Haftbefehl vorgelegen hatte.

Auch ein anderer Angeklagter, der wegen der Einfuhr von ungefähr 20 kg Methamphetamin nach Neuseeland inhaftiert worden ist, hatte in einem Nachrichtenaustausch Parker in den Fokus der Nachforschungen gebracht: „Der Typ, mit dem ich bei Snapchat schreibe, wird es in US-Währung umwandeln … sie werden ihn nicht über das ganze Geld befragen … weil er der WOB-Boxchampion ist, wissen die Leute, dass er sowieso reich ist.”

Die Anwälte von zwei der Angeklagten argumentierten, ihre Mandanten hätten nur mit Steroiden und Bodybuildingpräparaten gedealt.

Joseph Parker hatte bis zuletzt behauptet, die Nennung seines Namens im Zusammenhang mit den Beschuldigungen, würde seiner Karriere schaden. Wie es heißt, stammt ein erheblicher Teil von Parkers Einkommen aus Sponsoring-Deals und Merchandising.

Nun bleibt abzuwarten, was passiert. Wie Parker mittlerweile über seinen Anwalt erklärt hat, seien er und seine Familie in eine unangenehme Lage gebracht worden: „Es wurden Aussagen über mich gemacht, die unwahr sind; einige davon haben sich bereits als unwahr erwiesen, und ich hatte keine Chance, darauf zu reagieren, als sie gemacht wurden. Es hat mir und meiner Familie eine Menge Stress und Sorgen bereitet. (…) Abgesehen davon muss ich die Entscheidung akzeptieren und mit meinem Leben weitermachen. Ich habe andere Kämpfe zu bestreiten.“

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1 Kommentar

  1. 12. März 2021 at 09:24 —

    “JoeBoxerParker”….. Könnte doch jeder sein 😂😂😂

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