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John Jackson – Entlassung aus U-Haft wegen Covid 19?

Wie in jedem anderen Lebensbereich gibt es auch im Boxsport Akteure, die sich krimineller Handlungen schuldig gemacht haben und deswegen nicht gerade zu den Aushängeschildern unserer geliebten Sportart gehören. Berichte wie dieser zählen nicht zu den glorreichen Geschichten des Boxsports, über die man liebend gerne etwas schreibt. Aber auch das gehört nun mal leider dazu.

Es geht um John Jackson, einem Profiboxer aus den USA, der gerade wegen Vergewaltigung Minderjähriger und Kinderpornografie im „Guaynabo Metropolitan Detention Center“ (Costa Rica) in Untersuchungshaft sitzt. Jetzt will er, aus Angst sich mit dem Covid 19 Virus zu infizieren, aus der U-Haft entlassen werden. Er hat angeblich Asthma und fürchtet um sein Leben, wenn er sich mit dem Virus infiziert. Jackson wartet seit 14 Monaten auf seinen Prozess, der ihm wohl oder übel 15 oder noch mehr Jahre Gefängnis einbringen wird.

John „Dah Rock“ Jackson (21(16)-4(2)-0) war 2008 Olympiateilnehmer und wurde im darauf folgenden Jahr Boxprofi. Der jetzt 30-jährige ist der Sohn von Julian „The Hawk“ Jackson (55(49)-6(6)-0), der zwischen 1981 und 1998 aktiv und Weltmeister der Verbände WBA und WBC im Super-Welter- und Mittelgewicht war.

Jackson jr hatte es bis zu einem Titel-Fight um den vakanten WBC-Titel im Super-Welter gegen Jermell Charlo geschafft. Der Kampf fand im Mai 2016 in Las Vegas statt. Jackson lag sogar deutlich nach Punkten vorne, als er in Runde 8 überraschend KO ging. Danach stand Jackson nur noch zwei Mal im Ring. Im Juli 2017 besiegte er einen Debütanten durch TKO 1 und verlor im April 2018 einen Kampf nach Punkten. Seitdem ging es wohl talwärts mit ihm.

Hier die entscheidende Szenen aus dem WM-Kampf gegen Charlo. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag Jackson auf allen 3 Punktrichterzetteln mit 69:64 vorne.

Nachdem der Vater einer 15-jährigen im Februar 2019 Anzeige gegen Jackson erstattet hatte, wurde er von Agenten des amerikanischen Heimatschutzministeriums verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, das Mädchen mit Alkohol und Mariuhana Brownies gefügig gemacht zu haben, bevor er sie vergewaltigt hat. Da er so „schlau“ war, dass Ganze auch noch mit dem Handy zu filmen, ist die Beweislage gegen ihn erdrückend. Weitere Ermittlungen sind erforderlich, weil sich auch noch einige andere Personen gemeldet haben, die ihn beschuldigen sie angegriffen zu haben. Insgesamt geht es um 11 einzelne Vergehen, die Jackson nun vorgeworfen werden.

Kurz nach seiner Verhaftung versuchte Jacksons Familie ihn frei zu bekommen. Man bot Immobilien im Wert von einer halben Million Dollar als Sicherheit an. Das schlug erst einmal fehl, aber Jackson kam dann später unter Auflagen und eine Zahlung von 75 000 Dollar Kaution auf freien Fuß. Er durfte keinerlei Kontakt zu seinem Opfer aufnehmen. Aber genau das tat er: Er hat das Mädchen angerufen und wollte sie dazu bringen, die Anzeige fallen zu lassen. Donna Rainwater, eine US-Staatsanwältin, hat deswegen seine Entlassung auf Kaution widerrufen und er sitzt erneut ein.

Jacksons Anwalt argumentiert jetzt, dass sein Mandant freigelassen werden sollte, weil die „allgemeine Gefängnispopulation“ während der Covid 19 Pandemie reduziert werden müsste. Staatsanwältin Rainwater stimmte zu, dass die Gefängnispopulationen reduziert werden müssen, stimmte jedoch nicht zu, dass gerade Jackson in Freiheit kommen sollte:

“Das kann durch die Freilassung anderer Personen erreicht werden, nicht derjenigen, die wegen zahlreicher Sexualverbrechen, einschließlich vieler verschiedener Straftaten bei denen mehrere minderjährige Opfer beteiligt sind, unter Anklage stehen “.

Staatsanwältin Rainwater argumentierte auch, dass Asthma kein ausreichender Grund für die Freilassung eines Insassen sei und wies darauf hin, dass bis jetzt gar keine Covid 19 Infektionen in der Einrichtung in Guaynabo bekannt sind.

Jacksons einstmals viel versprechende Boxkarriere dürfte sich damit erledigt haben. Aus und vorbei. Im Gefängnis gibt es gewiss eine Möglichkeit der Absonderung, die ihn vor dem Virus schützt, falls das nötig wäre. Was es vor Allem zu schützen gilt, ist die Allgemeinheit vor Vergewaltigern, nicht der Vergewaltiger vor einem, in dem Fall herbeigeredeten Virus, mit dem er keine Berührung hat.

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3 Kommentare

  1. 26. Mai 2020 at 01:42 —

    Uff, was ne harte Nummer, gut das ihr darüber berichtet.
    Was’n mieser Versuch aus dem Knast zu kommen. Kindervergewaltiger dürfen keine Gnade erfahren. Wer sich an einem Kind vergeht der sollte niemals die Möglichkeit haben Lücken im Gesetz nutzen zu dürfen. Soll die Drecksau doch krepieren. Er wäre garantiert kein Verlust, für niemanden.

  2. 26. Mai 2020 at 08:17 —

    Dieses Stück Scheiße soll im Knast verrecken.

    Apropos Krise. Jedes Jahr sterben 1,3 Millionen Menschen weltweit an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Corona hat auch schon fast ein Drittel dieser Opfer gefordert.

    • 26. Mai 2020 at 08:20 —

      Ich wäre ja für eine Helmpflicht für Fußgänger. In der Rushhour dürften sie nicht die Straßen überqueren.
      Die Anzahl der Autos, die gleichzeitig auf den Straßen unterwegs sind, sollte man ebenfalls stark reduzieren und deren Abstand zueinender müsste ordentlich vergrößert werden.

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