Jetzt am Samstag: Ramirez vs Bösel

Jetzt am Samstag: Ramirez vs Bösel

Seit knapp einer Woche ist Dominic Bösel in den USA. Am Samstag will der IBO-Champion im Halbschwergewicht gegen Gilberto Ramirez antreten. Der Mexikaner boxte lange im Supermittelgewicht, demontierte 2016 Ex-Weltmeister Arthur Abraham vernichtend und hat seine bisherigen vier Fights im Halbschwergewicht alle gewonnen.

Jetzt will der 30-jährige Ex-Weltmeister im Supermittelgewicht unumstrittener Champion im Halbschwergewicht werden. Wie Jake Donovan es in einem seiner Artikel bei „Boxingscene“ etwas drastisch schreibt, sei der bislang in 43 Fights ungeschlagene ehemalige WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht dazu bereit, „jeden auf seinem Weg platt zu machen“.

Das wäre demzufolge nun erst einmal Dominic Bösel. Ramirez hat in einem Interview erklärt, er wolle den SES-Boxer durch KO besiegen: „Ich suche nach einem frühen Knockout und glaube, dass ich es schaffe. Ich habe viel Arbeit und viele harte Hände in mein Trainingslager gesteckt.“

Der Gewinner des Kampfes wird Pflichtherausforderer für den WM-Gürtel der WBA, den nach wie vor Dmitry Bivol trägt. Ramirez, der bei der WBA auf #2, der IBF auf #4 und der WBO auf #2 geführt wird, ist der klare Favorit dieses Kampfes und hat zugegeben, dass er sich nicht allzu viel mit Bösel beschäftigt hat: „Ich weiß nicht viel über ihn, aber ich weiß, dass er hart ist, und er wird bereit sein, zu kämpfen. Er wird versuchen, mir einen großartigen Kampf zu liefern, seinen besten Kampf. Aber bin ich vorbereitet und bereit.“

‚Zurdo‘ Ramirez ist zwar nicht unbedingt ein „one punch wonder“, aber hat mit 67,44% im Vergleich zu Bösels 35,29% eine wesentlich höhere KO-Quote. Bösels Coach Georg Bramowski stellte seinen Boxer deswegen auf einen schlagstarken Gegner ein. In der Vorbereitung soll Dominic Bösel beim Sparring gegen Cruisergewichtler Kajetan Kalinowski zu Boden gegangen sein. Bramowski erklärte in einem „Bild“-Interview: „Das gehört dazu. Er muss wissen, was auf ihn zukommt. Er braucht die Härte. Nur so kann er bestehen.“

Dominic Bösel weiß, auf was er sich einlässt und hat den Kampf von Ramirez gegen Arthur Abraham nicht vergessen: „Er hat Arthur damals ganz schön verhauen. Arthur war sehr passiv, ich will das nicht sein. Ich will einen richtigen Kampf liefern und kein Opfer sein. Das wird kein passives Boxen. Ich werde aktiv sein und angreifen. Mein Plan ist, ihn aus dem Konzept zu bringen. Er ist der Favorit und hat den Druck. Aber ich bin entspannt und freue mich auf diese Herausforderung. Diese Chance kommt so nur einmal im Leben.“ Der Kampf findet in der Toyota Arena im kalifornischen Ontario statt. DAZN überträgt live.

Team Bösel in den USA (Steinforths Sohn Justin, Georg Bramowski, Dominic Bösel und Cutman Jörg Hohmann)

13 Gedanken zu “Jetzt am Samstag: Ramirez vs Bösel

  1. Er bekommt eine Chance in den USA zu boxen, die jemand wie er vermutlich nicht oft bekommen würde….warum nicht.
    Seine Chancen zu gewinnen? Null…aber er war dabei.
    Ich bin nach Jahren mal wieder zum MMA-Training gergangen. Obwohl ich mich gut geschlagen habe, habe ich von einem der jüngeren Generation ganz gut Keile bekommen, aber wisst ihr was?
    Manche Schmerzen fühlen sich gut an.
    In der „krassesten“ Pandemie aller Zeit wieder andere „berühren“ zu dürfen, tat mir gut. Ich habe mich so richtig lebendig gefühlt, trotz der unzähöligen Blessuren.

      1. boxingscene schreibt das hier:
        Boesel thus regained the IBO belt when he beat Krasniqi in a rematch that also was a WBA eliminator. He still holds the IBO title but the moment he enters the ring against Ramirez he will be stripped of that title as it is not on the line in the Ramirez fight.
        boxingscene.com/euro-news-kossobutskiy-vs-duhaupas-yoka-vs-kabayel-robin-safar-more–166118

  2. Hmmm…..die Nr. 1 und die Nr. 2 der WBA gegeneinander…..eigentlich gibt es da nichts zu meckern…eigentlich, aber Bösel kommt als Opfer. Alles andere als ein eindrucksvoller Ko-Sieg für Ramirez würde mich überraschen.
    Egal welcher deutsche Boxer in den Top-15 der diversen Ranglisten platziert ist, mit der Weltspitze kann derzeit keiner mithalten!

    1. naja vielleicht baraou. culcay teilweise. aber ansonsten ist die taktik der deutschen boxer klar. gut in den ranglisten platzieren und dann auswärts für eine gute börse gegen die top leute zum verlieren kommen. das haben feigenbutz, deines, kölling und viele andere schon durch und jetzt ist halt bösel dran.

      1. Geile Motivation der deutschen Boxer, mal will nicht ganz groß rauskommen, sondern nur den „Payday“ abgreifen, was auch immer sie dadrunter verstehen? Was wird Bösel hier kriegen? Vielleicht 20 k? Wenn ja, ist das mehr als traurig.

        1. ich glaube das ist eher die taktik der promoter und manager und die werden wissen, dass keiner dieser boxer jemals groß rauskommen wird. also machen sie das beste aus den voraussetzungen. und bösel wird sicher nicht für 20k da boxen.

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