Top News

Jason Litzau sorgt für Riesenüberraschung durch Punktsieg über Celestino Caballero

Es war als Aufbaukampf für Celestino Caballero gedacht, der bereits in Verhandlungen mit Doppelweltmeister Yuriorkis Gamboa stand und die komplette Federgewichtselite vor den Augen hatte, doch Jason Litzau machte dem panamesischen Star am Samstagabend einen dicken Strich durch die Rechnung. In eine Kampf, der ein Anwärter auf „upset of the year“, die Überraschung des Jahres 2010 ist, gelang dem US-Amerikaner, dem keine Chancen gegeben worden waren, ein knapper unerwarteter Punktsieg.

Obwohl Caballero ordentlich in den Kampf startete und mindestens eine der ersten beiden Runden gewann, war schon früh zu erkennen, dass es kein leichter Abend für ihn werden würde. Jason Litzau zeigte sich disziplinierter als gewohnt, und Caballero hatte Probleme damit im Grunde zum ersten Mal gegen einen Gegner im Ring zu stehen, der genau so groß und lang war wie er selbst. Der Mann aus Panama, der vor kurzem noch in einigen Top-10-Pound-for-Pound-Listen zu finden war, trat das erste Mal im Superfedergewicht an, nachdem er bis vor kurzem noch im Superbantamgewicht geboxt hatte, und erst für seinen letzten Kampf ins Federgewicht aufgestiegen war.

Trotzdem hatte Caballero Probleme beim Gewichtmachen gehabt, kam beim ersten Einwiegen über dem Limit auf die Waage, und musste noch einmal abkochen. Zudem bestieg er am Kampfabend den Ring als Weltergewichtler mit 145 Pfund, was bereits als Anzeichen dafür aufgefasst werden konnte, dass er Jason Litzau auf die leichte Schulter genommen hatte, und nicht genug trainiert hatte. Doch Litzau, von dem viele Experten ausgegangen waren, dass er bereits innerhalb weniger Runden gegen Caballero KO gehen würde, zeigte die beste Leistung seiner Karriere und machte Caballero das Leben zur Hölle. Seine Athletik und schnellen Hände bereiteten Caballero Probleme, der auch aufgrund der ungewohnten Ausgeglichenheit bezüglich der Reichweite von Anfang an nicht das hohe Tempo einschlagen konnte, dass man von ihm gewohnt ist.

Während Caballero normalerweise über 100 Schläge pro Runde abfeuert, waren es im ersten Durchgang lediglich 32, und über die 10 Runden verteilt sollten es am Ende durchschnittlich gerade mal ungefähr 45 sein. Zwar hatte Litzau anfangs Probleme den beweglichen Panamesen klar zu treffen, doch auch Caballero fand nicht oft genug sein Ziel, und hatte dann nicht den erwarteten Erfolg. Denn Litzau, dem ein eher schwaches Kinn nachgesagt wird, nahm Caballeros Treffer hin ohne mit der Wimper zu zucken, und fand ab der dritten Runde dann so richtig in den Kampf.

Immer wieder stimmte sein Timing mit der rechten Hand und Caballero fand kein Mittel die Treffer zu verhindern. Zwar kam er mit einer guten vierten Runde zurück, doch von da an gehörte die Show fast ausschließlich Jason Litzau. Caballero wirkte seltsam ratlos und zunehmend frustriert. In der sechsten Runde wusste er sich nicht anders zu helfen als für die komplette Runde in die Rechtsauslage zu wechseln, was aber auch keine Besserung brachte. Litzau zog auf den Punktkarten gleich und sogar langsam an ihm vorbei.

Dass Caballero überhaupt eine erfolgreiche Runde in der zweiten Hälfte des Kampfes hatte, lag nur an Litzau selber, der sich eine dreiminütige Auszeit in der achten Runde nahm. Selbst zu diesem Zeitpunkt konnte Caballero das nicht entscheidend nutzen und Treffer landen, die den Kampf herum drehen könnten, und gewann die Runde lediglich, da Litzau fast gar nichts machte.

Die Sensation nahm immer konkretere Formen an, doch Litzau war sich bewusst, dass er die letzten beiden Runden noch einmal aufdrehen musste, und sie nicht wie die Achte verplempern durfte. Er wurde wieder aktiver, landete gute Treffer, vornehmlich rechte Geraden, und ließ Caballero, wie in den Runden zuvor, oftmals wie einen Amateur aussehen. Der Ex-Weltmeister im Superbantamgewicht zeigte nämlich schlampige Beinarbeit, eine sehr löchrige Defensive und technisch verbesserungswürdige Schläge, hinter denen so gut wie nie der komplette Körper steckte, sondern meist nur aus den Armen heraus kamen, und somit bei Litzau keinerlei Effekt zeigten.

Mit den letzten beiden Runden in der Tasche hatte sich Litzau den Sieg verdient, doch es blieb spannend, ob die Punktrichter dies auch zu würdigen wussten, oder ob sie den haushohen Favoriten, dem bei einer Niederlage lukrative Kämpfe durch die Lappen gehen würden, den Sieg schenken würden. Doch die beiden erfahrenen Punktrichter Dave Moretti und Glenn Trowbridge hatten alles richtig gesehen und Litzau mit 96-94 beziehungsweise mit 97-93 vorne, während nur der unerfahrene Punktrichter Al Lefkowitz Caballero mit 96-94 als Sieger sah.

Für Celestino Caballero scheint nun erst einmal ein Topkampf gegen Yuriorkis Gamboa ebenso vom Tisch wie ein schon oft angedachter Showdown mit Juan Manuel Lopez. Die Frage ist, ob ihm von Litzau wirklich die Grenzen aufgezeigt wurden, oder ob es auch zu großem Teil daran lag, dass er den US-Amerikaner auf die leichte Schulter genommen hatte. Litzau hingegen darf nach dem mit Abstand größten Sieg seiner Karriere möglicherweise auf eine Titelchance und einen großen Kampf hoffen. Mit der Leistung vom Samstagabend ist er da, je nach Gegner, unter Umständen auch nicht ganz chancenlos.

Voriger Artikel

Nach seinem Sieg gegen Katsidis: Marquez brennt auf dritten Pacquiao-Kampf

Nächster Artikel

Freddy Hernandez leistet keine Gegenwehr gegen Andre Berto

3 Kommentare

  1. Hardcore21
    28. November 2010 at 17:23 —

    boah wo sind denn da die Absätze?… da hat man ja gar keine lust zu lesen…

  2. Boxfanatiker89
    28. November 2010 at 23:01 —

    Geballte Boxnachrichten!!!

    NICE♥

  3. Tom
    29. November 2010 at 18:00 —

    Tja Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt!

Antwort schreiben