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It‘s all about Money

It‘s all about Money

Natürlich ist das Ganze ärgerlich für Dillian Whyte. Obwohl der „Brixton Bomber“ WBC-Interims-Champion und Pflichtherausforderer von Weltmeister Tyson Fury ist, bietet ihm Furys Team nur einen 80:20-Moneysplit zugunsten des ‚Gypsy King‘ an. Eddie Hearn, der Promoter von Whyte, hatte bei den ersten Gesprächen eine 55:45-Aufteilung zugunsten des WBC-Weltmeisters auf seinem Wunschzettel.

Zuviel, wie nicht nur das Fury-Team, sondern auch viele Boxfans denken. Er solle erst mal den Titel gewinnen, dann kämen auch die hohen Börsen, lautet das Argument der Kritiker.

Nun bleibt abzuwarten, was passiert. Das heißt, was zunächst passiert, ist eigentlich schon klar: am 11. Januar geht der Kampf zwischen Whyte und Fury in die Purse bid und der WBC muss sich damit auseinandersetzen, dass Eddie Hearn ein Schiedsverfahren gegen eine Entscheidung des Verbands eingelegt hat. Die WBC-Verantwortlichen hatten nämlich beschlossen, dass die Börse im Verhältnis 80:20 zugunsten von Tyson Fury aufgeteilt wird.

Damit schloss sich der World Boxing Council der Argumentation von Frank Warren an. Der hatte im Interview bei „IFL TV“ erklärt, er leite das von den Börsen ab, die beide Boxer in der jüngeren Vergangenheit für ihre Kämpfe bekommen hätten: „Jedes Mal, wenn ein Boxer (…) kämpft, hinterlegt er seine Verträge beim zuständigen Dachverband. Die Verträge, die er (Dillian Whyte) für seine letzten Kämpfe abgeschlossen hat, waren £ 300.000 für seinen letzten und ungefähr £ 500.000 für den davor. Tysons letzter Kampf brachte ihm 20 Millionen Pfund, also kann es nichts anderes sein, als ein 80:20-Split, und wenn man sich das Geld ansieht, das beide in ihren letzten Kämpfen verdient haben, sollte es nicht einmal 80-20 sein!“

Trotz dieser schlüssigen Argumentation bleibt das Ganze reichlich undurchsichtig. Nicht nur, weil der WBC mit einer 80:20-Aufteilung eigentlich gegen seine eigenen Statuten verstößt, die im ungünstigsten Fall einen 70:30-Split vorsehen, sondern auch wegen des Verfahrens, dass Hearn angestoßen hat.

Möglicherweise wird dadurch die bereits angesetzte Purse bid erst einmal hinfällig. Zumindest geht Eddie Hearn davon aus. „Ich erwarte, dass sie verschoben wird“, sagte Hearn in einem Interview: „Ich sehe nicht, wie der Kampf stattfinden soll, solange das Schiedsgerichtsverfahren läuft.“  Aber was passiert eigentlich, wenn sich Matchroom Boxing mit einem  höheren Gebot die Rechte an dem Kampf sichert? Geht das Hin und Her dann wieder von vorne los?

Wie es heißt, sei Dillian Whyte bereit, die 80:20-Aufteilung zu akzeptieren, wenn Hearns Verfahren gegen den WBC nicht zu einer Erhöhung seiner Börse führt. Eddie Hearn geht allerdings davon aus, dass er Erfolg hat: „Wir erwarten, dass die Aufteilung durch den Prozess, den wir gerade durchlaufen, erhöht wird.“ erklärte der 42-jährige.

Als ob das Ganze nicht schon schwierig genug wäre, hat Furys britischer Promoter Frank Warren verkündet, dass der ‚Gypsy King‘ beschlossen habe, am 26. März wieder im Ring zu stehen. Und das, auch ohne seinen WBC-Gürtel zu verteidigen. Möglicherweise ein Mittel, um Whyte unter Druck zu setzen. So sieht es zumindest Hearn: „Das ist nur, um Druck auf Dillian auszuüben, einen schlechten Deal anzunehmen.“ Und auch mit dem Datum 26. März scheint Hearn nicht einverstanden zu sein: „Wenn wir die Purse bid gewinnen, wird der Kampf Tyson Fury gegen Dillian Whyte stattfinden, wenn wir es sagen!“

Falls der ‚Gypsy King‘ denn überhaupt daran interessiert ist, den WBC-Gürtel zu verteidigen. Die Weltmeistergürtel seien auch nur Blech und Leder, hat Tyson Fury einmal gesagt.  Und am Ende spiele es ohnehin keine Rolle mehr, wie viele Gürtel man gewonnen habe. Oder wie es Fury plakativ ausdrückte: „Du bist dann nur noch ein nackter Penner unter der Dusche.“

Und so geht es hier wohl, so wie es in der Headline steht, wohl vorrangig um eins: ums Geld. It‘s all about Money!

„Nachklapp“ zum Thema:

Das WBC hat die Frist für freie Verhandlungen über den WBC-Pflichtherausforderungskampf im Schwergewicht zwischen Champion Tyson Fury und Interimschampion Dillian Whyte verlängert.
Sollte es zu keiner Einigung zwischen den Parteien kommen, wird am Dienstag, den 18. Januar, um 12 Uhr im WBC-Hauptquartier in Mexiko-Stadt eine Purse bid stattfinden.

23 Gedanken zu “It‘s all about Money

  1. Wieso der WBC nicht 70:30 gemacht hat und sich damit voll an die regeln gehalten hätte. so machen sie sich juristisch angreifbar.

  2. Whyte ist einfach nur ein NoName-Jammerlappen, der seine Karriere einzig und allein seinen guten Gegnern wie AJ, Chisora, Parker, Povetkin etc. verdankt, gegen die er, wenn es mit rechten Dingen (s. „Regeln“) zugegangen wäre, größtenteils auch noch verloren hätte. Selbst bringt er nichts auf den Tisch, weder von seiner Persönlichkeit noch sportlich. Er sollte froh sein, mit Tyson den Ring teilen zu dürfen und damit seine Rente gesichert zu haben, stattdessen keilt er sich mit dem einzigen Verband, der ihn für derart relevant hält, dass er sich „Pflichtherausforderer“ oder „Interims-Champ“ nennen darf.

    Der WBC täte gut daran, ihm diesen Titel wieder zu entziehen und ihn stattdessen um irgendwelche Interkonti-Sachen boxen zu lassen. Da gehört er seinen Fähigkeiten gemäß nämlich auch hin.

    1. Punkt! Genau so sieht es aus! Anfangs der Karriere gedopt und mit ach und Krach in der Rangliste gestiegen, mit wohlwollen der PR und ungedopt den Interim gegen past Povetkin durch ein krachenden KO verloren um danach einen covid und altersschwachen Pove zu besiegen. Ein Pove in Normalform hätte ein zweites Mal mit im den Boden gewischt. Wäre Whyte kein Brite, würde er sich über 95:5 nicht beschweren. Sein Niveau ist und war höchstens Wallin, Chisora oder Kabayel und auch gegen genannte sehe ich ihn nicht vorn. Anstatt die 80:20 mitzunehmen um danach den Gatekeeper zu mimen meint er, er wäre der ppv King. Mehr als stay busy ist er doch nicht ansatzweise. Da seh ich lieber Helenius gegen den Gypsy oder nochmal Wallin. Bevor Whyte einen Titelshot verdient hat, sehe ich noch eher Joyce in der Position, auch wenn er gem. Rangliste nicht dran wäre. Fury sollte den Titel niederlegen und sich lachend vor den Fernseher legen und zuschauen wie Whyte gegen wen auch immer für 200000 Pfund den kürzeren zieht.

    2. ja ihr hater hatet nur. aber der wbc hat sich vermutlich auf eine juristisch mehr als zweifelhafte position begeben und hearn ist mächtig genug das überprüfen zu lassen. ich hoffe es kommt noch zu einer vernünftigen Einigung. 70:30 wären schon ok oder ein garantierter betrag für whyte.

        1. Brennov ist halt ein Gerechtigkeitsfanatiker. Immer für die ausgebeuteten, armen Boxer. Da ist klar, dass man hinter den Vorzeigeathleten Whyte und Charr steht. Musterprofis, die immer nur benachteiligt worden sind, da baut man halt Sympathie auf.

      1. Hater..? Why..??
        Weil sie Whyte´s Potenzial und Marktwert realistisch einschätzen..?
        Komm mal klar, Whyte kann froh sein, wenn er überhaupt einen großen Zahltag bekommt..

        1. marktwert hin oder her aber wenn es regeln gibt dann gehören die eingehalten. und wenn die regels als geringsten betrag 30% für whyte vorsehen dann sind 20% einfach betrug. klar will wyhte erstmal die 45% die im normalfall dem interimschamp zustehen. und wenn man bedenkt wie lange er schon wartet wäre auch das oder zumindest 35% gerechtfertigt. zu whyte. ich empfinde ihn als besseren sportsmann als fury. dessen trash müll ich zum kotzen finde. klar mag im boxen teilweise dazugehören aber ich finde boxer die weniger davon machen sympatischer. und zum doping naja da nehmen sich fury und whyte nichts. beide wurde bereits erwischt.

          1. Whyte der bessere Sportsman.. soso..
            Dafür ist Fury der bessere und um Längen erfolgreichere Sportler.. Das ist dabei auch nicht ganz unwichtig.. Whyte braucht Fury, um dick Kohle zu machen.. Braucht Fury dazu auch Whyte..? Nö.. und wenn der Komiker jetzt noch Pech hat, wird genau das passieren, was Sachse oben schon beschrieben hat..
            Dann kann er sich für vergleichsweise Kleingeld von Wilder oder Joyce ausknocken lassen und das wars dann auch mit 20%..

          2. wie gesagt bin ich mir zwar nicht 100% sicher aber meines wissens wird der interims champ automatisch richtiger champ wenn der andere aufhört. also müsste whyte in dem fall gar nicht um den titel kämpfen sondern wäre gleich wm. und dann könnte er sicher erstmal ne freiwillige machen weil es ja dann noch keinen PH gibt. Wilder hat dieses titel nicht inne auch wenn #1 ist und hat ja erst um den titel geboxt. vermutlich müsste wilder dann gegen ruiz oder joyce erstmal einen eliminator boxen und wäre danach ph falls er das gleich will ohne aufbaukampf. ich fände es auch ok nur schade dass es dann nicht endlich mal einen völlig unified champ gibt der alle 6 einigermaßen relevanten gürtel (WBA, WBC, WBO, IBF, IBO, RING) hällt. Gab es das überhaupt schon mal in irgendeiner gewichtsklasse? Canelo und Taylor haben ja jeweils nur 5 davon? Aber Whyte würde ich es schon gönnen mal wm zu sein!

  3. @ Brennov

    Du würdest ja auch Charr alles gönnen, was geht.

    Ich würde es – ehrlich gesagt – sogar eher Chisora gönnen, aufgrund höherer Sympathiewerte.

    1. sympathie vielleicht ja (aber nur für seinen kampfgeist nicht für sein verhalten) aber er konnte halt wirklich keinen namhaften gegner schlagen und selbst wenn er einige knappe kämpfe hatte wie gegen parker I oder whyte I hat er dann doch im rückkampf jeweils eindruckvoll und klar verloren. gegen whyte durch krachenden KO und gegen parker als lebender sandsack. vondaher nein und vorallen gegen wilder würde es vermutlich gesundheitsschäden geben.

  4. Gerchtigkeit ist ja schön und gut, wer will das nicht? Aber wo war denn die Gerechtigkeit, als Whyte im ersten Kampf gegen Chisora, als er ganz klar verlor und trotzdem den Sieg zugesprochen kam? Wo war die Gerechtigkeit, als Rivas ihn niederschlug und der RR danach bei jeder Aktion des Kolumbiers dazwischenging, nach dem Motto: „Bitte nicht schlagen, sonst geht er nochmal down“. Wo war die Gerechtigkeit des einen Judges im Kampf gegen Parker, der den Kampf 115:110 für Whyte wertete?

    Wie gesagt, der Kampf gegen Fury ist schätzungsweise auf der Insel mit TV-Rechten (glaube Warren ist da bei ITV) plus DAZN plus regular ESPN in den Staaten 30 Mios wert. Sind 6 Millionen für Whyte, der bei den letzten Fights ca. jeweils eine halbe gemacht hat, gerecht?

    Soll jeder selbst für sich entscheiden.

      1. Ja, da unterscheiden sich eben die verschiedenen Empfindungen für Gerechtigkeit. Wenn ein Zweitligist, der normalerweise, sagen wir mal, 50.000 pro Spiel einnimmt, gegen Bayern München spielt, sollte er dann plötzlich 1 Mio. bekommen, 500.000 oder doch einfach nur ein bisschen mehr als sonst, zum Beispiel 100 K?

        In diesem Fall wäre nach meinem Empfinden auch eine Million für Whyte schon ein Geschenk. Aber 2 oder 3 vielleicht ein bisschen gerechter. 10 Millionen finde ich absolut absurd.

      2. Lol.. Brennov bitte..
        Das hat doch nichts mit Gerechtigkeit zu tun.. Whyte bringt nichts mit, was 10 mios rechtfertigt.. Auch wenn Du Dir das ganz dolle wünschst..

        1. Eigentlich müsste Fury (der ja bekannterweise vor allen Angst hat, aber am meisten vor Whyte und Hrgovic) umsonst boxen. Und Whyte bekommt 30 Mios! (Brennov-Modus aus)

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