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Jesus Cuellar feiert Überraschungssieg in tollem Kampf gegen Claudio Marrero

In einer unterhaltsamen Ringschlacht gewann Jesus Marcelo Andres Cuellar am Freitagabend in Kalifornien den Interimstitel der WBA im Federgewicht. Etwas überraschend setzte er sich gegen den zuvor ungeschlagenen Dominikaner Claudio Marrero nach Punkten durch. Marrero tat sich schwer ein Rezept gegen den extrem aggressiven und wilden Argentinier zu finden und verlor daher seine weiße Weste.

Der Kampf begann gleich mit einem guten Tempo. Marrero wirkte technisch sauberer und schneller, während Cuellar recht wilde aber harte Schläge abfeuerte. Nichtsdestotrotz hatte der Argentinier in der ersten Runde Vorteile und kam öfter und besser durch. Er übte zudem mehr Druck aus und trieb Marrero nach hinten, wobei er ihn zu häufig an den Seilen stellen konnte. Das wilde Gewühle, zu dem der Kampf auch teilweise in Runde Zwei wurde, passte Cuellar mehr, während Marrero aus der Distanz heraus bei niedrigerem Tempo das Geschehen bestimmte. Die dritte und vierte Runde blieben extrem eng. Cuellar war viel aktiver, doch Marrero insgesamt etwas präziser, so dass beide etwa die gleiche Anzahl an Treffer landen konnten.

Der normalerweise ebenfalls eher aggressiv boxende Claudio Marrero war in die Rolle des Matadors gedrängt worden, doch hatte Schwierigkeiten den aggressiven und unberechenbar wilden Cuellar zu bändigen. Es gelang ihm nicht wirklich die weiten Angriffe effektiv abzukontern und ließ sich den Kampf des Argentiniers komplett aufzwingen. In Runde Sechs versuchte es Marrero dann aus der Normalauslage heraus, doch auch das half nicht. Nachdem er wieder zurück in die Rechtsauslage gewechselt war, kam es sogar noch schlimmer für ihn. Er ließ sich an den Seilen stellen, kassierte ein paar gute Treffer und fiel dabei rücklings durch die mittleren Seile. Der Ringrichter wertete dies zu Recht als Niederschlag und zählte den Dominikaner an.

Marrero musste langsam etwas ändern und tat dies auch in der siebten Runde. Er warf die Defensivarbeit über Bord und ließ sich auf einen komplett offenen Schlagabtausch ein. Wie wild tauschten beide Boxer Schläge und Treffer aus. Nach einer harten linken Geraden schien Cuellar kurz angeschlagen, und Marrero setzte im Vorwärtsgang nach. Doch Cuellar kam eine Minute vor Schluss der Runde zurück und landete harte Treffer zum Kopf von Marrero, der seinerseits mit wilden Schwingern antwortete. Beide Boxer ließen ihre Fäuste weiterhin fliegen bis der Gong die extrem unterhaltsame Runde beendete.

In der achten Runde boxte Marrero dann wieder vorsichtiger und bewegte sich erneut mehr durch den Ring, was Cuellar wieder den Kampf machen ließ. Ein Cut am rechten Auge, den er nach einem Zusammenkommen der Köpfe erlitt, machte Marrero dann das Leben in der Neunten noch schwerer, zumal Cuellar weiter die Oberhand behielt. Der Argentinier schien nach Punkten uneinholbar davon zu ziehen, doch Marrero legte in den letzten drei Runden noch einmal alles in die Waagschale. Er wirkte hinten heraus etwas frischer und ließ seine Fäuste nun präziser fliegen, während Cuellar etwas weniger machte und das Tempo schleifen ließ. Marreros Schlussspurt sollte jedoch nicht genug sein um den Kampf noch zu drehen. Die drei Punktrichter sahen Cuellar mit 115-112, 114-113 und 116-111 verdient vorne.

Damit darf sich Jesus Cuellar nun Interimsweltmeister der WBA im Federgewicht nennen. Der 26-jährige Argentinier verbesserte seinen Kampfrekord auf 23 Siege bei nur einer Niederlage, die er vor zwei Jahren gegen Oscar Escandon kassierte. Claudio Marrero verlor hingegen zum ersten Mal als Profi. Der 24-jährige Dominikaner steht nun bei 14(11)-1(0).

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