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Jermall Charlo, Gervonta Davis, Adrian Broner, Jessie Vargas – Eine Standortbestimmung

Die wohl am hochkarätigsten besetzte Fightcard des letzten Samstags wurde den Fans des gepflegten Faustkampfes im Barclays Center New York geboten. Es gab zwar keine groß angekündigten Super-Fights zu sehen, aber die Akteure dieses Events haben mit ihren Leistungen ihren boxerischen Standort bestimmt und sich damit für zukünftige große Kämpfe empfohlen.

Adrian Broner vs Jessie Vargas

Adrian Broner ist vielleicht nicht unbedingt „everybodys Darling“ und fällt schon mal durch sein provozierendes Auftreten und gelegentlichen Konflikten mit dem Gesetz aus der Rolle, aber im Ring zeigte er am Samstag gegen Jessie Vargas eine solide Leistung. Vargas kam zu Beginn besser in den Kampf. Broner landete dabei trotzdem immer wieder gute Treffer. In den weiteren Runden übernahm Broner nach und nach die Vorherrschaft im Ring. Offenbar zahlt es sich aus, dass Broner endlich sein Training unter Cunningham etwas ernster nimmt als man es von ihm kennt. Es gab vielleicht so manchen Zuschauer, der gehofft hat Broner endlich mal KO gehen zu sehen, aber danach sah es absolut nicht aus.

Am Ende gab es mit 115:113 und 2x 114:114 ein mehrheitliches Unentschieden, über das sich beide Seiten erst einmal aufregten. Lässt man den Kampf noch einmal Revue passieren und denkt an beide Karrieren, ist es das Beste was Broner und Vargas passieren konnte. Dieses Urteil bedeutet für keinen von Beiden einen herben Rückschlag. Im Gegenteil, sie konnten sich mit ihrem Fight als Top-Herausforderer für Titelkämfe empfehlen. Es wäre kein Wunder, wenn sowohl Broner, als auch Varges noch in diesem Jahr zu einem großen und gut bezahlten Fight antreten. Bereits am Sonntag war von einem Kampf zwischen Adrian Broner und Amir Khan die Rede.

Gervonta Davis vs Jesus Cuellar

Bei diesem Kampf ging es um den vakanten WBA-Superchamp Titel im Superfedergewicht. Es ist wieder einmal so ein WBA-Witz, jetzt extra noch einen vakanten Superchamp-Titel ausboxen zu lassen, nachdem man erst im Oktober den regulären Titel neu vergeben hat. Offenbar ist Alberto Machado noch nicht bekannt genug, alleiniger WBA-Weltmeister zu sein. Gervonta Davis war bisher IBF-Champ, verlor den Titel aber, weil er bei seinem letzten Kampf am Gewichtslimit scheiterte. Cuellar kämpfte zum ersten mal im Super-Feder. Er war vorher WBA-Champ im Federgewicht, stand aber seit seiner Niederlage gegen Abner Mares im Dezember 2016 nicht wieder im Ring.

Davis hatte bisher fast jeden Kampf vorzeitig gewonnen. So sollte es auch diesmal kommen. Er landete bei Cuellar bereits in Runde 2 einen harten Körpertreffer, er ihn auf die Knie zwang. In Runde 3 waren es wieder harte Körperhaken, die Cuellar runter brachten. Nach dem erneuten Anzählen wurde der Kampf noch einmal frei gegeben. Davis nutzte die Gelegenheit zu einem vernichtenden Angriff und machte „den Sack zu“. Ergebnis: TKO 3 Sieg für Davis.

Was kann am demnächst von Davis erwarten? Es gab und gibt nach wie vor den Wunsch der Boxfans, dass Davis gegen Lomachenko kämpft. Ob es jemals dazu kommt? Loma boxt im Mai um den WBA-Gürtel im Leichtgewicht. Für Davis und die WBA ist wahrscheinlicher, dass es einen Kampf zwischen regulärem und Super-Champ gegen wird.

Jermall Charlo vs Hugo Centeno jr

Bei Charlos zweitem Kampf im Mittelgewicht sollte es um den Interim-Titel des Verbandes WBC gehen. Man hatte mit Centeno einen guten aber machbaren Gegner für den Charlo Zwilling gewählt. Centeno jr hatte gegen de la Rosa und zuletzt gegen Aleem gezeigt, was er kann. Doch dieser Kampf nahm ein schnelles Ende.

In der ersten Runde passierte noch nicht viel. In Runde 2 wollte Charlo es wissen von Beginn an und eröffnete die Jagd. Der 2. Durchgang lief noch keine Minute, als Centeno von einer Linken zum Kopf gefällt wurde und liegen blieb. „The Boss“ aus Oxnard / Kalifornien wurde von Charlo ins Reich der Träume geschickt und erst einmal blieb liegen. Die Frisur saß noch richtig, aber das war auch schon Alles. Mit diese KO2 empfahl sich Jermall Charlo für eine Titelfight gegen Gennady Golovkin. GGG und der Interim-Titelträger werden es dieses Jahr zwar kaum miteinander zu tun bekommen, aber sollte Golovkin das Rematchgegen Canelo bestreiten und gewinnen, wäre Charlo der nächste heiße Kandidat für einen WBC-Titelkampf.

Jermall Charlo, Gervonta Davis, Adrian Broner und Jessie Vargas haben bei diesem Event ihren momentanen Standort bestimmt. Es waren durchweg gute Empfehlungen zu zukünftigen Top-Kämpfen.

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2 Kommentare

  1. 25. April 2018 at 02:27 —

    Charlo hatte einen guten, aber doch auch handverlesenen Gegner vor den Fäusten, gegen Golovkin oder Jacobs wären seine Chancen eindrucksvoll zu gewinnen geringer, wenn überhaupt ein Sieg möglich wäre!?

  2. 25. April 2018 at 13:04 —

    Sag mal, Fuchs, kriegst du mit mit, dass regelmäßig Einträge für “Boxkampf Termine im November 2009” unter allen möglichen merkwürdigen Namen auftauchen? In dem Fall “Porsche Service”

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