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Jonathan Victor Barros gewinnt WBA-Titel im Federgewicht

Nachdem Yuriorkis Gamboa von der WBA zum „Super-Champion“ erhoben wurde, stand am Samstag in Argentinien beim Kampf zwischen Jonathan Victor Barros und Irving Berry der vakante reguläre Titel der WBA auf dem Spiel. Barros, der im März noch gegen Gamboa verloren hatte, ergatterte den Titel durch einen Abbruchsieg in der siebten Runde.

Der Kampf war nichts für Puristen und geprägt von vielen Schlägen in die Luft und technischen Unzulänglichkeiten. Beide Boxer zeigten sich einerseits beweglich im Oberkörper und andererseits eher unpräzise mit den Fäusten, was dazu führte, dass nur wenige Schläge ihr Ziel fanden und sowohl Barros als auch Berry des Öfteren wilder mit ihren Schlägen wurden oder in sie hinein fielen, da sie sich unnötig streckten um den Gegner zu überraschen. Die Ansehnlichkeit des Kampfes litt darunter deutlich.

Jonathan Barros nahm etwa ab der zweiten Runde die Rolle des Aggressors an, füllte sie aber zunächst eher leidlich aus. Er folgte Berry durch den Ring und schätzte bei seinen gelegentlichen Angriffen die Distanz oft falsch ein. Berry selbst machte auch nur wenig, und wenn beide mal aktiver wurden, wie zu Ende der zweiten Runde wirkte das Ganze wie eine wilde, unbeholfene Schlägerei.

Früh in Runde Drei landete der Argentinier Barros mit einem als Konter geschlagenen linken Haken den wohl klarsten und besten Treffer des Kampfes bis dahin, doch der Rest der Runde blieb weiter frei von guten Treffern. Berry wechselte zudem zwischendurch in die Rechtsauslage um Barros weiter zu verwirren, obwohl der Panamese offensiv daraus auch keinerlei Nutzen ziehen konnte.

Endlich nahm der Kampf zumindest ein wenig Kontur in der vierten Runde an, da Jonathan Victor Barros nun sein Timing und die Distanz fand und die Kontrolle übernahm. Er schnitt den Ring nun auch besser ab, und suchte den Weg in Schlagreichweite intelligenter hinter seinem Jab. Für ein Boxlehrvideo bewarben sich zwar die beiden Protagonisten jetzt auch noch nicht, doch die klarere Linie war bei Barros zu erkennen, der gegen Schluss der Runde mit einer guten rechten Geraden durchkam, nach der Berry kurz beeindruckt zu sein schien.

Von Berry kam offensiv hingegen überhaupt nichts Gefährliches, und Barros griff nun immer unbesorgter an, und beendete auch die fünfte und sechste Runde jeweils mit einem starken Schlussspurt. Am Ende von Runde Sechs schien Berry auch angeschlagen nach einer starken rechten Geraden, als sich der Panamese mal wieder an den Seilen stellen ließ.

Es sollte nur noch 20 Sekunden der siebten Runde dauern bis der Kampf sein Ende finden würde, wenn es auch ein etwas Merkwürdiges war. Barros landete eine ähnlich rechte Gerade wie am Ende der sechsten Runde, die einem starken Jab folgte, und der Ringrichter schritt ein um Irving Berry aus dem Kampf zu nehmen. Berrys Kopf war zwar zurück geschossen von der Wucht des Aufpralls, doch Berry schien sich nicht auf zu wackligen Beinen zu befinden oder all zu angeschlagen zu sein.

Irving Berry kassierte damit die zweite Niederlage seiner Karriere, nachdem er bisher nur Nehomar Cermeno in dessen vierten Profikampf unterlegen gewesen war, während Barros neun Monate nach seiner ersten Niederlage den Titel erringen konnte, um den er damals geboxt hatte. Die Bedeutung des Titels bleibt jedoch eher zweifelhaft, da Barros nun schon der dritte Titelträger der WBA im Federgewicht ist. Chris John war bereits, obwohl er die Titel nie vereinigt hatte, seit längerer Zeit „Super-Champion“ der WBA, Gamboa wurde es durch seine Titelvereinigung, so dass die WBA nun zwei „Super-Champions“ und einen regulären Champion in einer Gewichtsklasse hat. Die baldige Vergabe eines zusätzlichen Interimstitels wäre bei der Affinität des Verbandes zu solchen Titeln ebenfalls wohl leider nicht auszuschließen.

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3 Kommentare

  1. Tom
    6. Dezember 2010 at 17:43 —

    Es ist schon schlimm genug das es einen WBA-Weltmeister und einen Superchampion gibt, aber 2 Superchampions in einer Klasse was soll das??? Der gleiche Mist ist die Sache beim WBC, regulärer Champin und Silber-Champion.Von einem Interims-Champion ganz zu schweigen!?
    Mich würde einmal eure Meinung interessieren!!!

  2. Ferenc H
    6. Dezember 2010 at 19:34 —

    ÄÄhhh ja ich dachte Cris John ist der “reguläre” Weltmeister? oder doch nicht? oh man der WBA Verband verkommt immer mehr zur Lachnummer mit ihren ganzen Halb-Titel.

    @Tom vielecht kannst du mir mal das mit den Siber-Champion der WBC erklären währe echt super

    Mfg

  3. coco
    6. Dezember 2010 at 21:59 —

    WBC WBA usw alles korrupte Huren…… Die machen den Boxsport nur noch laecherlich.

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