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Jahresvorschau 2011 – Teil 2: Halbmittelgewicht bis Federgewicht

An diesem Wochenende geht das Geschehen in der Boxwelt im Jahr 2011 endlich wieder richtig los. Der Halbweltergewichtskampf zwischen Timothy Bradley und Devon Alexander steht an der Front eines guten Boxwochenendes, welches ein interessantes Jahr einleiten könnte. So kurz vor dem Auftakt zum Boxjahr wird es Zeit, geordnet nach Gewichtsklassen, einen Ausblick auf das Jahr 2011 zu wagen, und zu gucken, was es zu bieten haben könnte…

Hier ist Teil 2, vom Halbmittelgewicht bis zum Federgewicht:

Halbmittelgewicht:

Der momentane Stand:

Die beiden größten Stars des Halbmittelgewichts haben die Gewichtsklasse zuletzt verlassen. Doch sowohl Sergio Martinez als auch Paul Williams sind wohl noch in der Lage das Limit zu bringen. Besonders mit Williams, der ja zuletzt gegen Martinez KO ging, und keinen Mittelgewichtstitel hält, dürfte wieder seine Chance im Halbmittel suchen.

Dafür hat sich letztes Jahr WBO-Titelträger Sergei Dzinziruk zurück gemeldet. Dieser geht nun für seinen nächsten Kampf gegen Sergio Martinez allerdings auch direkt erst einmal Richtung Mittelgewicht, sollte aber bei einer Niederlage wohl wieder ins Halbmittel zurückkehren.

WBC-Titelträger Manny Pacquiao ist auf den Sprung zurück ins Weltergewicht, und die Aktivität des IBF-Titelträgers Cornelius Bundrage lässt zu Wünschen übrig. Die Zugpferde der Gewichtsklasse sind momentan wohl WBA-Champ Miguel Cotto sowie WBO-Interimstitelträger Alfredo Angulo. Auch Kermit Cintron hat nach seinen guten Kämpfen gegen Angulo und Williams seinen Fuß in der Tür, will aber wohl wieder zurück ins Weltergewicht.

In der zweiten Reihe befinden sich die emporstrebenden Saul Alvarez, Vanes Martirosyan und Ryan Rhodes sowie Ex-Titelträger Yuri Foreman und Cory Spinks. Auch der unbekannte WBA-Interimschamp Rigoberto Alvarez ist zur zweiten Reihe zu zählen.

Anstehende Kämpfe:

Miguel Cotto verteidigt am 12. März seinen WBA-Titel gegen Ricardo Mayorga, der zwar immer unangenehm ist, aber mit seinen 37 Jahren kein all zu großes Problem für Cotto mehr darstellen sollte. Am gleichen Abend versucht Yuri Foreman wieder auf Titelkurs zu kommen. Sein Gegner ist dabei Pawel Wolak, welcher zuletzt einige gute Siege aneinander reihte, und seinerseits auf dem Weg zu einem Titel ist.

Rigoberto Alvarez verteidigt unterdessen seinen Titel bereits am 05. Februar in Mexiko. Dort boxt er gegen den ungeschlagenen US-Amerikaner Austin Trout.

Mögliche Kämpfe:

Für Paul Williams scheint nach seiner brutalen KO-Niederlage gegen Sergio Martinez noch kein konkreter Kampf am Horizont zu stehen, aber der US-Amerikaner ist auf einen dritten Kampf mit dem Argentinier erpicht. Die Möglichkeit dazu besteht sicherlich, allerdings höchstens zum Ende des Jahres hin, wenn Williams bis dahin noch ein, zwei gute Siege feiert.

Erislandy Lara hat sich unterdessen schon den Sieger des Kampfes zwischen Rigoberto Alvarez und Austin Trout als nächsten Gegner ausgeguckt. Auch Vanes Martirosyan ist schon länger auf seinem Radar, doch der Armenier scheint derzeit nicht all zu interessiert an dem Kampf zu sein, was sich aber sicherlich im Laufe eines Jahres ändern könnte.

Martirosyan hofft wahrscheinlich aber erst einmal auf einen Kampf gegen Sergei Dzinziruk, dessen Pflichtherausforderer er nun erstmal ist.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Neben Martirosyan, Wolak und Rhodes gibt es auch noch andere Talente, die den Sprung 2011 zur Weltspitze schaffen könnten, allen voran Erislandy Lara, der 2011 einen Titel gewinnen könnte. Sein Landsmann Yudel Jhonson will 2011 auch für Ausrufezeichen sorgen. Jhonson hat erst neun Profikämpfe, muss aber mit seinen 29 Jahren etwas schneller entwickelt werden und hat das Zeug schon 2011 in einigen hochkarätigeren Kämpfen zu stehen.

Anders beim US-Amerikaner Demetrius Andrade, der noch 22 Jahre jung ist. Andrade ist in 12 Profikämpfen ungeschlagen, aber schon häufig im amerikanischen Fernsehen zu sehen. Er wird 2011 noch nicht um Titel boxen, aber wohl bereits größere Kämpfe an Land ziehen und sein Profil verbessern.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Paul Williams und Miguel Cotto waren bereits im Weltergewicht gleichzeitig Titelträger. Bevor Williams gegen Quintana verlor und Cotto gegen Margarito unterging waren beide zudem ungeschlagen und galten damals als schwierigste potenzielle Gegner für Floyd Mayweather. Auch über einen direkten Kampf zwischen den beiden wurde damals gesprochen, und jetzt wo beide eine Gewichtsklasse höher agieren und dort wieder zur absoluten Elite gehören, wäre ein Kampf der beiden erneut möglich und wohl höchst unterhaltsam. Zwar gab es wohl bisher keine konkreten Verhandlungen, aber keiner der beiden ist dafür bekannt schweren Aufgaben aus dem Weg zu gehen. Der Kampf wäre nur logisch sollte Williams tatsächlich wieder ins Halbmittelgewicht zurückkehren, und es besteht wohl zumindest eine Außenseiterchance, dass Williams und Cotto 2011 gegeneinander antreten.

Weltergewicht:

Der momentane Stand:

Floyd Mayweather Jr. und Manny Pacquiao thronen natürlich über dem Rest im Weltergewicht. Die beiden Superstars beherrschen Gegner und Schlagzeilen, aber auch dahinter tummeln sich einige sehr gute Boxer. Allen voran der zukünftige Hall of Famer Shane Mosley, dessen Karriere sich aber mit großen Schritten dem Ende nähert. WBC-Weltmeister Andre Berto scheint im Moment etwas auf einem Level zu stagnieren, ist aber immer noch ungeschlagen und definitiv ein Faktor im Weltergewicht.

Joshua Clottey muss nach zwei Niederlagen in Folge sich seinen Ruf erstmal wieder aufbauen, bleibt aber wohl für fast jeden Gegner rund um die Gewichtsklasse gefährlich. Der IBF-Titelträger Jan Zaveck boxt ebenso wie WBA-Titelträger Vyacheslav Senchenko hauptsächlich gegen Gegner aus der zweiten und dritten Reihe und beinahe in einer Parallelwelt zu den großen Namen wie Mosley, Pacquiao und Co. Auch Rafael Jackiewicz, der seinen Titel knapp an Zaveck verlor, gehört noch zur erweiterten Weltspitze. Zudem will Kermit Cintron zurück ins Weltergewicht.

Anstehende Kämpfe:

Im Weltergewicht ist der große Topkampf natürlich der zwischen Manny Pacquiao und Shane Mosley, auch wenn Mosley als Gegner für den Pacman vielerorts scharf kritisiert wurde. Der Kampf findet am 07. Mai in Las Vegas statt.

Im März kommen allerdings bereits die ersten guten Weltergewichtskämpfe. Joshua Clottey trifft als glasklarer Favorit auf den eher unbekannten Calvin Green und Brad Solomon will seinen lupenreinen Kampfrekord gegen Demetrius Hopkins intakt halten. Zudem boxt Saul Alvarez gegen Matthew Hatton in einem hochinteressanten Kampf, in dem Alvarez aber favorisiert werden muss.

Mögliche Kämpfe:

Kermit Cintron ist derweil heiß auf einen Kampf mit Andre Berto, der für 2011 möglich erscheint. Zuerst wird Berto aber vermutlich gegen Victor Ortiz in einem Catchweight-Kampf boxen. Die Verhandlungen waren schon fast erfolgreich bevor es kürzlich Probleme mit dem exakten Catchweight gab.

Jan Zaveck wird wohl schon im Februar wieder im Ring stehen, doch sein Gegner ist noch nicht bekannt.

Was einen möglichen Kampf von Floyd Mayweather im Jahr 2011 angeht, gibt es wie immer einige Gerüchte. Doch der einzig wirklich sinnvolle Kampf wäre gegen Manny Pacquiao. Es ist allerdings schwer einzuschätzen wie realistisch es ist, dass der Kampf zustande kommt.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Kell Brook gilt als größtes britisches Weltergewichtstalent. Der Mann, der ein wenig an Prince Naseem Hamed erinnert, wird wohl 2011 seinen ersten richtig großen Kampf bekommen. Saul Alvarez hat diese aufgrund seiner ungeheuren Popularität regelmäßig, und hat mit seinem Kampf gegen Matthew Hatton bereits das nächste große Event geplant. Daraufhin sollten aber nur noch größere Gegner warten, und auch ein absoluter Hochkaräter wäre 2011 sicherlich nicht auszuschließen.

Die beiden größten US-amerikanischen Weltergewichtstalente, die kurz vorm Durchbruch stehen sind derzeit Mike Jones und Shawn Porter. Beide sind noch ungeschlagen und halten derzeit nordamerikanische Titel. Porter trifft am 18. Februar auf Adrian Mora, Jones einen Tag später auf Jesus Soto Karass. Es ist wohl ziemlich wahrscheinlich, dass zumindest einer der beiden einen richtig großen Kampf dieses Jahr bekommen wird.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Keine Frage. Es ist der Kampf, den die ganze Boxwelt sehen will. Doch Manny Pacquiao und Floyd Mayweather scheinen sich einfach nicht einigen zu können. Wem auch immer man die Schuld geben möchte, es bleibt eine einzige Katastrophe, dass der mit Abstand größte Kampf, der seit Jahren möglich ist, nicht zustande kommt. Das Geld für den Kampf ist zu genüge da, und die Fans warten auf keinen anderen Boxkampf so sehr. Es scheint so einfach, aber es lässt sich leider absolut nicht hervorsagen, ob wir den Kampf 2011 oder überhaupt jemals sehen werden.

Halbweltergewicht:

Der momentane Stand:

Das Halbweltergewicht ist unheimlich gut und breit besetzt. Ganz an der Spitze stehen Timothy Bradley, Devon Alexander und Amir Khan, dicht darauf folgen Marcos Maidana, Zab Judah, Andreas Kotelnik und Victor Ortiz. Die meisten von ihnen haben schon gegeneinander geboxt, oder werden es bald tun. Selbst hinter diesen sieben Boxern warten noch gute Boxer wie etwa Kaizer Mabuza, Paulie Malignaggi, Lamont Peterson, Juan Urango, Lucas Martin Matthysse oder auch Kendall Holt und Joel Casamayor.

Robert Guerrero und Joan Guzman boxten ebenfalls bereits im Halbweltergewicht, auch wenn Guerreros Zukunft eher im Leichtgewicht zu liegen scheint, und Guzman chronische Probleme hat das Gewicht zu bringen, auch wenn er konstant Gewichtsklassen aufsteigt.

Anstehende Kämpfe:

Bekannterweise treffen dieses Wochenende Timothy Bradley und Devon Alexander in einem absoluten Topkampf aufeinander um die Titel zu vereinigen.

Der vakante IBF-Titel steht am 05. März auf dem Spiel, wenn Zab Judah in New Jersey auf Kaizer Mabuza trifft.

Mögliche Kämpfe:

Amir Khan kehrt wohl im April wieder in den Ring zurück, auch wenn noch kein Gegner fest steht. Im Moment scheint er britische Gegner zu bevorzugen, nachdem zuletzt Kell Brook, John Murray und Paul McCloskey im engeren Favoritenkreis zu finden waren. Der Gewinner von Bradley gegen Alexander plant außerdem gegen Khan anzutreten, während gerüchteweise der Verlierer gegen Marcos Rene Maidana boxen soll. Dieser ist auch weiterhin noch auf einen Rückkampf mit Amir Khan scharf.

Victor Ortiz macht erst einmal höchstwahrscheinlich einen Ausflug ein paar Pfund nach oben, wenn er gegen Andre Berto antritt.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Paul McCloskey, der ja bereits als Gegner für Amir Khan im Gespräch war, boxt am 05.03. gegen Michele Di Rocco, gegen den der Nordire seinen EM-Titel verteidigen will. Doch das Angebot von Khan verdeutlicht schon, dass McCloskey 2011 Chancen haben sollte auch um einen WM-Titel zu boxen.

Solche Chancen könnte auch der Argentinier Cesar Rene Cuenca dieses Jahr haben. Der 30-Jährige ist mittlerweile in 41 Kämpfen ungeschlagen und muss einfach langsam mal den nächsten Schritt wagen. Ob dieser erfolgreich wäre ist zwar fraglich, da Cuenca, der in diesen 41 Kämpfen erst einen KO erzielen konnte, wohl die Schlagkraft fehlt um ganz oben mitzumischen, aber den Versuch sollte er doch unternehmen.

Der aus London boxende Nigerianer Ajose Olusegun ist zudem ein weiterer Kandidat für einen Durchbruch 2011, genau so wie der 24-jährige US-Amerikaner Mike Dallas Jr., der sich erst mal dieses Wochenende einen nordamerikanischen Titel gegen Josesito Lopez sichern will um danach nach Höherem zu greifen.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Der große Kracher steht bereits dieses Wochenende an! Die beiden ungeschlagenen US-Amerikaner Timothy Bradley und Devon Alexander treffen im Titelvereinigungskampf aufeinander und liefern den Fans damit einen Leckerbissen gleich zum Auftakt des Boxjahres. Selbstverständlich denkt man schon vor dem Ausgang darüber nach, wie klasse es wäre, wenn der Gewinner daraufhin gegen Amir Khan antreten würde, aber der Kampf im Halbweltergewicht, den wir alle sehen wollen, gibt es tatsächlich bereits diesen Samstag.

Leichtgewicht:

Der momentane Stand:

Juan Manuel Marquez steht ohne Frage an der Spitze des Leichtgewichts, was er zuletzt mit einem Sieg über Michael Katsidis untermauerte. Dieser gehört ebenso wie WBC-Champ Humberto Soto, Ali Funeka und WBA-Interimstitelträger Miguel Acosta zum engsten Verfolgerfeld. Des Weiteren sind neben Humberto Soto auch weitere gute Leute zuletzt ins Leichtgewicht hoch gestiegen, die durchaus ein Wort ganz vorne mitreden könnten. Jorge Linares ist da ebenso zu nennen wie Robert Guerrero. Beide waren bereits Feder- und Superfedergewichtsweltmeister.

Dahinter folgen noch einmal ordentliche Boxer wie Miguel Vazquez, Antonio DeMarco, Juan Diaz, Urbano Antillon, Paulus Moses oder auch Erik Morales, der es noch einmal wissen möchte. Brandon Rios hat sich aus dem Talentstatus herausgearbeitet und will sich nun auch einen Platz in der Weltspitze erkämpfen.

Anstehende Kämpfe:

Juan Manuel Marquez stellt seine Titel im April aufs Spiel, wenn er im Kampf zweier mexikanischer lebender Legenden mit Erik Morales in den Ring steigt. Morales hat zwar im letzten Jahr in seinem Comeback gezeigt, dass er durchaus noch etwas im Tank hat, aber für Marquez sollte es nicht mehr reichen.

Im Mai steht dann ein faszinierender Rückkampf zwischen Humberto Soto und Urbano Antillon an, die sich im Dezember bereits einen tollen und sehr engen Kampf geliefert hatten.

Bereits im Februar hat der ungeschlagene Brandon Rios seine bislang wohl schwerste Prüfung zu meistern, wenn er Miguel Acosta um den WBA-Titel herausfordert.

Der IBF-Titel wird unterdessen im März zwischen Titelverteidiger Miguel Vazquez und Herausforderer Leonardo Zappavigna ausgefochten.

Der letzte feststehende relevante Kampf findet zwischen Antonio DeMarco und Reyes Sanchez Ende Februar statt. Die beiden boxen um den Silbertitel der WBC und somit um das Recht den WBC-Titelträger herauszufordern.

Mögliche Kämpfe:

Der Sieger aus dem Kampf DeMarco gegen Sanchez wird wahrscheinlich noch 2011 eine Titelchance gegen den Sieger aus dem Kampf Soto gegen Antillon II bekommen. Die wahrscheinliche Paarung wäre damit wohl Soto gegen DeMarco, da beide leichte Favoriten in ihren Kämpfen sein sollten.

Robert Guerrero könnte möglicherweise schon im April gegen Michael Katsidis in einem hoch interessanten Kampf antreten. Der Kampf bereits angesetzt gewesen, doch die Fluten in Australien ließen ihn platzen. Trotzdem soll Interesse bestehen die Ansetzung aufrecht zu halten und nur nach hinten zu verschieben.

Ebenfalls im Gespräch ist ein Kampf zwischen Jorge Linares und dem britischen Leichtgewichtstalent John Murray, welcher im Vorprogramm des nächsten Kampfes von Amir Khan stattfinden könnte.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Eben dieser John Murray führt diese Liste der Talente im Leichtgewicht an, die dieses Jahr den Durchbruch schaffen könnten. In seinem letzten Kampf gewann der 26-Jährige die Europameisterschaft, und spätestens nach einer erfolgreichen Titelverteidigung wäre ein WM-Kampf für ihn greifbar und denkbar. Am wahrscheinlichsten wäre das wohl bei der WBC, die ihn bereits auf Platz 3 listet.

Der 23-jährige Philippine Mercito Gesta ist noch längst nicht so weit, sollte aber auch dieses Jahr in der Lage sein für Aufsehen zu sorgen. Auch wenn sein Gegner noch nicht feststeht, ist er in den USA im Februar bereits wieder im Fernsehen zu sehen, und die Zeit scheint für ihn gekommen zu sein, die Qualität der Gegnerschaft langsam zu erhöhen.

Fernsehauftritte hat sich Sharif Bogere auch schon lange gesichert. Nicht zuletzt dank seiner extravaganten Walk-Ins ist der Mann aus Uganda bereits ein kleiner Publikumsliebling. Aber auch seine schnellen Hände und sein boxerisches Können lassen aufhorchen, ebenso wie seine eigenen Aussagen. Nachdem er bisher noch keine Gegner aus der erweiterten Weltklasse geboxt hat, gab er kürzlich zu verstehen, dass er 2011 den WBC- oder WBO-Titel gewinnen wolle.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

All zu viele Kämpfe, die unbedingt gemacht werden müssen, gibt es im Leichtgewicht eigentlich nicht. Das liegt daran, dass die Nummer Eins Juan Manuel Marquez in seinen vier Leichtgewichtskämpfen im Grunde immer die besten Gegner geboxt hat. Zweimal war das Juan Diaz, zuvor einmal Joel Casamayor und zuletzt Michael Katsidis. Die spannendste Paarung wäre im Moment wohl ein Duell von Marquez mit seinem mexikanischen Landsmann Humberto Soto, welcher wie Marquez auch schon Titel im Feder- und Superfedergewicht hatte sammeln können.

Sollten beide ihre nächsten Kämpfe gewinnen, wäre der Kampf durchaus möglich, auch wenn Soto nicht unbedingt so viel Popularität besitzt wie die letzten Gegner von Marquez. Im Leichtgewicht wäre er jedoch der am besten geeignete Gegner für ihn.

Superfedergewicht:

Der momentane Stand:

Das Superfedergewicht wird wenig beachtet, und das nicht ganz zu Unrecht. Viel ist in der Gewichtsklasse nicht los, und die Ausnahmekönner fehlen. Takashi Uchiyama (WBA-Titelträger) und Mzonke Fana (IBF-Titelträger) sind wohl Nummer Eins und Zwei im Superfeder, gefolgt von Ricky Burns (WBO-Titelträger), Takahiro Aoh (WBC-Titelträger), Roman Martinez und Jorge Solis, wobei letzterer für seinen nächsten Kampf ins Federgewicht herunter gehen wird. Noch einmal dahinter tummeln sich Vitali Tajbert, Jason Litzau, Argenis Mendez und Cassius Baloyi.

Anstehende Kämpfe:

Schon diesen Samstag boxen Argenis Mendez und Cassius Baloyi um das Recht Mzonke Fana herauszufordern. Zwei Tage später verteidigt Takashi Uchiyama seinen Titel gegen seinen Landsmann Takashi Miura.

Am 12. 03. steigt Ricky Burns außerdem gegen Joseph Laryea in den Ring um seinen WBO-Titel zum zweiten Mal zu verteidigen.

Mögliche Kämpfe:

Im Februar boxt Rocky Juarez mit großer Wahrscheinlichkeit gegen Alejandro Sanabria um sich im Superfeder einen Namen zu machen. Jason Litzau sollte eigentlich demnächst gegen Adrien Broner boxen, doch nun scheint dieser zuerst gegen Daniel Ponce De Leon anzutreten. Der Kampf wäre trotzdem noch zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr denkbar.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Der Japaner Masao Nakamura hat alle seine zwölf Profikämpfe per KO gewonnen und sich zuletzt den asiatischen Titel gesichert. Gegen Ende des Jahres könnte es in einer eher schwach besetzten Gewichtsklasse durchaus schon zu einem Titelkampf für ihn kommen, zudem die einzigen beiden in Japan akzeptierten Titel von Landsmännern von ihm gehalten werden.

Der US-Amerikaner Eloy Perez und der Puerto Ricaner Luis Cruz sind beide noch ungeschlagen und treffen Mitte Februar aufeinander. Der Gewinner bringt sich in Position Ricky Burns herauszufordern.

Zuletzt sollte man auch den Kubaner Luis Franco auf dem Zettel haben. Der 29-Jährige hat zwar erst 8 Profikämpfe auf dem Buckel, nimmt sich aber am 04.02. bereits den erfahrenen Leonilo Miranda vor, und dürfte bei ähnlicher Weiterentwicklung schon dieses Jahr für einen Titelkampf anstehen.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Takashi Uchiyama ist meiner Meinung nach der beste Superfedergewichtler zurzeit. Es gibt aber keinen wirklich logischen Gegner, keinen Kampf, der unbedingt kommen müsste. Ein Titelvereinigungskampf mit WBC-Weltmeister Takahiro Aoh wäre allerdings sinnvoll und sehr gut vermarktbar in Japan, dem Heimatland beider Boxer. Zudem würden die Boxsstile der Beiden wohl einen zuschauerfreundlichen Kampf garantieren. Man sollte jedoch sich nicht darauf verlassen, dass dieser Kampf zustande kommen wird.

Federgewicht:

Der momentane Stand:

Nur das Bantamgewicht kann mit dem Federgewicht konkurrieren, wenn es um Qualität und Quantität in den einzelnen Gewichtsklassen geht. Auch wenn Celestino Caballero durch seine überraschende Niederlage kurz vor Ende letzten Jahres wohl aus der Elite heraus fiel, bleibt noch eine imposante Liste an Topboxern. Yuriorkis Gamboa und Juan Manuel Lopez sind als echte Superstars zu bezeichnen, und beide noch ungeschlagen. Das ist auch noch der Indonesier Chris John, der mittlerweile schon seit sieben Jahren seinen Titel hält. Leider hat er sich seit 2006, als er Juan Manuel Marquez schlug, nicht mehr wirklich gefordert, was seine heutige Leistungsstärke schwerer einzuschätzen macht.

Etwas unter dem Radar boxt Elio Rojas sich seinen Weg durch die Federgewichtslandschaft und ist sicherlich mit seinem Können gegen niemanden in der Gewichtsklasse chancenlos. Mit den Ex-Titelträgern Daniel Ponce De Leon, Jhonny Gonzalez, Orlando Salido und Cristobal Cruz lauern zudem gefährliche Leute in der zweiten Reihe, zu der auch der talentierte Juan Carlos Burgos zählt.

Zu guter Letzt stiegen Hozumi Hasegawa und Rafael Marquez im letzten Jahr noch ins Federgewicht auf, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Hasegawa gewann gegen Burgos einen Titel, während Marquez „Juanma“ Lopez unterlag, aber trotzdem ein Topmann bleibt. Und selbst nach den Aufgezählten gibt es noch immer einige sehr passable und durchaus bekannte Boxer, die das Federgewicht zu einer Renaissance verhelfen.

Anstehende Kämpfe:

Den Auftakt zum vollen Federgewichtsprogramm bildet im Februar ein Kampf zwischen Juan Carlos Burgos und Cristobal Cruz, der einen der beiden erst einmal aus dem Rampenlicht befördern wird und den anderen erneut in die Nähe eines Titelkampfes bringen sollte. Am 05. März folgt der bislang schwerste Test für das US-amerikanische Talent Adrien Broner, der auf Ex-Titelträger Daniel Ponce De Leon trifft. De Leon hat sich seit seiner Niederlage gegen Lopez eine gute Siegesserie zusammen geboxt, und ein Sieg über Broner wäre möglicherweise die letzte Empfehlung für einen Rückkampf.

Am 26. März gibt es in New Jersey dann gleich zwei gute Federgewichtskämpfe. Mit Miguel Angel Garcia und Matt Remillard steigen zunächst zwei ungeschlagene Leute in den Ring, wobei Garcia aber allgemein als besserer Mann gilt, bevor später am Abend Yuriorkis Gamboa seine Titel gegen Jorge Solis verteidigen wird.

Juan Manuel Lopez tritt schließlich im April wieder in Aktion. Sein Gegner heißt dann Orlando Salido, der zuletzt Gamboa unterlag und damit nach Rogers Mtagwa den zweiten Quervergleich zwischen den beiden liefert.

Mögliche Kämpfe:

Promoter Bob Arum arbeitet auf einen Kampf zwischen Juan Manuel Lopez und Yuriorkis Gamboa hin, möchte aber den Kampf so groß wie möglich machen, und seine beiden Boxer vorher möglichst die ganze Gewichtsklasse aufräumen lassen. Daher ist es fraglich, ob wir den Kampf bereits 2011 zu sehen bekommen, wenn dann gegen Ende des Jahres.

Hozumi Hasegawa wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als nächstes seinen neu gewonnenen Titel gegen seinen Pflichtherausforderer Jhonny Gonzalez verteidigen. Im Grunde steht alles fest mit Ausnahme des Datums.

Rafael Marquez will sich unterdessen im März von seiner Niederlage gegen Lopez rehabilitieren. Der Gegner steht noch nicht fest, soll aber auf einen möglichen Rückkampf mit Lopez später im Jahr vorbereiten.

Ein Kampf zwischen Yuriorkis Gamboa und Elio Rojas war schon des Öfteren im Gespräch, fiel aber aus verschiedenen Gründen immer wieder kurzfristig durch. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass es 2011 zu diesem Kampf kommen könnte. Zuvor wird Rojas aber wohl im März oder April gegen einen noch unbenannten Gegner in den Ring steigen.

Einzig und allein von Chris John hört man nicht wirklich etwas, was seinen nächsten Kampf angeht. Die WBA pocht zwar auf einen Kampf gegen Gamboa, doch bei Gamboas vollem Terminplan und dem allgemeinen Chaos, mit dem die WBA ihren Laden führt, muss das nicht viel bedeuten.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Bei der Fülle an Topleuten im Federgewicht werden es Talente 2011 schwer haben in dieser Gewichtsklasse sich einen Namen zu machen. Am ehesten ist da noch der US-Amerikaner Gary Russell Jr. zu erwähnen. Der 22-Jährige ist ein richtig großes Talent und scheint in diesem Jahr etwas stärkere Boxer vor die Fäuste zu bekommen. In seinem vierzehnten Profikampf tritt er dieses Wochenende gegen Feider Viloria an, welcher zwar sein bisher bester Gegner ist, aber für ihn zu schlagen sein sollte. Russell wird 2011 wohl noch nicht um einen Titel boxen, sollte aber bereits in der Lage sein für Furore zu sorgen.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Der Kampf zwischen Juan Manuel Lopez und Yuriorkis Gamboa wird früher oder später kommen, wenn nicht irgendeine große Überraschung dazwischen kommt, aber wir würden ihn als ungeduldige Boxfans gerne schon dieses Jahr sehen. Die Beiden sind mit ziemlicher Sicherheit die beiden Topleute im Federgewicht, und es ist schwer nachzuvollziehen warum sie nicht jetzt schon die Nummer Eins unter sich ausmachen sollten. Leider denkt Bob Arum aus der Sicht eines Promoters und sieht noch mehr Dollarzeichen, wenn er den Kampf noch über einen längeren Zeitraum groß aufbaut. Ob 2011 oder 2012: Der Kampf muss kommen, und es wäre eine Schande, wenn er durch einen Ausrutscher von einem der beiden platzen würde, nur weil es marketingtechnisch klug ist ihn herauszuzögern.

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