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Jack Culcay vs Maciej Sulecki – Zweifel am Urteil?

Der Darmstädter Sauerland Boxer Jack Culcay trat am Samstag Abend bei der WBSS-Turnierveranstaltung in Newark als Undercard-Kämpfer gegen den bisher ungeschlagenen Polen Maciej Sulecki an. Der Kampf wurde von vielen deutschen Boxfans in der Nacht auf Sonntag im Free-TV mitverfolgt. Es winkte die Aussicht, in den Ranglisten weiter nach oben und zu einem WBC-Titelshot zu kommen.

Culcay startete besser als Sulecki in den Kampf und setzte den Polen in den ersten 4 Runden unter Druck. Erst im 5. und 6. Durchgang schien Sulecki richtig auf Betriebstemperatur zu sein und entschied diese beiden Runden eindeutig für sich. In der 7. legte Culcay einen Sprint hin, der seinen Gegner bis an den Rand einer vorzeitigen Niederlage brachte. Sulecki war sichtlich beeindruckt und für einige Augenblicke sah es so aus, als würde er vornüber zu Boden gehen. Seine Arme hingen so weit runter, dass er mit den Handschuhen fast den Boden berührte. In dieser Situation verpasste es Culcay, den Druck noch für 2-3 harte Schläge aufrecht zu erhalten. Das sollte sich rächen.

Culcay New 1Sulecki wusste, dass er jetzt unbedingt Leistung zeigen musste und konnte die 8. Runde für sich entscheiden. Die letzte beiden Runden waren wieder knapper. Beide schenkten sich Nichts und taten Alles, um die Punktrichter zu beeindrucken. Culcay hatte mit dem Größen- und Reichweitenvorteil seines Gegners absolut kein Problem. Es gelang ihm während des ganzen Kampfes ohne Probleme, an Sulecki heran zu kommen und seine Treffer zu setzen. Nach dem Schlussgong rissen Beide die Arme hoch und sahen sich als Sieger.

Die Überraschung kam bei der Urteilsverkündung. Während der Punkteansage (98:92, 97:93 und 96:94) war die Welt für Culcay noch in Ordnung. Doch als dann der Name Maciej Sulecki als Sieger genannt wurde, glaubten nicht nur Culcay-Fans, im falschen Film zu sein. Selbst wenn das Urteil ein Unentschieden gewesen wäre, hätte man durchaus damit leben können. Mit allergrößten Schmerzen wäre vielleicht eine 94:96 Niederlage zu ertragen gewesen. Aber Culcay in diesem Kampf nur 2 oder 3 Runden zu geben, ist schon ganz schön dreist. Die Mehrzahl der Fans in den Internetdiskussionen sprechen von einem knappen, aber verdienten 96:94 – Sieg für Culcay.

Dennoch hält sich das „Mitleid“ der meisten Boxfans in Grenzen. Einige behaupten zwar Stein und Bein, das Urteil wäre in Ordnung, aber darum geht es schon nicht mehr. Diese Entscheidung ist nun mal so gefallen und man wird damit leben müssen. Schließlich ging es Gastboxern bei Veranstaltungen in Deutschland oft nicht anders. Ob man Zweifel am Urteil haben kann oder nicht, sorgt in den nächsten Tagen noch für genügend Gesprächsstoff. Eine Erkenntnis bestätigt sich auf jeden Fall: „Fortuna“ ist nicht immer nur den Sauerland-Boxern hold und manchmal auch eine ganz schöne Zicke.

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11 Kommentare

  1. 22. Oktober 2017 at 15:42 —

    Der letzte Absatz untermauert es doch. Oft werden Sauerlandboxer bei Heimveranstaltungen übermäßig bevorteilt und es kommt zu ziemlich eindeutigen Uretilen. Hier ist es eben mal andersherum. Ganz einfach, schlag deinen Gegner KO und beseitige alle Zweifel, die durch Fehlurteile bei den Punkten aufkommen können.

  2. 22. Oktober 2017 at 16:28 —

    Reineckefuchs, wie war denn dein Urteil?

    Ich kann nicht ganz verstehen, warum hier von Fehlurteil geredet wird?
    Die meisten Internetforen sprechen von Fehlurteil? Konkret?

    Der Kampf war enger und Culcay besser als von den meisten erwartet wurde, aber mir ist nicht klar, wie man einen Sieg von Golden Jack rechtfertigen könnte.

    Ich hatte es 96:94 Sulecki.

    • 22. Oktober 2017 at 17:31 —

      96:94 für Culcay. Ich habe allerdings die ersten 4 Runden komplett an Culcay gegeben. Einige Runden waren eng. Für mich agierte Culcay überzeugender. Und das sage ich, obwohl ich den Typen eigentlich noch nie besonders mochte.

      Auf Facebook gehen die Meinungen auseinander, aber bis auf ein paar Sauerland-Hater sehen die meisten Leute die ich da kenne Culcay vorne.

      Das er nur 2 oder 3 Runden gewonnen haben soll, halte ich für einen schlechten Scherz. Vielleicht wäre ein Unentschieden die beste Lösung gewesen.

  3. 22. Oktober 2017 at 17:31 —

    Für mich war das Urteil vielleicht teilweise etwas zu hoch, aber keinesfalls ein Fehlurteil..
    Trotzdem hat Culcay, wie auch schon vs Andrade, positiv überrascht..

  4. 22. Oktober 2017 at 19:00 —

    also 98:92 war ein Witz. hatte aber den polen auch 96:94 vorne.

  5. 22. Oktober 2017 at 19:01 —

    in Deutschland ist man es eben gewohnt, dass der deutsche boxer den sieg zugesprochen bekommt wenn er im ring nicht tot umfällt!

  6. 22. Oktober 2017 at 20:25 —

    Allerdings schon seltsam was Sauerland in letzter zeit macht. gevor, 2x Abraham, 2x culcay, 2x kölling wurde in eig. unmögliche unterfangen geschickt. die meisten davon gingen dann erwartungsgemäß verloren. Bei Pulev versteht ichs jetzt noch da hätte es ne menge kohle gegeben und der ist eh schon nur noch Gammelfleisch. aber die Talente gevor und kölling und auch culcay so zu opfern versteh ich nicht. die Aussichten auf erfolg sind sehr klein und groß kohle kannst doch auch nicht gegeben haben? klar bei sport1 wird man jetzt nicht mehr die Anforderungen haben aber es wäre auch nicht mehr genug hauptkämpfe für sat.1 übrig. brähmer wird wohl auch die WBSS nicht gewinnen und hat man nur noch zeuge in der erweiterten weltspitze!

  7. 22. Oktober 2017 at 20:38 —

    Andrade hat übrigens seinen Titel niedergelegt. Ich hoffe die WBA macht gleich Castano zum neuen reg. WM. Damit wäre der nächste Interims WM Geschichte.

  8. 23. Oktober 2017 at 05:34 —

    Ist doch klar Sauerland hat sich einen Namen gemacht mit schiebungen,und das ist der Dank ganz einfach,so viele Boxer kammen nach Deutschland und wurden über den Tisch gezogen,und jetzt ist es halt andersrum

  9. 23. Oktober 2017 at 13:46 —

    Es war ein enger Kampf, beide Boxer mit Höhen und Tiefen, das gerechteste Urteil wäre vielleicht ein Unentschieden gewesen!?
    Fand allerdings auch das Culcay über weite Strecken dominiert hat und den Punktsieg verdient gehabt hätte!
    Aber wenn man es nicht schafft, auf Grund von fehlender Schlagkraft, seinen Gegner durch Ko zu bezwingen, wird es immer Diskussionen geben wenn der Kampf eng war!
    Interessant finde ich die Punktniederlage von Culcay aber allermal, da es eine Sauerlandveranstaltung war! Das Urteil hat mich etwas an die Niederlage gegen Pitto erinnert!

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