Top News

Jonathan Barros gewinnt durch fragwürdiges Punkturteil gegen Caballero

Trotz zweier Niederschlage konnte Celestino Caballero am Samstagabend in Argentinien nicht den WBA-Titel im Federgewicht von Jonathan Victor Barros gewinnen. Die Punktrichter schenkten dem Heimboxer und Titelverteidiger eine Split Decision nach 12 Runden, obwohl Caballero einen Sieg verdient gehabt hätte.

Ex-Superbantamgewichtsweltmeister Celestino Caballero war auf Wiedergutmachung aus, nachdem er im letzten November durch eine überraschende Niederlage gegen Jason Litzau aus allen Pound-For-Pound-Listen gefallen war und seine niederlagenfreie Serie nach sechseinhalb Jahren beendet worden war. Gegen Jonathan Barros begann er gleich viel stärker als es noch gegen Litzau der Fall gewesen war, wo er auf ganzer Linie enttäuscht hatte. Mit seinem immensen Größen- und Reichweitenvorteil hielt er den Argentinier in der ersten Runde auf Distanz und boxte ihn anfangs aus. Barros begegnete den tentakelgleichen Armen Caballeros vorsichtig, aber offenbar nicht vorsichtig genug. Denn plötzlich schlug aus dem nichts ein rechter Uppercut beim Argentinier ein, dem ein langer Jab vorausgegangen war, der Barros abgelenkt hatte. Der Titelverteidiger sackte zu Boden, fand aber sichtlich angeschlagen kurz darauf wieder hoch und überstand den Rest der Runde. Der Jab blieb Caballeros wichtigste Waffe und er verhalf ihm auch die eher ausgeglichenen Runden Zwei und Drei für sich zu entscheiden.

Mit der vierten Runde besserte sich dann das Timing von Jonathan Barros deutlich. Der Titelverteidiger fand nun plötzlich viel bessere Wege die Distanz zu überbrücken um dort seine Schläge unterzubringen. Insgesamt wurde der Kampf zu diesem Zeitpunkt etwas wilder und es häuften sich unfaire Aktionen in der Form von einigen Hinterkopfschlägen. Während die vierte Runde die erste Klare für Barros war, kam Celestino Caballero in Runde Fünf wieder auf und sicherte sich durch eine höhere Workrate und einen guten Schlussspurt die Runde.

Allerdings war das Gefecht insgesamt nun ausgeglichener als in der Anfangsphase und beiden Boxer gelangen nun regelmäßig gute, klare Treffer. Und der verteidigende Weltmeister, der zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen musste nach Punkten zurück zu liegen, brachte sich wieder besser in den Kampf indem er auch die siebte und achte Runde knapp für sich entschied. Nur kurz darauf musste er jedoch den nächsten Rückschlag hinnehmen. Als beide Boxer in der neunten Runde ineinander fielen und sich dabei drehten, landete Caballero just in diesem Moment eine Rechte, und Jonathan Barros ging erneut zu Boden. Der Ringrichter wertete die Aktion durchaus korrekt als Niederschlag.

Drei Runden waren nun noch zu boxen und Celestino Caballero schien nach Punkten leicht vorne zu liegen. Barros boxte weiter aggressiv und kampfeslustig, doch der Herausforderer aus Panama war meist ein kleines Stück besser und gewann auch noch zwei der letzten drei Runden mit den mehr in die Augen springenden Kombinationen. Auch der letzte Schlussspurt von Barros in der zwölften Runde schien nichts mehr zu helfen, da Caballero über die gesamte Distanz der bessere Mann gewesen war, doch die Punktrichter sollten es anders sehen. Einzig Denny Nelson hatte den Kampf wie die meisten Zuschauer gesehen und Caballero mit 115-111 vorne, während Sergio Caiz ein fragwürdiges 114-112 für Barros auf dem Punktzettel stehen hatte und Cesar Ramos sich ein schlichtweg lächerliches 116-110 für den Argentinier zusammen gepunktet hatte. Damit hieß der Sieger durch Split Decision Jonathan Victor Barros. Selbst das übertragende argentinische Fernsehen hatte unterdessen Caballero als Sieger mit einem Urteil von 115-112 gesehen.

Für Jonathan Barros war es die zweite Titelverteidigung des WBA-Gürtels, den er im letzten Dezember ergattert hatte, während Celestino Caballero seine zweite Niederlage in Folge hinnehmen musste. Im Gegensatz zu seiner Niederlage gegen Jason Litzau konnte der Panamese dieses Mal allerdings durchaus wieder mehr überzeugen und wurde am Ende nur von den Punktrichtern um den verdienten Lohn gebracht.

Voriger Artikel

Hernan Marquez schlägt Edrin Dapudong in drei Runden und verteidigt Titel

Nächster Artikel

Bernd Bönte: Kein Wladimir-Haye Rematch, Vitali-Haye möglich

1 Kommentar

  1. rocky83
    4. Juli 2011 at 09:41 —

    ich habe den kampf zwar nicht gesehen, aber von der berichterstattung her muss man festhalten: nicht nur in deutschland wird beschissen. ob das ein trost ist,
    wohl er nicht. ich habe von caballero mehrere kämpfe gesehen, wo er mir sehr gut gefallen hat, vor allem die gegen molitor waren ja galavorstellungen. hoffe er kriegt auf neutralem feld ein re-match, den rein von der papier-form müsste er barros schlagen können.

Antwort schreiben