Top News

Jarrell Miller – Doping durch Sexpille?

Jarrell Miller – Doping durch Sexpille?

Ist die Einnahme eines Sexpräparates die Ursache für die positiven Dopingtests von ‚Big Baby‘ Miller? Zumindest behauptet der 32 Jahre alte Schwergewichtler aus Brooklyn das. Und die Untersuchungsergebnisse eines Labor in Los Angeles unterstützen Millers Aussage: in einem Mittel namens „Black Ant King“, das Miller nach eigenen Angaben zu sich genommen hat, soll die Substanz GW1516 nachgewiesen worden sein. Der Stoff, der den Fettab- und den Muskelaufbau fördert und Leistung und Ausdauer erhöht, ist gemäß der Dopingliste verboten.

In einem Interview hat Jarrell Miller nun erklärt, er habe das sexuelle Stimulans „Black Ant King“ mehrfach in Tablettenform zu sich genommen, auch schon vor der geplanten Begegnung mit Anthony Joshua im Jahr 2019. Aber er habe sich nie Gedanken darüber gemacht, dass die Einnahme des Präparates der Grund für einen positiven Dopingtest sein könne.

Einen kleinen Schönheitsfehler hat Millers Argumentation allerdings: das Vorhandensein des Wachstumshormons HGH und des Glycoproteins EPO, das die Ausdauer erhöht, kann Miller nicht mit der Einnahme von „Black Ant King“ erklären. Aber auch hier hat Miller eine Erklärung für das Vorhandensein der Stoffe in seinem Körper: es handelt sich angeblich um die Folgen einer medizinischen Behandlung, die er wegen einer Ellbogenverletzung bekam.

„Jeder zeigt mit dem Finger auf mich, aber nicht jeder hat die richtigen Informationen” hat sich Miller in einem Interview beklagt: „Wenn Eddie Hearn, Andre Ward oder Timothy Bradley etwas sagen, dann hören alle zu. Aber wenn ich das Mikrofon in der Hand habe und mit zwei oder drei Siege zurückkomme, werde ich sie zum Schweigen bringen.“ Ob und wann Jarrell Miller wieder in den Ring zurückkehren darf, steht allerdings noch in den Sternen. Soweit bekannt soll in Kürze eine Anhörung vor der Nevada State Athletic Commission stattfinden.

Möglicherweise orientiert sich die Kommission an einem ähnlich gelagerten Fall aus dem Jahr 2006. UFC-Star Jon Jones behauptete seinerzeit nach einem positiven Test auf zwei verbotene Substanzen, er habe ein Mittel gegen erektile Dysfunktion eingenommen. Die Laboruntersuchung unterstützte Jones` Behauptung, der Kampfsportler wurde aber trotzdem für ein Jahr gesperrt. Das Argument für die Sperre: Sportler sind für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel und Medikamenten selber verantwortlich. Oder wie der Volksmund sagt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Die amerikanische Arzneimittelbehörde hat übrigens schon 2015 vor der Einnahme von „Black Ant King“ gewarnt. In dem Produkt wurde ein Wirkstoff gefunden, der zu lebensbedrohlichem Blutdruckabfall führen kann. Andere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsstörungen, Schwindel, Sehstörungen und Schwerhörigkeit.

Voriger Artikel

Tippspiel KW 39 - 25.-30.09.20

Nächster Artikel

Boxsport Short News 25.09.2020

8 Kommentare

  1. 25. September 2020 at 08:50 —

    Jaja, die gute alte Rückwärtssuche.
    So schreibt man einen Roman, ausgehend vom Ende.
    Bei dem einen war es das Fleisch, welches er verspeiste, beim anderen sind es Pimmel-Pillen.
    Miller ist eine Freakshow, ein Marketing-Gag.

    • 25. September 2020 at 11:49 —

      wobei doch klar ist langjähriger anabolika missbrauch führt zu impotenz, daher braucht er auch sexpillen

  2. 25. September 2020 at 11:52 —

    man soll ihn 2-3 jahre sperren egal welches ausreden er bringt. selbst wenn es aus versehen wäre ändert das nichts wie im bericht ja geschrieben wird. außerdem war es nicht aus versehen. sperre und gut

  3. 25. September 2020 at 18:50 —

    Miller wird immer wieder dopen. Ist ja schön das er Pillen nimmt damit er noch einen Ständer bekommt, aber wie lassen sich die anderen Substanzen erklären die man in seinen Körper gefunden hat…seine Ärzte werden ja wissen das er Sportler ist und was er nehmen kann oder eben auch nicht!?
    Mindestens 10 Jahre Sperre, dann hat sich seine Boxerkarriere auch erledigt!

  4. 29. September 2020 at 13:58 —

    Ich bin ja auch kein Befürworter von Doping, aber wenn man seine diesbezügliche Sichtweise nur auf die Athleten beschränkt, erhält man nur einen marginalen Auszug von dem, was in der Doping-Welt so alles los ist:
    —————

    Die Presse
    In einer von seinen Anwälten verlesenen Erklärung räumte der Erfurter Mediziner Mark S. am Dienstag ein, ab 2012 Blutdoping an diversen Sportlern durchgeführt sowie Blutmanipulationen durch Komplizen organisiert zu haben.

    Bei den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen während der “Operation Aderlass” sind nahezu 150 Fälle von mutmaßlichen Verstößen gegen das Arzneimittel- und Antidopinggesetz von Mark S. festgestellt worden.
    —————–

    Und wer nun glaubt, dass Mark S. nur ein Einzelfall ist, der glaubt auch, dass es Mark S. dabei nicht um Geld ging.

    • 29. September 2020 at 14:12 —

      und jetzt? klar wo es einen markt gibt da gibt es auch jemand der ihn bedient. ist das gleiche mit den tachomanipulationen. wenn es keinen athleten geben würde der dopen will dann kann der doping arzt auch nix verkaufen.

  5. 29. September 2020 at 15:13 —

    Der Fall Miller hat mit systematischem und gewerbsmäßigem Doping wie bei Mark S. aus meiner Sicht nichts zu tun. Miller wurde nach dem Konsum von SARMs erwischt. SARMs (Selective Androgenic Receptor Modulators) sind keine Steroide, weniger potent als diese und in den USA meines Wissens nach nicht illegal, was Verkauf und Erwerb angeht, aber von WADA und anderen nationalen Antidopingagenturen schon lange auf die Liste verbotener Substanzen gesetzt.

    Das Mittel „Black Ant King“ enthält Sildenafil, denselben Wirkstoff, der auch in Viagra enthalten ist. Sildenafil ist problematisch für Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen, weshalb regelmäßig vor der unbedachten Einnahme von „Black Ant King“ gewarnt wird. Dass das Mittel GW501516 enthielte, mit dem Miller erwischt wurde, wäre mir neu. GW501516 ist eigentlich kein echter SARM, sondern ein so genannter PPARβ-Modulator, wird aber oft im Zusammenhang mit SARMs genommen (z. B. als „Cutting Stack“ mit LGD4043 oder RAD140) und verkauft. Es fördert die Ausdauer, Fettverbrennung, erhöht die Energie – alles Faktoren, die problematisch für einen so schweren und muskulösen Sportler wie Miller sein können. Es liegt aus meiner Sicht also nahe, dass Miller sich das Mittel bewusst im Drugstore um die Ecke besorgt hat, um sich einen Vorteil zu verschaffen, bzw. Nachteile, die er als ausgesprochen muskelbepackter und schwerer Sportler in einem High-Intensity-Sport hat, zu minimieren.

Antwort schreiben