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Joan Guzman verletzt sich und verliert WBA-Titelkampf gegen Allakhverdiev

Am Freitagabend zeigte Ex-Weltmeister Joan Guzman sein Alter im Kampf gegen Khabib Allakhverdiev. Der 36-jährige Dominikaner verlor den Kampf um den WBA-Titel im Halbweltergewicht nach Punkten, nachdem der Kampf in der achten Runde wegen einer Verletzung von Guzman abgebrochen werden musste. Allakhverdiev hatte die mittleren Runden des Kampfes bestimmt und einen Niederschlag erzielt und war damit der verdiente Sieger.

Von Beginn an drängte Khabib Allakhverdiev den Favoriten zurück und übte konstanten Druck aus. Nach nur anderthalb Minuten nahm der Kampf auch schon ordentlich Fahrt auf und wurde hitziger, als beide gute Treffer landeten und Guzman Allakhverdiev bereits leicht beeindruckte. Auch in der zweiten Runde befand sich Allakhverdiev weiter im Vorwärtsgang und hatte am meisten Erfolg, wenn er Guzman an den Seilen stellen konnte, während dieser sich aufs Kontern verlegte.

Das Tempo blieb weiter hoch und im dritten Durchgang erzielte Allakhverdiev überraschend den ersten Niederschlag des Abends. Er sprang mit einer Rechten in den Mann, die Guzman die Balance leicht verlieren ließ, und streckte den Dominikaner dann mit einer weiteren kurzen Rechten zu Boden. Als Guzman wieder hoch fand, setzte Allakhverdiev gut nach und entschied so die Runde deutlich für sich, zumal er ihn auch noch einmal mit einem rechten Haken beeindruckte. Die vierte Runde begann mit offenen Schlagabtauschen, die erst Allakhverdiev, dann Guzman leicht angeschlagen hinterließen. Guzmans Schlagtechnik schien jedoch zu diesem Zeitpunkt nachzulassen, und Allakhverdiev, der nun klar effektiver agierte, übernahm die Kontrolle.

So erzielte der Russe in Runde Fünf eigentlich den nächsten Niederschlag, als er Guzman mit einer Kombination zu Boden schickte, doch der Ringrichter entschied wohl fälschlicherweise auf einen Ausrutscher. Trotzdem setzte Allakhverdiev direkt nach und überwältige Guzman regelrecht in der Halbdistanz. Joan Guzmans Gesicht war zudem inzwischen blutverschmiert dank einer Nasenverletzung, die der Ringrichter bald darauf auch vom Ringarzt inspizieren ließ. Zu diesem Zeitpunkt kam Khabib Allakhverdiev immer wieder mit der linken Geraden durch, während Guzman sich zwar nach Kräften wehrte, sich aber auf den Kampf seines Gegners einließ.

Das änderte sich jedoch in der sechsten Runde, als Joan Guzman sich plötzlich wieder mehr bewegte, sich nicht stellen ließ und aus der Distanz heraus seine Schnelligkeit ausspielte. Allakhverdiev wusste kein Mittel dagegen und wirkte bald darauf sogar schon frustriert. Auch in der siebten Runde lief es so weiter ehe die achte Runde die nächste Überraschung bereithielt.

In einem Schlagabtausch fiel Guzman, wie bereits ein paar Mal zuvor im Kampf, zu Boden und verdrehte sich dabei anscheinend das Knie. Nur unter Schmerzen stand er wieder auf, und nach einer kurzen Pause gab der Ringrichter das Gefecht wieder frei. Allakhverdiev sah seine Chance gekommen wieder die Initiative zu ergreifen und stellte den bewegungseingeschränkten Guzman sofort an den Seilen. Wie besessen ließ er Dutzende von Schlägen auf den Dominikaner einhageln um möglicherweise einen Abbruch zu erzielen. Joan Guzman ging auch bald darauf zu Boden, jedoch nicht aufgrund von einer Schlagwirkung. Sein Knie schien es ihm nun nicht mehr zu erlauben weiter zu machen, so dass der Ringrichter den Kampf abbrach und die Punktrichter ein technisches Urteil fällen ließ.

Khabib Allakhverdiev schien nach Punkten vorne zu liegen, doch die Punktrichter machten es spannend und fanden nur zu einer Split Decision. Mit 76-75, 75-76 und 76-75 sahen sie den Russen knapp vorne und erklärten ihn damit zum neuen WBA-Weltmeister. Für Joan Guzman war es die allererste offizielle Profiniederlage in seinem sechsunddreißigsten Kampf. Allakhverdiev hingegen bleibt ungeschlagen.

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5 Kommentare

  1. SergioMartinez
    1. Dezember 2012 at 06:12 —

    Ich glaube da lagen wir wohl alle Falsch!!!

  2. Ferenc H
    1. Dezember 2012 at 13:38 —

    Nicht ganz: DerDude hat den Allakhverdiev auf KO6 und HamburgerBuam hat Punktsieg für den.

    Mfg

  3. El Demoledor
    1. Dezember 2012 at 18:09 —

    Hätte ich auch nicht erwartet dieses Ergebnis, vor allem so deutlich (auch wenn das Resultat knapp war).

    Guzman scheint seine beste Zeit hinter sich zu haben; mit 36 ist man in dieser Gewichtsklasse halt im Spätherbst seiner Karriere.

    Gratulation an den Russen, der doch bislang weitestgehend außerhalb des Radars der meisten Boxfans war.
    Allakhverdiev hatte schon gegen Mabuza fantastische linke Haken geschlagen; sehr hart und präzise, obwohl sein Kampfrekord nicht so für einen Puncher steht.
    Mal gucken, was da noch so geht für ihn.

  4. JohnnyWalker
    1. Dezember 2012 at 20:05 —

    Sicherlich hat Guzman anfangs richtige Schwierigkeiten gehabt, hat sich aber ab Runde 6 gefangen und sein Können gezeigt. Allakhverdiev war ab da eigentlich nicht mehr in der Lage so ein Tempo zu gehen und war mausetot. Das er in der 8. Runde dann noch mal so abgeht, ist eher ein Verdienst des seines vorherigen Fouls, in dem er Guzman zu Boxen schickte und dieser sich verletzte. Dazu gab die Unterbrechung Allakhverdiev, die nötige Pause um dann noch mal hohes Tempo zu gehen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Allakhverdiev spätestens in Runde 12 zu Boden gegangen wäre, er sah nicht mehr wirlich frisch aus und hat sich schon ab Runde 5, öfters mal kleine Pausen gegönnt, welche mit zunehmender Kampfdauer immmer länger wurden.
    Ich würde mir ein Rematch wünschen, da Guzman sehr wohl auch 4 Runden gewonnen haben könnte. Das Benjamin da anderer Meinung ist, sollte man aber nicht als Fakt betrachten.
    Wer den Kampf gesehen hat, der hat erkannt, dass dieser Kampfverlauf und die schnellen Hände Allakhverdiev’s ein bisschen die guten Körperhaken von Guzman in den Schatten stellen. Auf den Punktzetteln, gab es aber eben auch knappe Runden.

  5. MainEvent
    1. Dezember 2012 at 20:28 —

    Guter Fight

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