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Joe Louis – Wo sind die Millionen geblieben?

Diese Frage über den Verbleib von Joe Louis Börsen stellt ein anderer großer Ex-Champ des Schwergewichts: George Foreman. In einer Twitternachricht gibt Foreman eine deutliche Antwort: „Er hat alles ausgegeben!“ Foreman will damit offenbar sagen, dass Louis nicht mit Geld umgehen konnte. Foreman selbst hat in seiner Karriere genug Geld verdient. Noch mehr allerdings nach seiner Boxkarriere, mit dem Verkauf von Grills.

Auch andere Boxer haben in ihren erfolgreichen Zeiten Millionen, manche sogar -zig Millionen verdient und sind trotzdem nicht auf „den grünen Zweig“ gekommen. Einige, wie man zuletzt auch von Kurzzeitweltmeister Andy Ruiz jr hörte, haben ihr Geld nur so zum Fenster hinaus geworfen. Das Anschaffen einer geräumigen Villa, das sich chauffieren lassen in einem weißen Rolls Royce und die Partys mit unzähligen Freunden und gekauften Frauen scheint dann auf der Welle des Erfolgs wichtiger zu sein, als das Boxen. Was dabei herauskommt, konnte man dann deutlich im zweiten Kampf gegen Joshua sehen.

In diesem Punkt muss man Joe Louis zugute halten, dass er anders als Ruiz jr ein Langzeitweltmeister im Schwergewicht war. Seine „Regentschaft“ in der höchsten Gewichtsklasse des Boxsports dauerte von 1937 bis 1949. So lange hat es weder vor noch nach ihm ein Schwergewichtler geschafft, Weltmeister zu bleiben. Im März 1949 gab Louis bekannt, dass der Handschuhe an den Nagel hängen und den WM-Titel abgeben will. Er hatte 57 Siege und eine Niederlage gegen Max Schmeling auf „der Uhr“. Diese eine Niederlage konnte er im zweiten Kampf eindrucksvoll egalisieren. Joe Louis musste niemandem mehr etwas beweisen.

Doch es sollte anders kommen: Louis war sich scheinbar nicht darüber im Klaren, wie es um seine Finanzen bestellt ist. Er hatte erhebliche Steuerschulden und musste weiter boxen, um seine Verbindlichkeiten zu mindern. Prompt kassierte er im September 1950 bei seinem „Comeback“ eine Punktniederlage gegen Ezzard Charles. Nur zwei Monate später besiegte er Cesar Brion. Im Jahr 1951 stand Louis bis August sieben mal im Ring. Er kämpfte im Oktober gegen den 9 Jahre jüngeren Rocky Marciano, der zuvor in 37 Kämpfen unbesiegt war. Das sollte sein letzter Kampf werden.

Louis und Marciano lieferten sich eine „Abnutzungsschlacht“, die weitgehend in der Nahdistanz geführt wurde. Hier hatte Marciano mit den härteren und präziseren Treffern die besseren Karten und wohl auch die besseren Nehmerfähigkeiten. Louis musste in Runde 8 zu Boden und wurde angezählt. Der nächste Niederschlag folgte nur wenig später. Diesmal flog Louis völlig entkräftet durch die Seile und blieb am Boden. Der Kampf war aus und Louis hing seine Boxhandschuhe endgültig an den Nagel. Gerüchten zufolge soll Marciano nach dem Kampf in seiner Kabine hemmungslos geweint haben: Er hatte Joe Louis, sein Idol und Vorbild, KO geschlagen.

Hier der Kampf vom 26. Oktober im Madison Square Garden New York:

Als Louis seine Karriere beendete, stand sein Kampfrekord bei 66 Siegen (52 KO) und 3 Niederlagen (2 KO). Er soll insgesamt ca. 5 Millionen Dollar an Börsen verdient haben. Aber der „Braune Bomber“ hatte keinen Cent mehr davon in der Tasche. Seine scheinbar verschwenderische Art, mit Geld umzugehen und das Einwirken von diebischen Managern, Beratern und anderen Trittbrettfahrer hatte dafür gesorgt, dass er finanziell vor den Aus stand. Louis arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1981 als Türsteher in einem Nachtclub. Er starb als armer Mann, der finanziell von Freunden wie Max Schmeling und Sony Liston unterstützt wurde. Auf Wunsch vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan wurde Louis auf dem Nationalfriedhof Arlington beerdigt. Auch hier war es Max Schmeling, der dafür teilweise die Kosten übernahm.

Hier zu sehen: Joe Louis in seinen besten Tagen:

 

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2 Kommentare

  1. 17. April 2020 at 14:44 —

    Es ist sicherlich richtig das viele Boxer, zumindest diejenigen die es ganz nach oben geschafft haben, mit ihren Geld nicht umgehen können und am Ende ihrer Karriere oder vielleicht auch schon vorher, nichts mehr haben, aber ich denke auch das in früheren Zeit die Boxer von ihren Managern noch extremer abgezockt wurden!?

    Der ehemalige Schwergewichts-WM Primo Canera ist auch so ein tragisches Beispiel der von seinen Umfeld gnadenlos über den Tisch gezogen wurde!

    • 17. April 2020 at 17:04 —

      Ja, früher war die Abzockerei schlimmer. Heute sind aber auch die Börsen weit höher wenn noch TV-Gelder mit einfließen. Die Manager verdienen immernoch kräftig mit. Aber insgesamt ist es wohl nicht mehr so wie vielleicht zu Louis Zeiten, wo der Boxsport in den USA weitgehend in der Hand irgend welcher zwielichtigen Leute war.

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