Top News

Jaime Munguia stoppt „Spike“ O`Sullivan in Runde 11

Der Aufstieg des Mexikaners Jaime Munguia in das Mittelgewicht ist gelungen. Der 23-jährige aus Tijuana bezwang am Samstagabend in San Antonio den 35-jährigen Iren Gary „Spike“ O`Sullivan durch TKO 11. Für beide Boxer war es der 35. Profikampf ihrer Profilaufbahn. Während Munguia, der Ex-WBO-Champ im Superwelter, weiterhin ungeschlagen bleibt und nun 29 vorzeitige Siege auf seinem Konto verbuchen kann, war es für Spike O`Sullivan die vierte Niederlage seiner Karriere.

Der Ire bot bis in die 10. Runde hinein eine gute Performance. Er setzte den 12 Jahre jüngeren Mexikaner unter Druck und trieb ihn zum Teil vor sich her. Munguia ließ das zu und wartete scheinbar ab, bis Spike sich so langsam aber sicher abgearbeitet hatte. Er kassierte einen Punktabzug in Runde 6 wegen Tiefschlag. Beide Boxer verzichteten weitgehend auf eine überlegte Beinarbeit und eine geschlossene Deckung. Sie standen sich häufig in Halb- oder Nahdistanz gegenüber und versuchten sich gegenseitig „mürbe“ zu klopfen. Besonders brilliantes Boxen war das nicht gerade.

Genau das sollte dann auch die Entscheidung bringen. Ab der Mitte der 10. Runde war recht deutlich zu sehen, wie O`Sullivan abbaute und Munguia das Heft des Handelns übernahm. Der Ire kassierte immer häufiger Körper- und Kopftreffer. Das blieb nicht ohne Folgen. In Runde 11 setzte der Mexikaner alles erdenklich mögliche daran, zu einem vorzeitigen Erfolg zu kommen. Er deckte Spike mit einer nicht enden wollenden Schlagserie ein. Es gab kein Entrinnen mehr. Munguia ließ nicht locker, bis O`Sullivan an den Seilen zu Boden sank. Der Ire war mit seinem „Latein“ am Ende und der Mexikaner mit einem weiteren vorzeitigen Sieg im Mittelgewicht angekommen.

Jaime Munguia steht damit im WBO Ranking auf #3 und ist auf dem besten Wege, in die Fußstapfen von Canelo Alvarez zu treten. Etwas in dieser Richtung scheint auch Oscar de la Hoya im Hinterkopf zu haben. Unmittelbar nach dem Kampfende war de la Hoya als einer der ersten Gratulanten im Ring und sein breites Grinsen war nicht zu übersehen.

Spike O`Sullivan hatte bis in Runde 11 gute Arbeit geleistet. Er bewies nicht zum ersten Mal, dass er ein guter Gegner ist. Er wird höchstwahrscheinlich nicht mehr den Sprung in die erste Liga schaffen, bleibt aber einer der Besten aus der zweiten Reihe.

Hier der Kampf:

Es gab bei diesem Event eigentlich einen anderen Hauptkampf. Die Mexikanerin Alejandra Jiminez bezwang in einem Doppel-WM Kampf die Amerikanerin Francon Crews Dezrun nach Punkten. Sie holte sich damit die Titel der Verbände WBC und WBO im Supermittelgewicht der Frauen. Die Punktrichter kamen dabei zu keinem einstimmigen Ergebnis: 97:93 und 98:92 für und 93:97 gegen Jiminez.

Hier auch dieser Kampf in voller Länge:

Voriger Artikel

‚Canelo‘ Alvarez will Billy Joe Saunders

Nächster Artikel

Titelträger Traktor Schwerin schlägt Vizemeister Hannover-Seelze

3 Kommentare

  1. 13. Januar 2020 at 18:07 —

    Hmm, bin nicht gerade überzeugt von Munguia. Gegen die Top-MW, gegen die er angeblich kämpfen will (GGG, Canelo, Charlo) hat er imo keine Chance. Er ist boxerisch absolut nichts Besonderes und seine Schlagkraft ist auch eher oberer Durchschnitt als Top-Level.

    Fuchs, was hältst du denn von dem Urteil bei dem Frauenkampf? Mal abgesehen davon, dass Jiminez schon eine arg tiefe Stimme hat, hatte ich trotz des Drucks, den sie aufgebaut hat, Crews-Dezurn zwei Runden vorn. Ich meine, Alejandras Bodytransformation vom schwabbeligen HW zu einer relativ definierten SMW ist schon beeindruckend, aber boxen kann sie nicht für 5 Pesos. Gegen Shields wird es jedenfalls ihre erste Niederlage setzen. Trotzdem ein spannender, wilder Frauenboxkampf, beide haben echt alles gegeben.

    • 13. Januar 2020 at 20:21 —

      Das Ergebnis bei dem Frauenkampf war wohl so gewollt. Jiminez sollte gewinnen und wird hoch gepusht. Später, vielleicht noch in diesem Jahr, wird sie gegen Shields antreten… Ein Kampf, der jetzt schon klammheimlich vorbereitet wird. Shields posaunt jetzt schon, dass sie Jiminez schlagen wird.

      Erinnert mich alles irgendwie an Sturm vs de la Hoya. Sturm durfte damals nicht gewinnen und musste obendrein seinen WBO-Gürtel da lassen, weil sonst der -zig Millionen Dollar Kampf gegen Hopkins geplatzt wäre. Gleiches Spiel, nur andere Personen.

  2. 16. Januar 2020 at 20:29 —

    Munguia hat sich in den letzten Gefechten tatsächlich nicht mit Ruhm bekleckert. Bei den JMW wurde das mit dem Abkochen abgetan. Bei den MW kann diese Ausrede nicht mehr hinhalten. Leider muss ich sogar little Adi zu stimmen, wir sind uns zwar nur sehr selten d’accord, aber in diesem Punkt stimme ich ihm zu. Es bricht mir das sagen zu müssen aber seine Argumente sind schlüssig 😉😉😉😉😉. Wer gegen einen O’Sullivan nicht zu glänzen vermag der wird gegen die Top 4-5 kein Land sehen. Ich würde sogar noch BooBoo und Derenvyanchenko dazu nehmen wollen. Eubank Jr. könnte an einem guten Tag ebenfalls in die Liste aufgenommen werden aber der Junge ist einfach eine zu große Wundertüte.

Antwort schreiben