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Jesus Gonzales besiegt Francisco Sierra – beide Boxer am Boden in starkem Kampf

Einen erwartet guten Kampf lieferten am Samstagabend Jesus Gonzales und Francisco Sierra in Phoenix ab. Nachdem sich beide Boxer zwölf Runden lang intensiv bekriegt hatten und jeweils einmal zu Boden gegangen waren, gewann Gonzales am Ende dank eines guten letzten Drittels den Kampf verdient nach Punkten und damit den nordamerikanischen Supermittelgewichtstitel.

Francisco Sierra, der den Kampf kurzfristig angenommen hatte, war am Vortag sieben Pfund über dem abgemachten Supermittelgewichtslimit geblieben und hatte 20 Prozent seiner Börse an Gonzales abgegeben und nun im Ring einen klaren Gewichtsvorteil. Der ehemalige Amateurstar Jesus Gonzales, der seine einzige Niederlage vor sechs Jahren hatte hinnehmen müssen und nun auf den Weg zurück in die Weltspitze ist, ging als leichter Favorit in den Kampf, doch die Schlagkraft der beiden Protagonisten machten den Kampfausgang von Anfang an unvorhersagbar.

Der größere und längere Sierra gab vom ersten Gong an zu oft seinen Reichweitenvorteil auf anstatt aus der Distanz mit dem Jab zu boxen. Die erste Runde wurde von einer guten linken Geraden von Gonzales akzentuiert, während Sierra in der zweiten Runde einen krachenden rechten Konter ins Ziel brachte, der Gonzales sichtbar wackeln ließ. Eine gute Kombination gegen Ende der Runde war nicht mehr genug für Gonzales die Runde für sich zu entscheiden. Während Sierra auch in der dritten Runde mehr Erfolg hatte, sowohl von außen als auch im zunehmend offenen Schlagabtausch, gelang Jesus Gonzales dann in Runde Vier der erste Niederschlag des Kampfes. Eine linke Gerade zum Körper ließ Sierra zu Boden sinken und nach Luft ringen. Diese fand er erst am Ende der Runde ein wenig wieder, nachdem er den Rest der Runde versucht hatte Gonzales aus dem Weg zu gehen.

Wer Gonzales jetzt schon auf der Gewinnerstraße sah, sah sich eine Runde später getäuscht. Denn plötzlich schlug eine sehr weite Rechte an Gonzales Kinn ein und schickte ihn schwer zu Boden. Der 26-Jährige konnte sich jedoch glücklich schätzen, dass nur noch wenige Sekunden in der Runde verblieben, so dass er sie ohne weiteren Schaden überstand und sich in der Rundenpause ein wenig erholen konnte.

Es war jedoch Sierra der dem hohen Tempo in der folgenden Runde ein wenig Tribut zollen musste und den Fuß vom Gaspedal nahm. Gonzales fand noch nicht das Rezept das wirklich auszunutzen, doch in der siebten Runde dann entschied er sich dazu Sierra noch mehr zu ermüden und vornehmlich den dehydrierten Körper des Mexikaners anzuvisieren, womit er viel Erfolg hatte. Inzwischen war das Gesicht von Jesus Gonzales blutüberströmt, nachdem das Blut bereits seit der dritten Runde aus seiner Nase floss und er später noch eine Cutverletzung erlitt. Das actionreiche, zuschauerfreundliche Gefecht hinterließ jedoch auch seine Spuren bei Francisco Sierra. In der achten Runde öffnete sich ein Cut über dessen linkem Auge, das auch sein Gesicht schnell rot färbte. Gegen Ende der Runde instruierte der Ringrichter dann auch beide Boxer sich von den Ringärzten untersuchen zu lassen, die den Kampf aber weiterlaufen ließen.

Das boxerische Niveau war weiterhin nicht das Allerhöchste, was aber keinem Zuschauer störte, da beide Boxer alles gaben und immer wieder gute Treffer austeilten und hinnahmen. Die schnelleren Hände von Jesus Gonzalez verschafften ihm zu diesem Zeitpunkt meist leichte Vorteile in den Schlagabtauschen, doch seine klaffenden Defensivlücken machten die Runden trotzdem eng. Ein weiterer Doktorbesuch von Gonzales in der neunten Runde versicherte den Ringrichter, dass der Cut nicht die Fortführung des Kampfes verhinderte. Der Ringrichter hatte klar gestellt, dass der Cut von Gonzales von einem unabsichtlichen Kopfstoß stammte, während die Verletzung über Sierras Auge durch einen legalen Schlag entstanden sei.

Mit nur noch zwei zu boxenden Runden musste Sierra jetzt komplett auf den KO aus sein, da Gonzales nach Punkten vorne zu liegen schien und ein Abbruch wegen der Verletzung nur zu den Punktkarten führen würde. Stattdessen bestimmte in der elften Runde jedoch wieder Gonzales das Geschehen, während der sichtlich müde Sierra auf den einen Schlag wartete, der das Pendel in seine Richtung schwingen würde. Jedoch fand er diesen weder in der elften noch in der zwölften und letzten Runde, in der Gonzales erneut das Ruder in der Hand hatte, so dass die Punktrichter zu Rate gezogen wurden. Diese erklärten Jesus Gonzales verdientermaßen zum Sieger durch einstimmige Punktentscheidung. Das genaue Urteil lautete 116-110, 115-111 sowie ein zu hohes 117-109 für den US-Amerikaner.

Jesus Gonzales feierte damit seinen siebenundzwanzigsten Profisieg, der zu seinen bislang besten zählen muss. Auf der anderen Seite musste Sierra seine vierte Niederlage hinnehmen und damit einen Rückschlag, nachdem er sich 2010 noch durch einen Überraschungssieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Don George in den Rankings hochgearbeitet hatte.

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