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Jamel Herring dominiert Carl Frampton

Jamel Herring dominiert Carl Frampton

Im Caesars Palace in Dubai hat WBO-Federgewichtsweltmeister Jamel Herring am gestrigen Abend seinen britischen Herausforderer in den Ruhestand geschickt. Nachdem er durch TKO 6 verloren hatte, verkündete der 34 Jahre alte Carl Frampton seinen Rücktritt.

Nicht nur die Klasse von ‚Semper Fi‘, vor allem die Größen- und Reichweitenunterschiede der beiden Kämpfer (Frampton: 165 / 165 cm, Herring: 178 / 183 cm) sorgten dafür, dass Frampton „kein Bein auf den Boden“ bekam.

Und so konnte Herring zumeist aus der Distanz das Geschehen im Ring kontrollieren. Von Anfang an behauptete der 35-jährige US-Amerikaner die Ringmitte und unterband den – für Frampton vorteilhaften – Infight durch Klammern.

Einen kurzen Hoffnungsschimmer für Frampton gab es in Runde 4, als Herring von einem Schlag über sein rechtes Auge einen Cut davontrug und es Frampton in Folge gelang, ein paar Schläge zu platzieren, doch Herring nahm ‚Jackal‘ Frampton im fünften Durchgang den Wind aus den Segeln, als ihm ein Niederschlag gelang.

In Runde 6 konnte Herring Frampton erneut von den Füßen holen. Es war ein Uppercut, der bei dem Briten einschlug. Frampton kam zwar noch einmal auf die Füße und Ringrichter Giustino Di Giovanni gab den Kampf wieder frei, aber ‚The Jackal‘ war kaum noch in der Lage, sich zu verteidigen, die Ecke warf das Handtuch.

Der Sieg von Herring hat den US-Amerikaner auf Kurs für eine Begegnung mit WBC- Superfedergewicht-Champion Oscar Valdez gebracht. „Ich möchte einen weiteren Titel bekommen”, erklärte Herring nach dem Kampf: „Und ich weiß, dass Oscar Valdez Interesse an einer Vereinigung bekundet hat. Die meisten Leute wissen, dass ich Pläne habe, eine Gewichtsklasse aufzusteigen, aber wenn dieser Kampf machbar ist, dann lass es uns tun.” Auch ein Showdown mit Shakur Stevenson gilt nach wie vor als Option. Da Herring, Valdez und auch Stevenson bei Top Rank unter Vertrag sind, dürften die Fights schnell umzusetzen sein.

Verlierer Carl Frampton verkündete nach seiner Niederlage das Ende seiner Karriere: „Ich sagte vor dem Kampf, ich würde in den Ruhestand gehen, wenn ich verlieren würde, und genau das wird nun passieren.“

Framptons Promoter Frank Warren würdigte die Leistung seines Boxers mit einem Post bei  Instagram.

Quelle: frank_warren_official / Instagram
Quelle: frank_warren_official / Instagram

„@theframpton war eine Legende, ist eine Legende und wird immer eine Legende sein. Behalte Deinen Kopf oben, du hast eine unglaubliche Spur im Sport hinterlassen und Du hast deine Familie, deine Fans und deine Nation stolz gemacht.“

Hier die Schlüsselszene des Kampfes

Und hier der ganze Kampf

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3 Kommentare

  1. 4. April 2021 at 19:25 —

    Naja, Legende … super Boxer, ja, aber ich erinnere mich noch, als er in seiner Prime war, im Super-Bantamgewicht, als er Rigondeaux mied wie den Teufel. Seinen Titel holte er dann gegen Kiko Martinez, den er schonmal um den EBU-Titel klar besiegt hatte und verteidigte ihn ein paar Mal gegen schwache Gegner. Dann die Kämpfe gegen Quigg und anschließend zweimal Santa Cruz, okay, die waren ansatzweise legendär. Danach war er aber auch shot und verlor gegen Warrington, nachdem er gegen Past-Prime-Donaire nochmal einen ordentlichen Kampf abgeliefert hatte. Superfedergewicht ist aber körperlich definitiv eine Klasse zu hoch für ihn – von daher die richtige Entscheidung, aufzuhören.

    Insgesamt finde ich, Frampton ist höher einzuschätzen als der „typische“ britische Durchschnitts-WM, der seinen Titel meist gegen obskure Gegnerschaft aus Südamerika oder dgl. holt und dann meist zu Hause ein paar Mal verteidigt, bis der erste vernünftige Gegner kommt und ihm ihm wieder abnimmt. Aber nicht sehr viel höher, er war definitiv nie der Beste seiner Gewichtsklasse, weder im S-Bantam- noch im Federgewicht. Vom Level ich würde ihn am ehesten mit Kell Brook vergleichen – etwas talentierter, aber dafür nicht ganz so risikofreudig (oder man könnte auch sagen, etwas vernünftiger, was die Karriereplanung angeht).

    • 5. April 2021 at 09:38 —

      Volle Zustimmung.. bis auf die Sache mit Brook..
      Den würde ich sowohl insgesamt sowohl höher einstufen als auch mit (deutlich) mehr Talent gesegnet als Frampton..

  2. 4. April 2021 at 20:45 —

    Schon alles richtig was du schreibst, ich hätte jedoch gedacht, dass er noch einmal alles aus sich herausholt/ auf eine Karte, die letzte setzt. Was er da gestern abgeliefert hat, kann nur den Schluß für ihn zulassen, die Handschuhe an den Nagel zu hängen. Einen großen Kampf hätte ich ihm durchaus zugetraut, weil er ja immer gute Beine hatte, aber jetzt aufzuhören ist sicherlich die richtige Entscheidung.

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