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Jarrell Miller besiegt Fred Kassi

 

Bereits am 19. August kämpften Jarrell „Big Baby“ Miller (18(16)-0-1) und der aus Kamerum stammende Fred (Big Fred) Kassi (18(10)-6(2)-1) in Rochester (New York) gegeneinander. Dabei ging es um die Verteidigung von Millers WBO-NABA Gürtel. Diesen Gürtel trugen zuvor bereits Boxer wie Charles Martin, Jonathan Banks und Seth Mitchell.

Der 28-jährige Miller setzt bei seinen Kämpfen zunehmend auf seine enorme Körpermasse. Beim Wiegen vor diesem Kampf brachte er selbst für seine Verhältnisse rekordverdächtige 296,5 Pfund auf die Wage. Sein Gegner brachte es auf 237,25 Pfund. Macht Miller so weiter, wird er wohl im nächsten Kampf die 300 Pfund-Schallmauer durchbrochen haben.

Zum Kampf: Kassi übernahm von Beginn an das Heft des Handels, jedoch ohne bei Miller Eindruck zu hinterlassen. Er wechselte die Auslage und man konnte vielleicht ahnen, dass er Probleme mit seiner Schlaghand hatte. So war es auch: Nach 3 Runden trat er nicht mehr an. Er hatte sich offenbar bereits in der ersten Runde die Hand gebrochen. Wer den Kampf sehen möchte, wird hier fündig: (Klick)

Miller nach dem Kampf: „Ich wusste, dass ich heute 3 bis 4 Runden brauchen würde um in Gang zu kommen. Aber ich bekam schon in der zweiten Runde Aufwind. Ich wusste, dass er verletzt sein muss. Ich traf ihn an Kopf und Körper und es musste ein vorzeitiger Sieg werden.“ Der vorzeitige Sieg kam, aber nicht durch einen Schlag Millers, sondern wegen Aufgabe. Miller sagte, er wollte ihm eigentlich den Kiefer brechen, aber das Ende kam wegen einer gebrochenen Hand. Miller: „Ich ziehe meinen Hut vor Deontay Wilder. Der kämpft auch mit einer gebrochenen Hand weiter. Das ist was Champs auszeichnet. Kassi wollte das nicht.“

Miller weiter: „Lassen sie uns über Tyson Fury reden. Der beschwert sich laufend und ist immer krank oder irgendwas.“ In dem Zusammenhang schwenkt dann auch Millers Meinung über Wilder um: „Wilder bricht sich aller 5 Minuten einen Finger. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es still wird um diese Jungs.“ Große Stücke hält Miller scheinbar von Anthony Joshua. Es wäre ein Mega-Kampf und Joshua solle sich schon mal seinen Namen merken.

Kassi wurde nach dem Kampf ebenfalls befragt: „Ich muss mir die Hand schon in der ersten Runde gebrochen haben. Ich spürte jedes mal den Schlag wenn ich ihn traf. Ich wollte im Kampf bleiben, aber das war ein großer Kerl und ich konnte meine Hand nicht benutzen. Wenn man gegen einen Kerl kämpft, der 50 Pfund schwerer ist, braucht man alle Waffen.“

Man muss sehen, wie weit es Jarrell Miller noch schaffen wird. Er ist ein sehr robuster Kampfer, aber reicht das für Reihe 1 des Schwergewichts? Wohl kaum. Es kann nicht sein, dass ein Boxer hauptsächlich auf seine gewichtige Schwungmasse setzt. Was ihm mit steigendem Gewicht einfach immer mehr abhanden kommt, ist die Reaktionsschnelligkeit. Er stand auch noch nie länger als 7 Runden im Ring. Ohne Kassis Verletzung hätte das vielleicht noch ein ganz interessanter Kampf werden können, wenn Miller ab der Kampfmitte womöglich langsam die Luft ausgeht. Seine nächsten Kämpfe werden aufschlussreich sein.

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4 Kommentare

  1. Welcher kreative Mensch hat das erstaunliche Kampfplakat entworfen und Fred tatsächlich “Frad” geschrieben ? Dachte Johannes wäre der einzige mit Grammatikalischen Defiziten.

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