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Jonathan Gonzalez müht sich zu glanzlosem Punktsieg über Derek Ennis

Der ungeschlagene 23-jährige Puertoricaner Jonathan Gonzalez tat sich am Freitagabend gegen Derek Ennis enorm schwer, gewann jedoch am Ende nach Punkten gegen den 32-jährigen Journeyman. Ennis, der weit über dem vereinbarten Halbmittelgewichslimit eingewogen hatte, machte es Gonzalez mit einer kompakten Deckung und cleveren Kontern zehn Runden lang sehr schwer, doch war im Endeffekt zu inaktiv um die Punktrichter zu überzeugen, die offensichtlich die Aggression und hohe Workrate von Gonzalez bevorzugten.

Jonathan Gonzalez legte von Beginn an den Vorwärtsgang ein. Er versuchte Druck auszuüben und mit dem Jab die härteren Schläge vorzubereiten. Ennis bot jedoch anfangs wenige Öffnungen, bewegte sich gut und konterte nach anderthalb Minuten gleich zwei Mal mit guten rechten Geraden. Dies ließ Gonzalez etwas aktiver werden, doch Ennis zeigte auch für den Rest der Runde eine gute Deckung. Auch in der zweiten Runde tat sich der Mann aus Puerto Rico schwer die Lücken beim clever boxenden Ennis zu finden. Nichtsdestotrotz punktete er mit seiner hohen Workrate und seiner Aggression. Erst gegen Ende der Runde brachte Ennis wieder klare Treffer ins Ziel, als er zuerst mit einer rechten Geraden und dann mit einem harten linken Haken konterte, die die besten Treffer der Runde waren.

Gonzalez ging jedoch jetzt in Runde Drei auch ein wenig mehr zum Körper, was eine gute Idee gegen den defensivstarken Ennis war. In der Folge kam er auch häufiger zum Kopf durch, da er plötzlich unberechenbarer in seinen Angriffen war. Zudem kontrollierte er nun die Distanz besser und ließ auch Ennis Schläge jetzt öfter ins Leere fliegen. In der vierten Runde vernachlässigte Gonzalez die Arbeit zum Körper jedoch wieder und blieb oft an Ennis Deckung hängen. Er wirkte ein wenig frustriert, als er sich gegen Ende der Runde zu ein paar Showeinlagen hinreißen ließ und mit tief hängenden Fäusten boxte ohne jedoch großartig durchzukommen.

In Runde Fünf entwickelte sich der Kampf zu einem Duell in der Nahdistanz. Beide Boxer befanden sich mit dem Kopf an der Schulter des Gegners mit Ennis Rücken an den Seilen. Keiner der beiden landete im Infight jedoch wirklich gute Treffer, doch Gonzalez blieb aktiver und kam zumindest zum Körper ein paar Mal durch, während Ennis seine Momente hatte, wenn sich doch einmal ein wenig Platz zwischen den beiden bot.

Nachdem die sechste Runde etwas ruhiger aus der Distanz ausgefochten wurde, blieb Gonzalez auch in der Siebten etwas zurückhaltender als noch in den ersten Runden. Er schien Respekt vor Ennis gut getimten Kontern bekommen zu haben und nun zu versuchen aus der Distanz heraus Ennis mit dem Jab und einer höheren Workrate auszuboxen und gelegentliche Kombinationen zu schlagen ohne zu großes Risiko zu gehen. Dies resultierte jedoch in engen Runden, in denen Ennis mit guter Deckung und klareren Treffern punkten konnte.

Der Kampf schien eng zu sein, als es in die letzten drei Runden ging, doch Gonzalez, der als klarer Favorit in den Kampf gegangen war, fand weiter keinen Weg die Runden wirklich zu dominieren und den Sieg zweifelsfrei einzutüten. Es blieb weiter eine zähe Angelegenheit, die die Zuschauer in Miami nicht aus den Sitzen reißen konnte. Derek Ennis hatte eine ordentliche achte Runde, Jonathan Gonzalez erwischte eine bessere neunte, ehe in der zehnten und letzten Runde Gonzalez erneut etwas besser war, aber keineswegs überzeugte.

Die Punktrichter sahen am Ende Jonathan Gonzalez mit 95-95, 98-92 und 97-93 vorne. Damit fuhr er seinen sechzehnten Sieg im siebzehnten Kampf ein, nachdem er in seinem letzten Kampf sein einziges Unentschieden gegen Sergei Dzinziruk hatte hinnehmen müssen. Derek Ennis verlor zum vierten Mal in achtundzwanzig Kämpfen. Allen Conyers, Alphonso Williams und Giorbis Barthelemy hatten den US-Amerikaner zuvor vorzeitig besiegen können.

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