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Jahresvorschau 2011 – Teil 1: Schwergewicht bis Mittelgewicht

An diesem Wochenende geht das Geschehen in der Boxwelt im Jahr 2011 endlich wieder richtig los. Der Halbweltergewichtskampf zwischen Timothy Bradley und Devon Alexander steht an der Front eines guten Boxwochenendes, welches ein interessantes Jahr einleiten könnte. So kurz vor dem Auftakt zum Boxjahr wird es Zeit, geordnet nach Gewichtsklassen, einen Ausblick auf das Jahr 2011 zu wagen, und zu gucken, was es zu bieten haben könnte…

Hier ist Teil 1, vom Schwergewicht bis zum Mittelgewicht:

Schwergewicht:

Der momentane Stand:

Die Klitschko-Brüder beherrschen das Schwergewicht, das weiterhin in einer Krise steckt, da es kaum jemanden gibt, der ihnen gefährlich werden könnte. Einzig der britische WBA-Titelträger David Haye sorgt für Aufregung und Spannung.

Die zweite Reihe in der Königsklasse besteht aus Leuten wie Alexander Povetkin, Odlanier Solis oder Tomasz Adamek, die noch auf ihre Chance gegen die Klitschkos, vornehmlich Wladimir, der als Nr. 1 gilt, warten.

Anstehende Kämpfe:

Wladimir Klitschko verteidigt seine Titel am 30. April gegen den Briten Dereck Chisora, der als chancenlos gilt. Etwas spannender könnte Vitalis Kampf gegen den ungeschlagenen Kubaner Odlanier Solis werden. Der Olympiasieger von 2004 ist zwar chronisch übergewichtig, hat jedoch boxerische Anlagen wie nur wenige im derzeitigen Schwergewicht. Zudem befindet sich Vitali Klitschko wohl langsam auf dem absteigenden Ast, und viele denken, dass er als Erster der beiden Klitschkos stolpern wird. Der Kampf zwischen Klitschko und Solis findet am 19. März in Köln statt.

Einen weiteren interessanten Kampf gibt es schon im Februar zwischen Eddie Chambers und Derric Rossy. Der Gewinner des Eliminators sichert sich einen Titelkampf gegen Wladimir Klitschko, der im letzten März bereits gegen Wladimir KO ging.

Mögliche Kämpfe:

Der ehemalige Halbschwer- und Cruisergewichtsweltmeister Tomasz Adamek, der derzeit in fünf Schwergewichtskämpfen ungeschlagen ist, wird höchstwahrscheinlich im September des nächsten Jahres einen Titelkampf gegen einen der beiden Klitschkos bekommen, sofern bei deren Kämpfen zuvor alles glatt läuft.

WBA-Titelträger David Haye hat noch keinen festen Gegner, wird aber wohl am 21. Mai in London wieder boxen. Es kursieren immer wieder einige Namen, die als Gegner für ihn in Frage kämen. Darunter sind sowohl immer wieder die Klitschkos als auch Ruslan Chagaev, was zurzeit aus medizinischen Gründen eher unwahrscheinlich erscheint, Alexander Povetkin und Jean-Marc Mormeck, dem Haye 2007 bereits die Cruisergewichtstitel abgenommen hatte.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Der 24-jährige Russe Denis Boytsov ist in 28 Profikämpfen ungeschlagen, und konnte 23 davon vorzeitig gewinnen. So lange nähert er sich der Weltspitze und könnte möglicherweise dieses Jahr seinen ersten großen Kampf bekommen.

Kubrat Pulev, der wie Boytsov aus Deutschland heraus boxt, hat lediglich 10 Profikämpfe hinter sich, allerdings dafür schon einige ordentliche Gegner im Kampfrekord. Der Bulgare ist mit 29 Jahren nicht mehr der Allerjüngste und wird wohl auch dieses Jahr wieder schnell vorangetrieben werden. Man sollte zwar nicht darauf spekulieren, dass er 2011 bereits einen Titelkampf bekommt, aber im in der Spitze dünn besetzten Schwergewicht geht es oftmals schneller als man denkt, wie unter Umständen Derek Chisora bewies, der aus dem Nichts den Titelkampf gegen Wladimir Klitschko bekam.

Zuletzt könnte der Brite Tyson Fury für ein wenig Furore in diesem Jahr sorgen. Zwar ist Fury nicht der talentierteste Boxer, aber seine Physis gibt ihm zumindest das Potenzial in die zweite oder dritte Reihe vorzudringen, und seine Popularität könnte ihm schnell einen großen Kampf bescheren.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Ein Kampf zwischen Wladimir und Vitali ist so unwahrscheinlich, und wurde von beiden schon immer ausdrücklich verneint, dass er an dieser Stelle nicht stehen kann, auch wenn es wohl der Kampf zwischen den beiden besten Schwergewichtlern derzeit wäre. Stattdessen warten die Boxfans auf der ganzen Welt auf einen Showdown zwischen David Haye und einem der Klitschkos, vornehmlich Wladimir.

Der Kampf war bereits nicht nur einmal angekündigt, aber fiel jedes Mal aus dem einen oder anderen Grund durch. David Haye spricht trotz seiner erst 30 Jahre schon öffentlich von einem baldigen Rücktritt vom Boxsport, und auch wenn immer wieder Gerüchte auftauchen, dass der Kampf im Gespräch ist, sieht es doch nicht unbedingt gut aus, dass wir den Kampf dieses Jahr zu sehen bekommen.

Cruisergewicht:

Der momentane Stand:

Es gibt im Cruisergewicht derzeit keine klare Nummer Eins. Der US-Amerikaner Steve Cunningham hat gute Argumente dafür, dass er der Beste seiner Gewichtsklasse ist durch Siege über alle anderen drei Titelträger. Zuletzt sah er aber nach einer langen Pause nicht besonders gut aus, und der IBF-Titelträger bestritt in den letzten drei Jahren jeweils nur einen Kampf pro Jahr.

Marco Huck hat sich in den letzten Jahren zu einem weiteren ernsthaften Herausforderer um die Cruisergewichtskrone entwickelt. Huck hat seit seiner einzigen Niederlage gegen Cunningham einige imposante Siege gefeiert und glänzt durch eine Aktivität wie kein anderer Cruisergewichtler. Seit Anfang 2008 hat er 12-mal geboxt im Gegensatz zu beispielsweise Cunninghams 3.

Krzysztof Wlodarczyk und Denis Lebedev gehören ebenfalls zur Elite der Gewichtsklasse, und danach folgt eine große Reihe von guten Leuten in der zweiten Reihe.

Anstehende Kämpfe:

Das große Ereignis ist natürlich das anstehende Super-Six Turnier, welches allerdings noch nicht ganz genau in seiner Form fest steht.

Der erste wichtige Termin im Cruisergewicht ist daher der 12.02.2011, wenn es gleich zwei gute Kämpfe in Mühlheim geben wird. Steve Cunningham verteidigt seinen Titel gegen Enad Licina, der als klarer Außenseiter gelten muss, sollte Cunningham nicht seine schwache Form bestätigen und sogar noch unterbieten. Ebenfalls an dem Abend trifft Yoan Pablo Hernandez in seinem ersten Titelkampf auf den Franzosen Steve Herelius. Dabei steht der Interimtitel der WBA auf dem Spiel, den Herelius letztes Jahr gegen Firat Arslan gewonnen hatte.

Krzysztof Wlodarczyk verteidigt seinen WBC-Titel im April gegen den unbekannteren, aber ungeschlagenen Puerto Ricaner Francisco Palacios vor heimischer Kulisse in Polen.

Mögliche Kämpfe:

Marco Huck peilt eine freiwillige Titelverteidigung vor dem Super-Six-Turnier an, aber es steht bisher weder ein Gegner noch ein genauer Termin fest. Ähnlich ergeht es seinem letzten Gegner Denis Lebedev, der wahrscheinlich im März gegen einen noch unbekannten Gegner in den Ring steigen wird.

WBA-Titelträger Guillermo Jones hat noch keinen Kampf anstehen, aber bei dessen Inaktivität in den letzten Jahren ist es fraglich, ob er überhaupt 2011 in den Ring steigen wird. Falls doch, wäre ein möglicher Gegner sein Pflichtverteidiger, welcher der Interimstitelträger wäre, der zwischen Steve Herelius und Yoan Pablo Hernandez ausgemacht wird.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Lateef Kayode ist vielleicht das größte Talent im Cruisergewicht zurzeit. Der Nigerianer hat nach seinem Profidebüt, das er nach Punkten gewann, jeden seiner Gegner förmlich überrollt und hat seitdem 14 KO-Siege in Folge angehäuft. Alle vier Verbände führen ihn bereits in der Top 15, drei gleich unter den ersten Sechs. Anfang Februar hat er einen Kampf gegen Nicholas Iannuzzi, den er gewinnen sollte, und daraufhin könnte er die ersten Schritte Richtung WM-Kampf machen.

Ganz so weit ist Rakhim Chakhkiev noch nicht, doch der 28-jährige Russe, der in Hamburg lebt, hat seine ersten acht Profikämpfe alle erfolgreich bestreiten können, und dürfte 2011 in der Lage sein sich auf einer größeren Bühne zu präsentieren. Für einen Titelkampf wird es wohl noch nicht reichen, aber internationale Titel könnten durchaus das Ziel für ihn in diesem Jahr sein.

Nicht zuletzt sollte Alexander Frenkel die Chance kriegen den großen Sprung zu schaffen. Nach seinem guten Sieg über Enzo Maccarinelli ist der 25-jährige Deutsche auf dem Sprungbrett zur Elite und sollte einen Titelkampf bekommen können, wahrscheinlich im geplanten Super-Six-Turnier.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Während viele Kämpfe interessant wären, wie beispielsweise ein Rückkampf zwischen Huck und Cunningham, der Huck die Chance auf Revanche bieten würde, wäre der wohl spannendste Kampf ein direkter Rückkampf zwischen Huck und Lebedev. Im Dezember 2010 schlug Huck den Russen knapp und durchaus umstritten nach Punkten. Doch nicht nur das umstrittene Urteil bietet Stoff für einen Rückkampf. Der erste Kampf war außerdem hoch spannend und gut anzuschauen, was ein zweites Aufeinandertreffen wohl mit großer Wahrscheinlichkeit auch wäre. Im Gegensatz zu vielen anderen Kämpfen, die die Fans sehen wollen, ist dieser Kampf gar nicht mal unwahrscheinlich. Unter Umständen könnte er auch im Zuge des Super-Six-Turniers zu Stande kommen.

Halbschwergewicht:

Der momentane Stand:

Seit seinem Sieg gegen Chad Dawson ist Jean Pascal die Nummer Eins des Halbschwergewichts. Sein umstrittenes Unentschieden gegen Bernard Hopkins, in dem die meisten Zuschauer den Altmeister vorne sahen, ist dieser Status allerdings mit einem Makel behaftet.

Nahe dran an ihm ist nicht nur Hopkins, sondern auch Chad Dawson, der keinesfalls als klarer Außenseiter in einem Rückkampf gelten müsste, sowie der ungeschlagene Tavoris Cloud. Wiederum eine Reihe dahinter tummeln sich Boxer wie WBA-Titelträger Beibut Shumenov, WBO-Titelträger Jürgen Brähmer, WBO-Interimsweltmeister Nathan Cleverly und Gabriel Campillo.

Anstehende Kämpfe:

Der einzige große Kampf, der schon sicher zu stehen scheint, wird um keinen Titel gehen, sondern die beiden vielleicht größten Talente der Gewichtsklasse gegeneinander in den Ring schicken. Am 04. März soll der 25-jährige Ukrainer Ismayl Syllakh gegen den 30-jährigen Kubaner Yordanis Despaigne antreten. Syllakh sah in seinen vierzehn Profikämpfen, von denen er zwölf vorzeitig gewinnen konnte, beeindruckend aus, besonders als er letzten April Daniel Judah in zwei Runden demontierte. Despaigne hat erst acht Profikämpfe im Kampfrekord, kann aber auf eine sehr gute Amateurkarriere zurückgreifen.

Außerdem boxen Otis Griffin und Yusaf Mack in einem IBF-Eliminator Anfang Februar.

Mögliche Kämpfe:

Die attraktivsten beiden Ansetzungen, die möglich erscheinen, sind jeweils Rückkämpfe. Bernard Hopkins hat sich nach dem umstrittenen Unentschieden gegen Jean Pascal einen Rückkampf redlich verdient, und die WBC hat diesen bereits angeordnet. Ein anderer spannender Rückkampf wäre der zwischen Pascal und Chad Dawson. Dawson schien im ersten Kampf, in dem er seine bisher einzige Niederlage hatte hinnehmen müssen, nicht sein ganzes Potenzial abzurufen, und ein Rückkampf wäre wohl eine offene Angelegenheit, vor allem nachdem Pascal von Hopkins zuletzt die Grenzen aufgezeigt bekommen hat. Auch dieser Kampf ist wahrscheinlich, da Dawson eine Rückkampfklausel besitzt.

Jürgen Brähmer wollte eigentlich schon im Januar eine Titelvereinigung mit Beibut Shumenov boxen, doch der Kampf fiel leider ins Wasser. Er könnte weiterhin stattfinden, doch es sieht so aus, als müsste Brähmer nun zuerst gegen seinen Pflichtherausforderer Nathan Cleverly ran.

IBF-Titelträger Tavoris Cloud hat noch keinen festen nächsten Gegner, doch im Laufe des Jahres dürfte er auf den Sieger zwischen Otis Griffin und Yusaf Mack treffen. Auch ein Kampf gegen Chad Dawson ist immer wieder im Gespräch.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Neben Ismayl Syllakh und Yordanis Despaigne, die direkt aufeinander treffen, gibt es noch eine Handvoll weiterer Talente im Halbschwergewicht, die in diesem Jahr etwas reißen könnten. Der Pole Pawel Glazewski sollte in der Lage sein sich von nationalem Level auf die europäische Bühne vor zu arbeiten und sich möglicherweise sogar einen WM-Kampf zu sichern. Bei der WBC ist er bereits in der Top 15 vorzufinden.

Der Kubaner Luis Garcia, der aus Irland heraus boxt, ist erst 23 Jahre alt, und hat damit mehr Zeit sich zu entwickeln als viele seiner kubanischen Kollegen, die zuletzt ins Profilager wechselten. Garcia hat in den letzten zwei Jahren 11 Siege angehäuft und konnte zuletzt immerhin Ex-Weltmeister Byron Mitchell in zwei Runden schlagen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er dieses Jahr erneut einen Sprung machen wird und sich so ins Gespräch bringen wird.

Zuletzt ist auch noch der Brite Tony Bellew zu beachten. Ungeschlagen in 15 Kämpfen hält Bellew zurzeit den Commonwealth-Titel und boxt im Februar gegen Ovill McKenzie um den britischen Titel. Im Falle eines Sieges wird er vermutlich die beiden Titel zwei, drei Mal verteidigen, ehe er sich Ende des Jahres auf internationales Niveau vortasten könnte.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Viele interessante Kämpfe sind im Halbschwergewicht möglich, und einige werden wohl stattfinden, doch in Angesicht des ersten Kampfes zwischen Bernard Hopkins und Jean Pascal und dem Ergebnis ist ein Rückkampf der Kampf, den die Fans sehen wollen. Hopkins hat sich die Chance verdient den Sieg zu holen, den er der Meinung vieler nach schon im ersten Kampf zugesprochen hätte bekommen müssen. Aufgrund der vertraglichen Situation wird Pascal wohl zuerst einen Rückkampf mit Dawson bestreiten müssen. Sollte Pascal diesen jedoch wieder gewinnen, sind die Chancen gut, dass der Kampf mit Hopkins zustande kommt.

Supermittelgewicht:

Der momentane Stand:

Das Super-Six-Turnier geht nun in die KO-Phase. Die Halbfinals stehen, doch das Turnier hat aufgrund der vielen Ausfälle einiges an Fahrt verloren. Trotzdem bleiben die Paarungen sportlich interessant und beinhalten einige der besten Supermittelgewichtler der Welt. Außerhalb des Turniers räumt Lucian Bute die Gewichtsklasse auf und macht es so schwer den Turniersieger als klare Nummer Eins im Supermittelgewicht anzusehen. Zudem hält Robert Stieglitz einen Titel, befindet sich aber recht deutlich hinter der absoluten Elite.

Bei den Super-Six Aussteigern Mikkel Kessler und Jermain Taylor ist es schwer vorauszusagen, ob sie in nächster Zeit wieder in den Ring steigen werden, aber Andre Dirrell dürfte wohl schon bald wieder ein Wörtchen im Supermittelgewicht mitzureden haben. In der zweiten Reihe befinden sich außerdem noch ordentliche Boxer wie Librado Andrade, Sakio Bika, Allan Green oder Dimitri Sartison.

Anstehende Kämpfe:

Die beiden Paarungen im Halbfinale lauten Carl Froch gegen Glen Johnson sowie Andre Ward gegen Arthur Abraham. Froch und Ward gelten als klare Favoriten, und die meisten Fans und Experten erwarten, dass sie ins Finale einziehen. Zudem steht ein Vorbereitungskampf für Arthur Abraham fest, der am 12. Februar stattfinden wird. Sein Gegner in Mühlheim wird Stjepan Bozic heißen, und sollte kein all zu großer Prüfstein sein.

Lucian Bute muss weiterhin außerhalb des Super Six Turniers nach interessanten Gegnern suchen, und hat in Brian Magee sicherlich nicht den gefährlichsten gefunden. Der Europameister wird Butes Gegner am 19. März sein.

Mögliche Kämpfe:

Die möglichen Finalpaarungen des Super Six sind leicht auszurechnen, aber am wahrscheinlichsten ist wohl ein Kampf zwischen Andre Ward und Carl Froch, in dem Ward wohl leichter Favorit wäre. Wünschenswert wäre daraufhin natürlich, dass der Sieger auf Lucian Bute trifft, sollte dieser sich bis dahin schadenfrei halten.

Außerdem wurde zuletzt berichtet, dass Mikkel Kessler wohl im Juni wieder zurück in den Ring kehren könnte, und einen Kampf mit Robert Stieglitz geplant habe.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Der Brite James DeGale macht große Schritte in Richtung Top 10. In seinem neunten Profikampf schlug der Olympiasieger von 2008 den erfahrenen Paul Smith eindrucksvoll. Ein möglicher Kampf mit dem ebenfalls britischen Toptalent George Groves wird in England viel diskutiert. Der 22-jährige Groves ist in 11 Kämpfen ungeschlagen. Ein Kampf zwischen den beiden wäre zwar ungewöhnlich zu einem so frühen Zeitpunkt in der Karriere zweier Toptalente, aber nicht ganz undenkbar bei der bestehenden Rivalität zwischen den beiden und dem Geld, welches der Kampf in Großbritannien generieren könnte.

Die beiden US-Amerikaner Peter Quillin und Marcus Johnson sind ebenfalls in der Lage 2011 für Aufsehen zu sorgen. Johnson hat 2010 bereits den NABO-Titel gewonnen, welcher für amerikanische Talente meist ein Schritt kurz vor Titelkämpfen ist, und Quillin war mit seiner kompletten Gegnerschaft bisher deutlich unterfordert.

Zudem könnte Andre Dirrells jüngerem Bruder Anthony 2011 der Durchbruch gelingen. Der 26-Jährige hat alle seine zwanzig Profikämpfe gewonnen, siebzehn davon durch KO. Er gilt als nicht ganz so guter Boxer wie sein Bruder, aber als härterer Puncher. Größere Kämpfe sollten für ihn anstehen, wenn ihn nicht, wie in letzter Zeit, gesundheitliche Probleme plagen.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Die Fans des Supermittelgewichts können sich freuen, denn sie bekommen im Moment die besten Kämpfe zu sehen, die zu machen sind. Natürlich wäre ein Kampf zwischen dem Super-Six-Sieger und Lucian Bute großartig, aber der Kampf, den sich die meisten derzeit wohl wünschen, ist einer zwischen Turnierfavorit Andre Ward und Carl Froch. Froch und Ward beeindruckten bisher im Super Six am meisten und sollten sich einen interessanten Kampf liefern können, dessen Sieger die vorläufige Nummer Eins der Gewichtsklasse wäre, selbst wenn Lucian Bute im Endeffekt da noch ein Wörtchen mitzureden hätte. Sollten Froch und Ward gegen Johnson und Abraham in ihren Halbfinalbegegnungen ihren Favoritenrollen gerecht werden, wird man diesen Kampf auch im Finale genießen können.

Mittelgewicht:

Der momentane Stand:

Sergio Martinez steht ganz alleine an der Spitze des Mittelgewichts nach seinen spektakulären Siegen über Kelly Pavlik und Paul Williams. Martinez hält mittlerweile nur noch den Ring-Gürtel, nachdem ihm die WBO- und WBC-Gürtel außerhalb des Ringes abgenommen wurden.

Die Titelträger sind größtenteils in Deutschland beheimatet. Felix Sturm hält den WBA-Titel, Sebastian Sylvester den IBF-Gürtel und Sebastian Zbik wurde der WBC-Gürtel zugesprochen, nachdem keine Einigung bezüglich eines Kampfes zwischen Martinez und Zbik zustande kam. Dmitry Pirog besitzt unterdessen den WBO-Titel. Gennady Golovkin und Hassan N’Dam N’Jikam nennen außerdem noch Interimstitel der WBA ihr Eigen, während Julio Cesar Chavez Jr. den Silbertitel der WBC besitzt.

Matthew Macklin, Daniel Geale und vor allem Paul Williams sprechen zudem noch ein Wort in der Top 10 des Mittelgewichts mit. Ex-Weltmeister Kelly Pavlik hat sich ebenfalls noch nicht endgültig aus der Gewichtsklasse verabschiedet.

Anstehende Kämpfe:

Sergio Martinez boxt am 12. März gegen Halbmittelgewichtsweltmeister Sergei Dzinziruk. Der Kampf der beiden Rechtsausleger verspricht hoch spannend und qualitativ hochwertig zu werden. Martinez linearer und Ringtitel stehen ebenso auf dem Spiel wie der überflüssige Diamond-Gürtel der WBC.

Bereits am 19. Februar verteidigt Felix Sturm seinen Gürtel in Stuttgart. Sein Gegner wird dabei der US-Amerikaner Ronald Hearns sein, der nach Sturms Ankündigungen nun die Elite zu boxen, eine enttäuschende Gegnerwahl ist.

Der emporstrebende Brite Matthew Macklin hat am 09. April seinen bisher größten Test zu meistern, wenn er auf Altmeister Winky Wright trifft. Der Kampf wird in Las Vegas stattfinden und dürfte im Fall eines Sieges das Sprungbrett zum Titelkampf für Macklin darstellen, doch Wright ist trotz seines Alters nicht zu unterschätzen und wird ein schwieriger Gegner sein.

Mögliche Kämpfe:

Nach seinem Kampf gegen Ronald Hearns könnte Felix Sturm von der WBA dazu gezwungen werden seinen Pflichtherausforderer zu boxen, der wohl wahrscheinlich der reguläre Weltmeister der WBA wäre, derzeit Gennady Golovkin. Bei dem Titelchaos der WBA könnte der Herausforderer aber auch Interimstitelträger Hassan N’Dam N’Jikam sein. Ebenso scheint ein Ausscheidungskampf zwischen eben diesen beiden möglich.

Der Kampf scheint zwar noch nicht sicher fest zu stehen, aber Dmitry Pirogs nächster Gegner wird wohl vermutlich Ishe Smith heißen. Die beiden sollen am 26. März aufeinander treffen.

Die WBC legte Sebastian Zbik unterdessen auf seinen neuen abseits des Ringes erworbenen Titel gegen Julio Cesar Chavez Jr. zu verteidigen. Obwohl der Kampf noch nicht endgültig unter Dach und Fach ist, sieht es doch gut aus, dass er im Mai 2011 stattfindet.

Zuletzt wird Sebastian Sylvester wohl seinen Titel gegen Mehdi Bouadla verteidigen. Der Kampf zwischen den beiden war bereits für einen früheren Termin geplant, musste jedoch aufgrund einer Erkrankung Sylvesters nach hinten verschoben werden. Ein genauer Termin steht nun bisher noch nicht wieder fest.

Talente, die den Sprung schaffen könnten:

Das Mittelgewichtstalent, das derzeit die meisten Schlagzeilen macht, ist ohne Frage David Lemieux. Der Kanadier, der 24 seiner 25 Profikämpfe durch KO gewinnen konnte, und zuletzt immer bessere Gegner aus dem Ring fegte, nähert sich immer mehr einem Titelkampf. Für den achten April hat er bereits einen Ausscheidungskampf feststehen, in dem er auf Marco Antonio Rubio trifft. Sollte er diesen gewinnen, dürfte er auf den Sieger des bevorstehenden Kampfes zwischen Zbik und Chavez Jr. treffen.

Hassan N`Dam N`Jikam und Gennady Golovkin haben zwar schon Versionen von Titeln der großen Verbände, zählen aber aufgrund ihrer schwachen Gegnerschaft bisher wohl immer noch zu Talenten. Dieses Jahr sollten beide sich aber an stärkere Gegner heranwagen, und unter Umständen könnte sogar ein Kampf zwischen den beiden zustande kommen.

Der US-Amerikaner Fernando Guerrero ist unterdessen noch etwas weiter von einem Titelkampf entfernt, konnte aber zuletzt auch gute Siege feiern. So schlug er im Juli Ishe Smith, der nun wohl seinerseits wohl einen Titelkampf bekommen wird. Guerrero trifft am 18.02. auf Saul Roman um seinen NABF-Titel zu verteidigen. Sollte alles nach Plan gehen, könnte Guerrero zum Ende des Jahres hin bereits um einen WM-Titel boxen.

Zuletzt gibt es zudem im März einen interessanten Kampf zwischen zwei Talenten. Der ungeschlagene Schotte Craig McEwan tritt in den USA gegen den Iren Andy Lee, der trotz seiner überraschenden Niederlage vor zwei Jahren noch immer als ein Talent gilt, an. Der Sieger sollte bereit für größere Kämpfe sein.

Der Kampf, den wir alle sehen wollen:

Sergio Martinez hat sich bereits eindrucksvoll Paul Williams entledigt und Kelly Pavlik entthront. Es ist schwer vorstellbar, dass Sebastian Zbik oder Sebastian Sylvester dem Argentinier viel entgegen setzen könnten. Dmitry Pirog wäre ein interessanter Gegner für Martinez, aber der Russe ist im Grunde noch zu unbewiesen und hatte erst einen großen Kampf gegen den ebenfalls ungetesteten Daniel Jacobs.

Ein Kampf zwischen Sergio Martinez und Felix Sturm wäre mit Sicherheit die interessanteste mögliche Ansetzung derzeit im Mittelgewicht, auch wenn Martinez wohl als Favorit gelten müsste, wie wohl aber in jedem Mittelgewichtskampf im Moment. Der Kampf ist aber wohl eher unwahrscheinlich, da Sturm in den USA nicht populär genug ist um genug Interesse zu generieren, und Martinez, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere kaum nach Deutschland gehen wird um dort zu boxen, wenn er in den USA die großen Kämpfe für viel Geld bestreiten kann.

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10 Kommentare

  1. Possi
    27. Januar 2011 at 19:16 —

    Zu lang der Text, kann ja kein Mensch so viel lesen … xD

  2. memmo
    27. Januar 2011 at 20:11 —

    Genau, wir müssen unsere Konzentration ja für die vielen guten Beiträge von Carlos und Kritiker aufheben…

    Ne ist doch mal gut verfasst die Sache. Jedenfalls bis auf paar Ausnahmen.

  3. HamburgBuam
    27. Januar 2011 at 20:51 —

    Da fehlt aber mal locker die Hälfte.
    Auch wenn die leichten Gewichtsklassen in Deutschland nichts wert sind… Leute wie Pacquiao, Lopez, Marquez, Katsidis oder Rios zu unterschlagen halte ich für eine sehr schlechte Arbeit seitens der Reaktion.

  4. Possi
    27. Januar 2011 at 21:08 —

    @ HamburgBuam

    Da steht Teil 1, das heißt bestimmt das da noch ein 2. kommt

  5. HamburgBuam
    27. Januar 2011 at 21:14 —

    Oh… Hähä… Ja, da habe ich wohl nach der Hälfte der Überschrift aufgehört zu lesen. Überfliege ich immer nur und wende mich dem Artikel selbst zu. Sorry. 🙂

  6. Ahmet
    27. Januar 2011 at 21:58 —

    Um es zusammenzufassen

    was Boxfans(oder zumindest ich :D) vom Jahr 2011 erwarten?

    Pacquaio vs Mayweather

    Khan vs Sieger von Bradley/Alexander

    Haye vs Klitschko

    Andre Berto (boxt nur Flaschen) vs Top-Welter zb. Cotto

    Martinez vs Sturm

    Lemieux vs Sieger Zbik/Chavez jr

    Victor Ortiz vs Marcos Maidana rematch

    Lucien Bute vs Mikkel Kessler

    Valuev, Hopkins (was will der noch bewiesen), Roy Jones, Antonio Tarver, Ricardo Mayorga, Erik Morales : RENTE!!!!

    und ich hoffe das ausgebrannte Boxer wie Jermain Taylor oder Margarito etc nicht zurückkommen

  7. HamburgBuam
    27. Januar 2011 at 22:09 —

    Holyfields Rente hast du vergessen. Oder ist die Hoffnung darauf inzwischen versteinert?

  8. UpperCut
    27. Januar 2011 at 22:39 —

    SEHR GUTER TEXT!

  9. Mr. Wrong
    28. Januar 2011 at 00:05 —

    “…Gennady Golovkin haben zwar schon Versionen von Titeln der großen Verbände, zählen aber aufgrund ihrer schwachen Gegnerschaft bisher wohl immer noch zu Talenten.”

    was soll golowkin den machen, wenn ihn keiner inkl. unseren super champs boxen will.
    zum vergleich war golowkins letzter gegner nr.4 der wba, und sturms nicht mal unter den top15 in supermittel…

  10. Shlumpf!
    31. Januar 2011 at 21:28 —

    Muss da den Autor auch loben, dass er sich soviel Mühe gibt, jede gewichtsklasse im Detail zu beschreiben.

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