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Jeanette Zacarias Zapata stirbt mit 18

Als Jeanette Zacarias Zapata (Bilanz: 2-3-0 bei zwei Niederlagen durch KO) am 28. August mit ihrer Gegnerin Marie Piere Houle im Ring stand, hat die junge mexikanische Weltergewichtlerin vermutlich mit einer weiteren Niederlage gerechnet. Ihre kanadische Gegnerin hatte nicht nur die bessere Bilanz, sondern auch die besseren Hände.

Nachdem sie schon die ersten drei Durchgänge dominiert hatte, gelang es Houle am Ende der vierten Runde, Zapata in der Ecke zu stellen und einige Powershots anzubringen. Nach einem soliden linken Aufwärtshaken kam das jähe Ende: ein weiterer rechter Haken ließ Zapatas Mundschutz fliegen. Als der Gong ertönte, konnte die 18-jährige nicht aus eigener Kraft in ihre Ecke zurückkehren.

Während ihr Trainer in den Ring sprang, bekam Zapata Krämpfe. Das medizinische Team der Veranstaltung legte die junge Boxerin auf eine Trage, ein Krankenwagen brachte sie ins nächstgelegene Krankenhaus.

Bei einer Pressekonferenz am darauffolgenden Wochenende erklärte der Organisator des Events, Yvon Michel, dass die 18-jährige in ein medizinisches Koma versetzt worden sei, die kommenden Tage wären allerdings kritisch. Bei ihrer Einlieferung in die Klinik sei die Prognose düster gewesen, sagte Michel, zuerst habe es so ausgesehen, als ob man eine Operation durchführen müsse. Da der Zustand von Zapata sich aber verbessert habe, hielten die Ärzte dies nicht mehr für notwendig. 

Am gestrigen Donnerstagnachmittag ist Jeanette Zacarias Zapata gestorben.

Marie Piere Houle, die zur Siegerin der Begegnung erklärt worden war, hatte kurz nach dem Boxkampf  in einem Interview noch gesagt: „Das ist nicht das, was man sehen will. Ich wollte definitiv den KO erzielen, aber ich hätte es vorgezogen, dass sie auf den Beinen ist und nicht auf einer Trage liegt. Ich drücke die Daumen, dass alles gut geht.

Kurz nach dem Kampf waren die Handschuhe und die Bandagen der Kanadierin von der Régie des alcools descourses et des jeux beschlagnahmt worden, um Houle gegebenenfalls zu entlasten. Soweit verlief der Kampf regelkonform, Ringrichter Albert Padulo jr dürfte ohne Schuld sein, zum Zeitpunkt des Abbruchs war auch die Ringglocke noch nicht erklungen.

 „Mit großer Trauer haben wir von einer Vertreterin ihrer Familie erfahren, dass Jeanette Zacarias Zapata heute Nachmittag um 15.45 Uhr verstorben ist“, schrieb Promoter Groupe Yvon Michel am Donnerstagabend auf Twitter. „Das gesamte Team der Groupe Yvon Michel ist von dieser schmerzlichen Ankündigung sehr betroffen. Wir möchten ihrer Familie, ihren Angehörigen, Freunden und insbesondere ihrem Ehemann Jovanni Martinez, der bis zu ihren letzten Momenten an ihrem Bett war, unser aufrichtiges Beileid aussprechen.”

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5 Kommentare

  1. 3. September 2021 at 09:49 —

    Vaya con dios pequeña mariposa………

    Eine Schande ist das, sie war ja noch ein halbes Kind.

    Oh man, diese traurige Nachricht passt ja leider genau zur aktuellen Diskussion hier im Forum, bei der einiger User die ganz offensichtlich noch nie selbst Erfahrungen auf der Matte oder im Ring gesammelt haben, trotzdem “gute” Ratschläge zu haben scheinen.

    Berufskampfsport ist und bleibt eine sehr gefährliche Berufswahl. Selbst wenn wir und dabei schließe ich mich selbst mit ein, Entertainment sehen wollen.

  2. 3. September 2021 at 09:57 —

    Mangelhafte Deckung, ein wachsendes Problem im Boxsport. Die Kunst des Boxens liegt nicht darin, die Schläge seines Gegners schlucken zu können, sondern den Schlägen des Gegners auszuweichen oder dessen Schlagkraft zu neutralisieren.

    Ein wachsendes Problem, weil immer mehr Boxtrainer auf die Schlagstärke ihrer eigenen Boxers setzen, anstatt deren Defensiv zu trainieren. Eine Null im Kampfrekord und eine hohe KO-Quote lassen sich nun mal viel besser verkaufen als eine gute Devensiv-Technik!

    R.I.P Jeanette Zacarias Zapata

  3. 3. September 2021 at 18:14 —

    Es stellt sich einmal mehr die Frage, wie man solche traurigen Ereignisse vermeiden kann. Es wird leider Gottes immer wieder passieren. Aber vielleicht wäre es mal ein Überlegung wert, wenn die Aufsicht führenden Verbände darauf achten, dass es keine absoluten Mismatches mehr gibt, die nur dafür da sind, dass irgendwer seinen Kampfrekord aufhübschen kann.

    Ein Kampf, wo man schon im Vorfeld erwarten kann, dass der Aufbaugegner schwer KO gehen wird, ist sinnlos und nur für die Statistik. Und wenn es dann auch noch so endet, ist alles zu spät.

  4. 3. September 2021 at 20:28 —

    Grauenhaft. R.I.P.

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